Die Freude über die ankommende Hilfe ist überwältigend

von Florian Klinner/RBU, 01.08.2011

Am gestrigen Sonntag ist der erste humedica-Hilfsflieger im kenianischen Nairobi gelandet. Aus der humedica-Zentrale waren Geschäftsführer Wolfgang Groß und Mitarbeiter Florian Klinner mit an Bord, um die Verteilung der Hilfsgüter zu organisieren und weitere Möglichkeiten der Hilfe zu eruieren. Von dem Transport der Hilfsgüter bis nach Nairobi berichtet Ihnen Florian Klinner.

Geschäftsführer Wolfgang Groß (links im Bild) und Florian Klinner am Flughafen Nairobi. Foto: humedica/Thomas Grabka

"It´s really going to be very cold at your place" - mit diesen Worten schloss der Verlademeister der Fracht die Tür unserer Kabine im Heck der Frachtmaschine nach Nairobi. Unsere Sitze wurden im Vorfeld speziell für diesen humedica-Hilfsflug aus England nach München transportiert.

Dass Passagiere in Frachtmaschinen mitfliegen, komme nicht sehr häufig vor, berichtet der Lademeister weiter. Aus diesem Grund gäbe es auch keine Toilette an Bord, den etwa zwölf Stunden dauernden Flug müssten wir ohne aushalten.

Nachdem wir uns auf den eigens eingeflogen Sitzplätzen eingerichtet hatten, verdunkelte sich die Kabine und etwa nach einer halben Stunde ging es los auf die Rollbahn - viel sehen konnte man aus den kleinen, beschlagenen Luken nicht.

Mit einer Lautstärke, die ich in einem solchen Ausmaß noch nie erlebt habe, drehten die vier Turbinen der Maschine des Bautyps Douglas DC-8 an und hoben den Luftkoloss mit mehr als 30 Tonnen Hilfsgütern in den Himmel und damit auf den Weg ans Horn von Afrika.

Da ein solches Flugzeug, wie gesagt, nicht auf das Mitfliegen von Passagieren im Frachtraum eingestellt ist, existierte auch keine Heizung an Bord, was sehr schnell zu sehr niedrigen Temperaturen führte. Aber was ist die Kälte schon gegen das Leid der hungernden Menschen, für die wir das alles tun, so dass einfach mit Decken, Schlafsäcken und Jacken dagegen angegangen wurde.

Gemeinsames Anpacken beim Entladen des humedica-Hilfsfluges. Foto: humedica/Florian Klinner

Sieben Flugstunden später setzten wir mit einem lauten Schlag in der Stadt Khartoum im Sudan auf, um dort zu tanken. Keiner von uns war auf die Landung vorbereitet, durch die Luken konnten wir kaum etwas erkennen und der Vorgang kam für uns alle sehr abrupt.

Aber auch hier lief alles gut und nach dem Betanken hob die Frachtmaschine erneut ab, um schließlich um 7 Uhr Ortszeit (Anmerkung: 6 Uhr mitteleuropäischer Zeit) auf dem internationalen Flughafen von Nairobi zu landen und somit das Ziel des Fluges zu erreichen.

Sofort kamen viele sehr engagierte Flughafenangestellte zum Entladen der Maschine und dem Willkommenheißen. Immer wieder sagten sie uns, wie sehr sie sich freuten, dass wir ihre Landsleute unterstützen und wie dankbar sie dafür seien.

In dem Beisein von der Ministerialbeauftragten Esther Murugi Mathenge, die in Kenia für die Bekämpfung der Hungersnot verantwortlich ist, und dem Vizepräsidenten, Seiner Exzellenz Stephen Kalonzo Musyoka, wurden unsere Hilfsgüter entladen und das weitere gemeinsame Vorgehen besprochen.

Zunächst ist ein erster Besuch der Region Turkana geplant, im Norden Kenias. In dieser Region befinden sich laut unserer bisherigen Kenntnisse hauptsächlich inländische Flüchtlinge, also Kenianer, die selber stark von der Dürre und der Hungersnot betroffen sind.

Am morgigen Dienstag werden sich die Hilfsgüter, die wir dank vieler engagierter Firmen und Privatspender aus Deutschland importieren konnten, dann auf dem Landweg auf die zweite Etappe in Richtung ihres Ziels begeben: in die derzeit die meisten Flüchtlinge der Welt fassende Region Dadaab.“

Gemeinsames Checken und Besprechen mit der Ministerialbeauftragten Esther Murugi Mathenge und Vizepräsidenten, Seiner Exzellenz, Stephen Kalonzo Musyoka. Foto: humedica/Thomas Grabka

Liebe Freunde und Förderer unserer Arbeit, wir sind selber immer wieder tief berührt von all der Unterstützung, die uns zuteil wird und dem Vertrauen, welches Sie unserer Arbeit entgegenbringen. Vielen Dank für all Ihre Hilfe bis hier. Bitte stehen Sie auch weiterhin an unserer Seite.

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ebenso können Sie über unser Online-Formular für unsere Hilfe am Horn von Afrika spenden oder uns mit einer sms unterstützen: senden Sie das Stichwort DOC an die 8 11 90 und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Katastrophenhilfe. Vielen Dank!

Für die Ermöglichung und Unterstützung bei diesem Hilfsflug danken wir insbesondere Sternstunden e.V. und dem Münchner Flughafen, sowie allen Spenderfirmen. Darüber hinaus ein herzliches Dankeschön an Apotheker helfen e.V. und an das Medikamenen-Hilfswerk action medeor.

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