„Der Wind ist nicht mein Freund“

von Heinz Allgaier, Stefanie Huisgen, 28.11.2011

Am 2. Mai dieses Jahres hat Heinz Allgaier eine Weltreise der besonderen Art angetreten. Innerhalb von zwei Jahren will er 58.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegen und dabei die ganze Welt durchreisen. Mit der „Tour seines Lebens“ möchte er sich nicht nur den eigenen Herausforderungen stellen, sondern gleichzeitig ein humanitäres Projekt in Südafrika unterstützen, das auch humedica in den vergangenen Jahren immer wieder gefördert hat.

In der Kindertagesstätte in Kapstadt erhalten die Kinder mit Behinderung die liebevolle Zuwendung, die sie brauchen. Foto: Heinz Allgaier

Regelmäßig berichtet Heinz auf seiner Homepage, wie es ihm geht, wo er sich gerade aufhält und wie gut er mit dem Rad vorankommt. Vor kurzem hat er sich in einer persönlichen E-Mail bei humedica gemeldet und von seinen Erlebnissen erzählt:

„Teil eins meiner Reise (von Deutschland nach Südafrika) ist nun abgeschlossen. Meine letzte Station war ein Besuch in der Kindertagesstätte in Kapstadt, der sehr emotional war. Nun hat die zweite Etappe (Panamericana von Süd- nach Nordamerika) meiner Reise um die Welt begonnen.

Ich startete in Buenos Aires vom Atlantik aus, überquerte die Anden und erreichte Vina del Mar am Pazifik, wo ich mich aber nur kurz aufhielt. Von dort radelte ich weiter nach Ushuaia an der Südspitze Lateinamerikas, das ich schon wieder hinter mir gelassen habe. Der Tacho zeigt mir 17.000 Kilometer an - das ist noch nicht einmal ein Drittel meiner geplanten 58.000 Kilometer.

Der Wind ist nicht mein Freund - oftmals bläst er mir mit bis zu 80 Stundenkilometern entgegen und zehrt ordentlich an meinen Kräften. Bei Puerto Natales in Südchile habe ich eine Nacht im Freien verbracht. Doch die Eiseskälte ließ mich nicht zur Ruhe kommen und so schwang ich mich um 4 Uhr morgens wieder auf den Sattel.

Auf dem Weg nach Ushuaia passierte ich das chilenische Valdivia. Dort gibt es eine deutsche Schule, das "Instituto Alemán", in der ich den Schülern eine Erdkundestunde erteilte und von meinen Erlebnissen in Afrika erzählte.

Kleiner Exkurs: Heinz Allgaier beim Erdkundeunterricht an einer deutschen Schule in Chile. Foto: Heinz Allgaier

Das Fazit meiner bisherigen Reise fällt gemischt aus: In den südafrikanischen Hotels war die Unterstützung groß gewesen. Sie hatten mir reihenweise ihre Hotelzimmer zum Nulltarif angeboten, als sie davon erfuhren, dass ich für behinderte Kinder in Kapstadt radle.

Leider sind die Spendeneingänge für das gemeinsame Hilfsprojekt von humedica und Sibongile Day and Night Care Center noch nicht in solch großem Umfang eingegangen wie erhofft. Die Möglichkeit, für die Kinder mit zerebraler Kinderlähmung zu spenden, besteht sowohl auf meiner Homepage, als auch auf der humedica-Homepage.

Leider hat sich auch meine persönliche finanzielle Situation deutlich verschlechtert. Zum einen musste ich ungeplante Ausgaben in Höhe von 2.000 Euro aufgrund von Zahnproblemen in Kauf nehmen. Hinzu kamen noch Flugkosten aus Sicherheitsgründen.

Nun muss ich früher als zunächst geplant einen Sponsor finden, der diese außergewöhnliche Tour, die es so noch nie gegeben hat, unterstützen möchte.

Zum Schluss noch eine kleine Tourvorschau: Mein weiterer Weg wird mich in den nächsten vier Monaten durch Chile, Peru, Ecuador und Kolumbien führen. Auf meiner Homepage halte ich Sie weiterhin auf dem Laufenden und berichte, wie es mir unterwegs ergeht - von starkem Gegenwind, kalten Nächten und der Schwierigkeit, die Radlerehre unter allen Umständen aufrecht zu erhalten.“

Hintergrund: Radeln für südafrikanische Kinder mit Behinderung

humedica engagiert sich für das Sibongile Day & Night Care Centre im südafrikanischen Khayelitsha, einem Ortsteil von Kapstadt, wo Kinder mit zerebraler Kinderlähmung (eine Haltungs- und Bewegungsstörung, die infolge einer Funktionsstörung des Gehirns vor, während oder direkt nach der Geburt auftritt) gepflegt und therapiert werden.

Für Heinz Allgaier war der Besuch in der südafrikanischen Kindertagesstätte ein sehr berührendes Erlebnis. Foto: Heinz Allgaier

Heinz’ Ziel ist es, für jeden zurückgelegten Kilometer einen Euro gespendet zu bekommen und auf diese Weise der von humedica geförderten Kindertagesstätte eine Summe von 58.000 Euro zukommen zu lassen.

Behinderte Kinder und deren Familien werden in vielen Ländern der Welt geächtet - so auch in Südafrika. Eine Behinderung wird als Fluch angesehen, der beim Kontakt mit einem behinderten Menschen überspringt. Daher verstecken Eltern ihre behinderten Kinder im Haus oder setzen sie aus, um nicht von der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.

Wir möchten Kindern, die an zerebraler Kinderlähmung erkrankt sind, zu einem besseren Leben verhelfen. Dafür benötigen wir Ihre Hilfe. Bitte unterstützen Sie Heinz Allgaier und die Hilfsmaßnahmen von humedica in Südafrika mit einer gezielten Spende. Vielen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort „Weltumradelung“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Unterstützen Sie die humedica-Projekte mit einer sms: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in gezielte Hilfsmaßnahmen.

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