Die Situation an der äthiopisch-somalischen Grenze bleibt angespannt - Weiterhin kommen täglich neue Flüchtlinge in den Lagern an

von Daria Napieraj, 18.08.2011

Das humedica-Team im Süden Äthiopiens hat in den vergangenen Tagen alle vier derzeit bestehenden Flüchtlingslager besucht und detaillierte Informationen über die dort herrschenden Zustände gewinnen können. Diese Informationen sind Entscheidungsgrundlage für den weiteren Fortgang der Hilfe. Ein Überblick von Koordinatorin Daria Napieraj.

Die Zustände an der äthiopisch-somalischen Grenze sind für tausende Flüchtlinge weiterhin äußerst schwierig. Foto: humedica/Daria Napieraj

In allen Lagern ist noch viel Unterstützung erforderlich. Vor allem in den Lagern Bokolomanyo und Malkadida bestehen noch große Versorgungslücken. Dabei handelt es sich um die beiden größten Flüchtlingscamps im Süden Äthiopiens. Während in dem Lager Bokolomanyo über 37 000 Flüchtlinge leben, sind es in Malkadida sogar fast 40 000 Flüchtlinge.

Obwohl diese beiden Lager schon seit längerer Zeit bestehen, herrschen vor allem im medizinischen Bereich immer noch sehr schlechte Bedingungen. Deshalb wird humedica vorerst an diesen beiden Standorten medizinisch tätig werden.

Für diese extrem hohen Bevölkerungszahlen der Lager gibt es viel zu wenig medizinisches Personal. Hinzu kommt der schlechte Gesundheitszustand in dem sich die meisten der Flüchtlinge befinden, was die ohnehin schon ernste Situation noch einmal erheblich verschärft. Es mangelt vor allem aber an gut qualifizierten Kräften. In beiden Lagern arbeiten so gut wie nie Ärzte in der Gesundheitsstation.

In Malkadida, dem größten Flüchtlingslager, existiert bisweilen nur eine einzige Gesundheitsstaion für 40.000 Menschen. Abgesehen davon, dass diese es nicht schafft, alle Patienten zu behandeln, ist sie für viele Kranke durch die großen Entfernung innerhalb des Lagers kaum erreichbar. Häufig sind die Menschen zu schwach, um den weiten Weg bis zur Krankenstation auf sich zu nehmen.

humedica wird aufgrund des dringenden Bedarfes in Malkadida eine zweite Gesundheitsstation eröffnen. Ein Grundstück auf dem Gelände des Lagers wurde von der Stadtverwaltung bereits zur Verfügung gestellt. Die neu entstehende Gesundheitsstation wird zukünftig nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen. Denn auch die Äthiopier sind stark von der Dürre betroffen und leiden häufig an Unter- und Mangelernährung.

humedica wird sich in bestehenden Flüchtlingscamps langfristig medizinisch engagieren. Foto: humedica/Daria Napieraj

Das Grundstück für die neue Gesundheitsstation stellt eine weitere gute Ausgangsbasis für die Arbeit von humedica dar. Neben der Krankenstation wird das Grundstück Lagerkapazitäten für Medikamente und verschiedene andere Hilfsgüter bieten.

Aufgrund des immer noch bestehenden Flüchtlingsstrom, ist vorerst von keiner Entschärfung der dramatischen Situation auszugehen. Umso wichtiger ist es, dass großer Wert auf die Nachhaltigkeit des Projektes gelegt wird. Zu diesem Zweck soll auch lokales medizinisches Personal geschult werden. Dadurch entsteht die Möglichkeit, dass die Krankenstation nach Entspannung der Lage in lokale Hände übergeben werden kann.

Die medizinische Versorgung im Nachbarlager Bokolomanyo ähnelt der in Malkadida stark. Deshalb wird humedica zukünftig auch dort medizische Hilfe leisten und vorasussichtlich ebenfalls eine zweite Gesundheitsstation für die vielen von Krankheit und Unterernährung betroffenen Menschen errichten.

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