Besondere Lieferung für Christian Nambuli

von Maren Kuchler/RBU, 09.08.2011

Die inzwischen nach Deutschland zurückgekehrte humedica-Koordinatorin für Namibia, Maren Kuchler, verfasste vor dem Antritt ihrer Heimreise noch einen Bericht über eine Einzelhilfe, die ihr besonders nahe ging. Zufällig begegnete sie Christian Nambuli, trug sein Anliegen vor und innerhalb kürzester Zeit konnte seine Not zumindest gelindert werden.

Von Mai bis August diesen Jahres arbeitete Maren Kuchler mit humedica in Namibia. Foto: humedica

„Bei einer Hilfsgüterverteilung vor mehreren Wochen haben wir Christian Nambuli kennengelernt. Er ist 73 Jahre alt, seine Frau ist bereits gestorben und er lebt gemeinsam mit seinen vier Kindern und fünf Enkelkindern im Norden Namibias, nur wenige Kilometer von der angolanischen Grenze entfernt.

Die diesjährige Flut hat ihn und seine Familie, so wie zahlreiche andere, schwer getroffen: Hütten standen unter Wasser, genauso wie die Felder. Die Ernte ist fast vollständig zerstört, so dass nur ein Sack Hirse geerntet werden konnte.

Wie die zehnköpfige Familie damit bis zur nächsten Ernte in einem knappen Jahr auskommen soll, weiß sie selbst noch nicht. Die umgerechnet 50 Euro Rente, die Christian im Monat bekommt, ist das einzige Einkommen der Familie.

Dazu kommt, dass Christian nun seit 24 Jahren im Rollstuhl sitzt. Als die Flut kam, ist sein Rollstuhl im Schlamm stecken geblieben, die Familie wurde umgesiedelt. Mittlerweile ist das Wasser zwar gesunken und die Hütten können neu aufgebaut werden, da aber um die Hütten herum immer noch Wasser steht, kann er sein Heim seit Monaten nicht verlassen.

Darüber hinaus ist sein Rollstuhl alt und durch das Wasser beschädigt. Außerdem ist der Rollstuhl nicht zusammenklappbar, so dass ihn - wenn er in Ausnahmefällen sein Grundstück zum Beispiel für einen Krankenhausbesuch verlassen will - kein Taxi mitnimmt und er stundenlang erfolglos am Straßenrand wartet.

Die überwältigende Dankbarkeit wegen des Rollstuhls bewegte Maren sehr. Foto: humedica

Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir Christian einen neuen Rollstuhl übergeben konnten. Die Freude ist nicht nur auf unserer Seite groß. Als uns der alte Mann mit dem Rollstuhl sieht, schießen ihm die Tränen in die Augen. Die ganze Familie bedankt sich überschwänglich, mit solch einem Überraschungsbesuch hat niemand gerechnet. Natürlich muss er sofort „testsitzen“.

Bei unserem nächsten Treffen erzählt uns Christian glücklich, dass er sich dank des neuen Rollstuhls nun wieder selbst aufrichten kann. Und er kann mit seinen Freunden mal wieder in das nächste Dorf fahren oder in die Kirche gehen, da sein Rollstuhl jetzt auch im Kofferraum eines normalen Autos Platz hat.

Zum Dank bekommen wir einen riesigen Kürbis geschenkt, eine so herzliche Geste, die uns sehr rührte. So endet ein sehr erfolgreicher Tag in Namibia! Wir wünschen Dir alles Gute, Christian!“

Die Geschichte eines Mannes, dem geholfen werden konnte. Geholfen dank der zahlreichen Unterstützung aus Deutschland, die humedica erfahren durfte und darf. In diesem Fall in Form des gespendeten Rollstuhls.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Hilfsmaßnahmen in Namibia. Vielen Dank, im Namen von Christian Nambuli und allen weiteren Menschen, denen wir mit medizinischer Akuthilfe und der Verteilung von Nahrungsmitteln und Hilfsgütern helfen konnten.

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