Für die Menschen wie eine Oase in der Wüste

von Ruth Bücker, 29.06.2011

Der 23. Mai dieses Jahres war für die Bewohner einiger Teile Deutschlands ein willkommener Feiertag, der für viele den Start in ein verlängertes Wochenende bedeutete. Für Christen, insbesondere für Katholiken, bedeutete dieser Tag weit mehr. Fronleichnam ist ein Hochfest der katholischen Kirche. Dieses Jahr gewann dieser Tag darüber hinaus auch für die Kinder, Frauen und Männer in Niger an Bedeutung.

Der Fronleichnamsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin: die Kollekte ging an humedica. Foto: AZ/Wild

Die Gemeinde St. Ulrich aus Kaufbeuren sammelte im Rahmen der Kollekte für die humedica-Klinik in Kollo, in der schwangere Frauen Behandlungen und Geburtshilfe in Anspruch nehmen können und darüber hinaus Aufklärungsmaßnahmen gegen Unterernährung erhalten, 1.117 Euro.

Als diesjährige Organisatoren des Fronleichnamgottesdienstes entschied die Pfarrei, die gesammelten Gelder in das Hilfsprojekt in Westafrika einfließen zu lassen. humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß stellte während des Gottesdienstes die Arbeit in Niger vor und sprach seinen Dank aus für das entgegengebrachte Vertrauen.

Dass Hilfe in Niger weiterhin notwendig ist, machte ein kürzlich stattgefundener Besuch des nigrischen Partners Yacouba Seydou abermals deutlich. Während eines Gesprächs berichtete er dankbar von der Zusammenarbeit und Unterstützung aus Deutschland und besorgt von den Herausforderungen, vor welchen die Bevölkerung steht.

Die Zusammenarbeit mit humedica läuft sehr gut, so dass es schon mehr ist als eine reine Kooperation. Es ist eine gewachsene Freundschaft zwischen zwei Organisationen, welche die medizinischen Bedürfnisse erkannt haben und die damit verbundenen Herausforderungen.“, berichtete der Entwicklungszusammenarbeiter und Pastor aus Niger.

Gesundheit ist ein großes Thema und in den nigrischen Verhältnissen sehr herausfordernd. Herausfordernd in dem Sinne, dass es sehr schwierig ist, in Niger überhaupt einen Arzt aufsuchen zu können. Schätzungsweise kommen auf einen Arzt 40.000 Menschen.

"Es ist eine gewachsene Freundschaft zwischen zwei Organisationen, welche die medizinischen Bedürfnisse erkannt haben und die damit verbundenen Herausforderungen." Foto: humedica/Ruth Bücker

Auch die Analphabetenrate ist sehr hoch, so dass nur etwa 23 Prozent der Bevölkerung lesen und schreiben können. Insbesondere Frauen sind davon betroffen, sich nicht informieren zu können und allgemein macht die geringe Bildung natürlich auch eine angemessene medizinische Ausbildung unmöglich, welche dieses Verhältnis Mediziner auf Patienten verbessern könnte.

Um in der humedica-Klinik vorstellig zu werden, nehmen die Patienten daher auch sehr weite Wege auf sich. Insbesondere Frauen und Kinder benötigen Behandlungen und Aufklärung in medizinischen Fragen. Die Frauen arbeiten so hart und sind insbesondere während einer Schwangerschaft gesundheitlich gefordert und Risiken ausgesetzt.

Das Personal in der humedica-Klinik nimmt sich Zeit für die Diagnostik und nimmt die Frauen ernst, die Patienten sind willkommen und entsprechend merken sie, dass es allen um ihre Genesung geht. Das hat sich herumgesprochen und so suchen immer mehr schwangere Frauen oder Mütter mit ihren Kindern unser Krankenhaus auf.

Die Klinik ist wie eine Oase in der Wüste, sie stellt für mich ein Wunder dar. So wie sich Durstige in der Wüste nach einer Wasser verheißenden Oase sehnen, sehnen sich die Menschen in Niger nach medizinsicher Behandlung, die lebensnotwendig ist und durch humedica angeboten wird.

Auf die Frage, wie sich die Situation nach der im vergangenen Jahr ereigneten, lebensbedrohlichen Dürre entwickelt hat, ist Pastor Yacouba zwar besorgt, aber auch leicht optimistisch:

80 Prozent der nigrischen Bevölkerung sind Farmer und leben davon. Sie sind aber maximal in der Lage, genau so viel Nahrung anzubauen und zu ernten, wie sie für sich und ihre Familien benötigen.

Ob Geburtshilfe, medizinische Betreuung während der Schwangerschaft, allgemeine medizinische Behandlung oder Aufklärungs- und Trainingsmaßnahmen: die Patientinnen merken, dass in der humedica-Klinik für sie gesorgt wird. Foto: humedica/Lukas Witzig

Nach der Dürre des vergangenen Jahres konnten wir gemeinsam zwar zahlreiche Menschen mit schwerer Unterernährung behandeln und ihre Leben retten. Aber selbst bei den Familien, deren Getreidevorräte sie vor dem Schlimmsten bewahrt haben, sind diese inzwischen völlig erschöpft.

Der Regen hat inzwischen bereits eingesetzt und nun hoffen alle, dass die diesjährige Ernte ertragreicher ausfallen wird. Mit Gewissheit kann man dies aber leider nicht sagen.“

Liebe Freunde und Förderer von humedica. Der Anfang - ein großer Anfang - ist gemacht. Dennoch wird es noch seine Zeit brauchen, bis die humedica-Klinik in Kollo völlig ohne Unterstützung funktionieren kann. Seien Sie bis zu diesem Zeitpunkt bitte an unserer Seite. Vielen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort „Klinik Niger
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte unterstützen Sie uns auch über unser Online-Spendenformular oder durch das Senden einer sms: Stichwort DOC an die 8 11 90 und von den auf Ihrer Handyrechnung vermerkten 5 Euro kommen 4,83 Euro unmittelbar der humedica-Projektarbeit zu Gute.

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