„Das ist eine sehr traurige Geschichte“

von Steffen Richter, 18.01.2011

Eigentlich hatte ich schon befürchtet, dass auch das humedica-Projekt betroffen sein könnte, als ich die Bilder von der Katastrophe in Brasilien im Fernsehen gesehen habe“, sagte Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse gestern in einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch gemeinsam mit Vertretern von humedica zur schwierigen Situation in Brasilien.

Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse (Mitte) sprach dem stellvertretenden Geschäftsführer Bernd Herger (links im Bild) und dem zuständigen Sachbearbeiter, Florian Klinner (rechts im Bild), seine Anteilnahme und sein Bedauern über diese Tragödie aus. Foto: humedica/Steffen Richter

Seit mehr als einer Woche haben Unwetter und heftige Regenfälle in der bergigen Region nördlich von Rio de Janeiro zu massiven Erdrutschen, Überschwemmungen und schlimmen Zerstörungen geführt. Die Naturkatastrophe wird in brasilianischen Medien bereits jetzt als die schlimmste in der Geschichte bezeichnet, beklagt die Bevölkerung in der ohnehin ärmlichen Region rund um Nova Friburgo bisher mehr als 600 Tote, hunderte Verletzte, tausende Obdachlose.

Mitten im Katastrophengebiet gelegen ist auch der Projektstandort von humedica in Brasilien. Rund 250 Kinder versorgt das einheimische Team der Kaufbeurer Organisation täglich mit Essen und ebenso medizinisch, weitere Angebote wie Hausaufgabenhilfe, handwerkliche Kurse oder Sprachunterricht und natürlich auch Sport runden die konkrete Hilfe für Kinder ärmlichster Familien in der Region um Nova Friburgo ab.

Oberbürgermeister Stefan Bosse hat seit Jahren ein besonderes Verhältnis zu diesem Projekt, hatte er doch vor vier Jahren die Möglichkeit, diese wichtige Arbeit von humedica mit einer Delegation aus Kaufbeuren persönlich kennenzulernen.

Er zeigte sich tief betroffen von der Nachricht, dass auch Kinder aus der humedica-Tagesstätte unter den Todesopfern sind, einige der Schützlinge haben zudem Eltern oder weitere Familienangehörige verloren. „Die Kleinen müssen uns einfach besonders am Herzen liegen und es macht mich traurig, dass sie wieder hart getroffen werden.“

Obwohl die humedica-Gebäude auch an einem Hang liegen, blieben sie unversehrt und werden mittlerweile von den Helfern der Organisation als Notunterkunft genutzt. Mit zwei Teams und insgesamt neun medizinischen Einsatzkräften aus allen Teilen Deutschlands startete humedica am vergangenen Wochenende nach Brasilien.

Seit einem Tag helfen sie, aufgeteilt in zwei Gruppen, in verschiedenen Notunterkünften, die ihnen von den Verantwortlichen am Ort zugeteilt wurden. „Ich schreibe mit traurigem und schweren Herzen aus Brasilien“, lautet die erste Zeile einer der wenigen Nachrichten, die Geschäftsführer Wolfgang Groß aus Nova Friburgo absetzen konnte.

Erstmals hat uns eine Katastrophe direkt getroffen.“ Er war persönlich sofort bereit, diesen Einsatz mit seiner Erfahrung und seinem Wissen zu unterstützen.

„Die Kleinen müssen uns einfach besonders am Herzen liegen und es macht mich traurig, dass sie wieder hart getroffen werden", äußerte Oberbürgermeister Stefan Bosse seine Betroffenheit. Foto: humedica/Wolfgang Groß

Experten befürchten einen Anstieg der Opferzahlen, wenn alle betroffenen Gebiete in der mitunter schwierig zugänglichen Region erreicht sind; bisher ist das nicht der Fall. „Ich kann die Menschen in unserer Heimatstadt und darüber hinaus nur bitten, die Hilfe von humedica in Brasilien zu unterstützen“, verlieh auch der Oberbürgermeister seiner persönlichen Betroffenheit abschließend Ausdruck.

Bitte folgen Sie diesem Aufruf von Herrn Bosse, unabhängig Ihres Wohnortes. Das humedica-Projekt benötigt unsere Hilfe. Unterstützen Sie uns mit einer Patenschaft, mit einer konkreten Spende über unser Online-Formular oder mit einer Überweisung auf untenstehendes Konto:
      humedica e.V.
      Stichwort "Erdrutsch Brasilien"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte unterstützen Sie uns und somit die Menschen in Brasilien auch durch das Senden einer sms: Stichwort DOC an die 8 11 90 und von den abgebuchten 5 Euro kommen 4,83 Euro unmittelbar der humedica-Projektarbeit zu Gute.

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