Ein Blick zurück

von Judith Kühl, 25.07.2011

Während das zweite medizinische Team von humedica seine Arbeit in Äthiopien aufnimmt, kehrt Judith Kühl mit ihren Kollegen gerade nach Deutschland zurück. Zwei Wochen lang war die 25-Jährige für uns als Medienkoordinatorin im Einsatz.

Gemeinsam mit einem Team von Ärzten und medizinischem Personal war sie in Flüchtlingslagern in von Dürre und Hungersnot betroffenen Regionen um Jijiga und Dolo tätig. In ihrem letzten Bericht wirft sie einen Blick zurück auf den Hilfseinsatz ihres Teams und das Schicksal der Menschen in den Flüchtlingscamps.

Judith Kühl war mit dem humedica-Team zwei Wochen in Flüchtlingslagern tätig und berichtete uns aus Äthiopien. Foto: humedica

“Afrika ist für uns Deutsche oft gleichgesetzt mit Hunger, Armut und Elend. Oft wurde ich während des Einsatzes aus Deutschland gefragt, ob die Situation in Äthiopien wirklich so katastrophal ist, wie seit einigen Wochen berichtet wird:

Ist die Hungerkatastrophe etwas Neues am Horn von Afrika? Nein, denn viele Menschen leiden seit Jahren unter massiver Armut und Unterernährung. Das sind keine neuen Probleme.

Trotzdem bestätigen meine Eindrücke an der somalischen Grenze, dass die aktuelle Entwicklung der Situation in Dolo katastrophal ist. Die ohnehin lang andauerende Krise hat sich innerhalb der vergangenen Wochen deutlich verschärft.

Viele Flüchtlinge sind geschwächt und krank. Besonders kleine Kinder schweben häufig zwischen Leben und Tod.

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge sind katastrophal. Vor und in den riesigen Zeltlagern wird dringend umfassende Hilfe gebraucht, vor allem medizinische Soforthilfe.

Als erstes Team von humedica im Hungerhilfeinsatz haben wir unter der Leitung von Koordinator Robert Wunderlich viele Flüchtlingslager besucht, notleidenene Menschen getroffen und Gespräche mit Behörden und verantwortlichen Medizinern geführt.

Geschwächt und krank von Hunger und Strapazen erreichen die Flüchtlinge die Camps um Dolo. Foto: humedica/Judith Kühl

Jetzt haben wir einen ersten Überblick über die Flüchtlingslager um Dolo. Wir kennen die Orte, wo unsere Hilfe am nötigsten gebraucht wird. In Abstimmung mit der bereits angelaufenen Hilfe vor Ort durch andere Organisationen, beginnt mit dem neu eingetroffenen humedica-Team die deutsche Hilfe in Dolo. Als Team freuen wir uns, dass wir die Grundlagen dafür legen konnten.

Bereichernd und hilfreich war für uns die Zusammenarbeit mit unserem Partner der Kindernothilfe, die großzügige Unterstützung beim Transport durch helimission in Äthiopien und die Unterbringung bei Save The Children in Dolo.

Unser Koordinator Robert Wunderlich wird noch einige Tage in Dolo bleiben, um das zweite Team beim Einarbeiten in Dolo zu unterstützen.

Nur nebenbei haben wir mitbekommen, wie sehr die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika in Deutschland Beachtung findet. Viele Spenden sind bereits eingetroffen. Viel Hilfe kommt bereits durch das Einfliegen von Medikamenten und Ärzten sowie erste Hilfsgüterlieferungen an.

Wenn wir den notleidenen Menschen hier in die Augen sehen und ihnen mit den bereitgestellten Mitteln aus Deutschland helfen können, sind wir zutiefst dankbar für die großzügige Unterstützung.

Jede Spende ist Teil der Hilfe am Ort. Wir wünschen dem neuen Team Gottes Segen für die kommenden Wochen in Dolo. Herzliche Grüße vom ersten Team - Robert Wunderlich, Dr. Irmgard Harms, Prof. Dr. Bernd Domres, Judith Kühl und Matthias Gerloff"

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland dringend um konkrete Hilfe für die Menschen am Horn von Afrika in Form einer Online-Spende oder durch eine Überweisung auf das Konto:

      humedica e. V.
      Stichwort "Hungerhilfe Afrika"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ebenso können Sie uns mit einer sms unterstützen: senden Sie das Stichwort DOC an die 8 11 90 und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Katastrophenhilfe. Vielen Dank!

Die Hilfe von humedica geschieht nicht nur in enger Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe und der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin, sondern wird auch unterstützt von Sternstunden e. V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, BILD hilft e. V. "Ein Herz für Kinder" und Apotheker helfen e.V.

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