Viele Fragen und aufklärende Antworten

von Simone Winneg/RBU, 15.10.2011

Die Angst vor dem Ausbruch einer Seuche ist groß in den Flüchtlingslagern um Dollo Ado. Nachrichten von Cholerafällen in Somalia und Kenia gelangen nach Äthiopien. Flüchtlinge, die von Somalia kommen, könnten den Keim mitbringen und in die Lager einschleppen. Die Folge würde eine weitere Katastrophe in der sich ohnehin abspielenden humanitären Krise bedeuten.

Die erfahrene humedica-Koordinatorin Simone Winneg gibt ihr Wissen an Mitarbeiter verschiedener Flüchtlingscamps weiter. Foto: humedica

Um auf diese Eventualität vorbereitet zu sein, engagiert sich humedica, das verantwortliche medizinische Personal im Umgang mit einer Choleraerkrankung zu schulen. Was ist Cholera? Wie wird es übertragen? Wie wird es behandelt?

Welche Materialien braucht man dafür? Wie errichtet man ein Cholera-Behandlungszentrum? Und was kann vorbeugend getan werden? Wie stoppt man die Ausbreitung? Viele Fragen, auf die wohl die meisten nicht direkt eine Antwort parat haben.

In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und der äthiopischen Flüchtlingsbehörde ARRA, führte humedica in der Vergangenheit im Süden Äthiopiens zwei Trainings für mehr als 40 Teilnehmer aus drei Flüchtlingslagern durch.

Denn die Situation in den Flüchtlingscamps, wo Zelt an Zelt steht und manchmal nur wenig Wasser zur Verfügung steht, wo kein Abwassersystem vorhanden ist und die sanitären Anlagen von sehr vielen Menschen gemeinsam genutzt werden, stellt die perfekte Basis für die Ausbreitung der Seuche dar.

Obwohl bisher - Gott sei Dank - noch keine Cholerafälle in den Flüchtlingslagern selbst vorgekommen sind, ist es umso wichtiger, das medizinische Personal so gut und frühzeitig wie möglich darauf vorzubereiten, damit sie im Falle des Auftretens einer Erkrankung richtig und schnell reagieren können.

humedica trägt mit diesem Training nicht nur zur spezifischen Vorbereitung auf Cholera bei, sondern verbessert auch auf längere Sicht nachhaltig die Kapazitäten und den Wissensstand der lokalen Mitarbeiter in den Camps.

Damit ein schnelles Eingreifen möglich ist, wenn ein Cholerafall bekannt wird, nahmen zahlreiche einheimische Mitarbeiter an den Trainings teil. Foto: humedica/Simone Winneg

Das Engagement von humedica in diesem Training ist kein Zufall: die umfangreichen und über viele Jahre gesammelten Erfahrungen in Cholerasituationen, wie beispielsweise im vergangenen Jahr in Haiti, sind eine große Bereicherung für das Training, um praktische Tipps zu geben und umsetzbare Lösungen für die Herausforderungen in Dollo Ado vorzuschlagen.

Bitte unterstützen Sie unsere Hilfsmaßnahmen am Horn von Afrika weiterhin mit einer Spende. Vielen Dank.

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

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