„Begegnung in Zeiten schwerer Not“

von Markus Hohlweck, Katharina Plenk, Daniela Kampmeyer/SRA, 04.06.2011

Mitte Mai reiste ein erstes medizinisches Team von humedica nach Namibia, um den Betroffenen der verheerenden Flutkatastrophe mit ärztlicher Versorgung beizustehen. Auch nachdem das Wasser bis heute zum großen Teil wieder zurückgewichen ist, sind noch zahlreiche Menschen in den Überschwemmungsgebieten und Flüchtlingslagern auf Hilfe angewiesen.

Zur Unterstützung der lokalen Gesundheitsversorgung arbeiteten der Arzt Dr. Markus Hohlweck, Kinderkrankenschwester Katharina Plenk und Medizinstudentin Daniela Kampmeyer in der Nähe von Oshakati, im Norden Namibias, im medizinischen Team von humedica. Gegen Ende ihres Einsatzes gaben sie uns einen Einblick in ihren Tagesablauf der vergangenen Wochen.

Die Freude über die aus dem Ausland angereisten Helfer ist groß bei den Betroffenen der Überschwemmungen. Im Bild: Medizinstudentin Daniela Kampmeyer mit einer Patientin. Foto: humedica

„Jeden Morgen brechen wir mit unseren Medikamenten auf in Richtung Oshakati. Im dortigen Krankenhaus planen wir mit Hilfe der Schwestern des hiesigen „Primary-Health-Care-Service“ (Anm.: medizinischer Grundversorgungsdienst) unseren Einsatz an diesem Tag.

Wir besuchen täglich ein anderes der abgelegenen Dörfer im Überschwemmungsgebiet. Die zerstörerischen Wassermassen haben deutlich ihre Spuren hinterlassen, so dass viele dieser sogenannten „outreach points“ meist nur mit dem Geländewagen zu erreichen sind.

Mittlerweile ist das Wasser zwar weitgehend zurückgegangen, doch leiden die Menschen hier weiterhin unter den Auswirkungen des Hochwassers. Vor allem breite Flächen von Flutwasser, die noch nicht abgeflossen sind, bereiten der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten weiterhin Probleme. Einige Straßen sind hier bis heute noch immer unpassierbar.

Flutkatastrophen bringen tragischerweise immer auch eine Verunreinigung des Trinkwassers mit sich. So ist in einigen der betroffenen Gebiete im Norden Namibias sauberes Wasser Mangelware. Ein Großteil der Einwohner benutzt das verschmutzte Flutwasser auch zum Trinken und Kochen, da ihnen oft kein anderer Ausweg bleibt.

Viele Menschen, die wir in den Überschwemmungsgebieten versorgen, leiden unter Durchfall- und Hauterkrankungen. Schmutz und Keime, mit denen die Menschen zwangsläufig über das Wasser in Berührung kommen, machen diese Leiden zu typischen Krankheitsbildern nach einer Flutkatastrophe.

Die Not bleibt weiterhin groß. Entsprechend schnell bilden sich lange Patientenschlangen nach der Ankunft des humedica-Teams. Foto: humedica

Ein wachsendes Problem stellt zurzeit Malaria dar. Moskitos, durch deren Stich Malariaerreger übertragen werden, finden in den stehenden Flutwasserflächen eine ideale Brutstätte um sich unkontrolliert zu vermehren. Daher besteht die Gefahr, dass sich die lebensbedrohliche Krankheit in den Flutgebieten Namibias stärker ausbreitet.

Bronchitis, Mandelentzündung, infizierte Wunden und Wurmerkrankungen sind darüber hinaus weitere verbreitete Beschwerden, von denen vor allem Kleinkinder und alte Menschen häufig betroffen sind.

Vom Krankenhaus aus machen wir uns gemeinsam mit den lokalen Schwestern auf den Weg in das entlegene Dorf Eloolo, das etwa fünfzig Kilometer entfernt von Oshakati liegt. Die letzten zehn Kilometer „Straße“ stellen sich als mühsam zu befahrender Feldweg heraus.

Wir arbeiten bis zum Sonnenuntergang in einem zur Klinik umfunktionierten Klassenzimmer. Als es in dem Raum zu dunkel wird, muss die Behandlung der restlichen Patienten unter freiem Himmel stattfinden.

Die Anstrengungen dieses Tages haben sich gelohnt. Am Abend blicken wir auf 110 Patienten, die wir in Eloolo mit unserer medizinischen Versorgung erreichen konnten.

Die entlegenen Dörfer der „outreach points“ werden zwar regelmäßig von einem Team aus einheimischen Schwestern angefahren um eine Basisversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Einen Arzt gibt es dort aber nie.

Umso mehr freuen sich die Patienten, ebenso wie die Schwestern über die außergewöhnliche Gelegenheit, ärztliche Hilfe von unserem Teammitglied Dr. Markus Hohlweck zu erhalten.

Hand in Hand mit den einheimischen Pflegekräften gegen das Leid der Betroffenen. Katharina Plenk mit einer lokalen Krankenschwester. Foto: humedica

In persönlichen Gesprächen erleben wir die Freude und Überraschung der Schwestern und Patienten darüber, dass Menschen wie wir viele tausend Kilometer zurücklegen, um Anteil am Schicksal der namibischen Bevölkerung zu nehmen.

Am Ende eines weiteren langen Tages brachte es Schwester Bomerblie aus Okaku schließlich auf den Punkt: ‚Es ist so schön zu wissen, dass wir uns in Zeiten schwerer Not begegnen und die Solidarität zwischen den Menschen spüren.’

Liebe Freunde und Förderer. Der Hilfseinsatz von humedica in Namibia findet mit großzügiger Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland statt.

Trotzdem sind wir auch auf Ihre Hilfe angewiesen, um den Flutopfern des Landes weiterhin tatkräftig zur Seite stehen und ihnen über die Zeit der Krise nach den verheerenden Überschwemmungen hinweg helfen zu können.

Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsbemühungen mit einer Spende auf untenstehendes Konto:

humedica e. V.
Stichwort „Fluthilfe Namibia"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Oder unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen mit einer Spende über unser Online-Formular. Gerne können Sie auch eine sms mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90 schicken. Von den abgebuchten 5 Euro, kommen 4, 83 Euro den humedica-Hilfsprojekten zugute. Vielen Dank!

Teamfoto mit einem lokalen Mitarbeiter und den humedica-Koordinatoren. Von rechts: Koordinator Jörg Eich, Koordinatorin Maren Kuchler, Arzt Dr. Markus Hohlweck, Kinderkrankenschwester Katharina Plenk, Medizinstudentin Daniela Kampmeyer. Foto: humedica

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