Ein Monat voll neuer Eindrücke und Erlebnisse

von Zarah Falkenberg, 28.09.2011

Während viele Medizinstudentinnen und -studenten über die Sommermonate ihre Semesterferien genossen haben werden, reiste Zarah Falkenberg in den Niger um ehrenamtlich zu arbeiten. Die junge Medizinstudentin aus Witten hatte sich gemeldet, um in der humedica-Klinik in Kollo tätig zu werden.

„Von August bis September 2011 bin ich mit humedica in den Niger gefahren, um dort in dem kleinen Krankenhaus Complexe Hosanna du Sahel in der Stadt Kollo mitzuarbeiten. Ein Monat voller neuer Eindrücke und Erfahrungen, denn dies war mein erster Einsatz in einem Hilfsprojekt.

Anstatt die freien Sommermonate zu genießen, brach Zarah Falkenberg in den Niger auf, um mit dem lokalen humedica-Team in der Klinik zu arbeiten. Foto: humedica

Zu dieser Jahreszeit ist im Niger Regenzeit, was ein Segen für das Land ist, denn so werden die Felder mit dem nötigen Wasser für eine gute Ernte versorgt. Leider bringt der Regen aber auch viele Krankheiten wie Malaria mit sich. Fast alle unserer stationären Patienten, hauptsächlich Kinder und Schwangere, waren daran erkrankt.

Meine Aufgabe in der humedica-Klinik war es hauptsächlich, mit den lokalen Krankenschwestern zusammenzuarbeiten und unsere vielen kleinen Patienten mit Medikamenten zu versorgen und ihnen Fürsorge zu schenken.

Gleichzeitig war Teil meiner Aufgabe, den Menschen unsere medizinischen und hygienischen Standards näherzubringen. Dies stellte sich allerdings als große Herausforderung heraus, da in Niger wie in vielen anderen afrikanischen Ländern auch die Zeit sehr viel langsamer zu laufen scheint; Veränderungen brauchen entsprechend ihre Zeit.

Während meiner Zeit erlebte ich viel Leid, denn viele Patienten kamen erst so spät zu uns in die Klinik, dass die Krankheit schon weit fortgeschritten war und es beispielsweise durch Malaria zu epileptischen Anfällen kam.

Doch habe ich gleichzeitig auch viele Momente des Glücks erlebt. Für mich war es die größte Freude, die Kinder zu sehen, die zunächst müde, abgeschlagen und mit hohem Fieber durch ihre Malariaerkrankung in die Klinik kamen, aber schon ein bis zwei Tage nach Behandlungsbeginn immer wacher und aufgeweckter wurden und irgendwann wieder anfingen zu lächeln.

Neben der Arbeit mit den Krankenschwestern durfte ich bei den täglichen Visiten und Behandlungen von Chefarzt Dr. Yacouba dabei sein, der mir sehr viel Wissen über Tropenmedizin vermittelt hat. Auch konnte ich mit den Hebammen zusammen arbeiten und bei Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen und Geburten dabei sein.

Ein Erlebnis hat mich dabei besonders berührt. Ich war bei einer Geburt dabei, bei der es im Vorfeld schon hieß, dass die Herztöne des Kindes sehr schwach sind. Als der kleine Junge nach einer langen Geburt auf die Welt kam, hat er nicht geatmet.

Ein besonders rührender und bewegender Moment: den atmenden Neugeborenen zu halten. Foto: humedica/Zarah Falkenberg

Die beiden Hebammen haben versucht, das Neugeborene durch Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage zum Atmen zu animieren. Erfolglos. Dann haben sie ihn kopfüber gehalten und ihm kräftig auf den Rücken geklopft. Und der Kleine hat endlich den ersehnten Schrei von sich gegeben und zu Atmen begonnen.

Ich war sehr beeindruckt davon, mit welcher Ruhe und mit welch einfachen Mitteln sie diese Notfallsituation gemeistert haben und dem Jungen ins Leben geholfen haben.

Ich bedanke mich herzlich bei humedica, die mir diesen Einsatz ermöglicht haben. Für mich ist es in persönlicher Hinsicht eine sehr große Bereicherung und auch mit Blick auf meinen späteren Beruf, in dem diese Erfahrungen sehr wertvoll sind.

Auch möchte ich mich auf diesem Wege nochmals bei Simone Winneg bedanken, der nun ehemaligen Koordinatoren des Krankenhauses. Ich finde, dass sie großartige Arbeit geleistet hat, dieses Projekt aufzubauen und es mit so viel Geduld und Liebe zu dem zu machen, was es jetzt ist. Miriam und Nils, ein schwedisches Ehepaar, haben nun ihre Position übernommen und werden das Projekt weiterführen.

Und vielen Dank noch einmal an das Team im Krankenhaus. Sie haben mich offen und herzlich als Teil des Teams aufgenommen. Die Menschen dort werden mir fehlen.

Ihre Zarah Falkenberg“

Liebe Freunde und Förderer unserer Arbeit, um die Klinik weiter ausbauen und erweitern zu können, möchten wir Sie an dieser Stelle herzlich um eine Spende bitten. Vielen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort "Klinik Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Vielen Dank, liebe Zarah, für Dein Engagement. Vielen Dank, liebe Freunde und Förderer, für Ihre Unterstützung! Foto: humedica

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