Wenn der Regen ausbleibt

von Katja Weber/RBU, 03.08.2011

Wenn der Regen ausbleibt, die Ernte verdorrt und die Viehbestände sterben, weder Nahrung noch Trinkwasser zur Verfügung stehen, bleibt den Menschen keinerlei Grundlage zum Überleben. humedica-Landeskoordinatorin Katja Weber hat bereits vor längerer Zeit ihr Herz an Kenia verloren und dementsprechend bewegt sie die momentane Situation der Menschen am Horn von Afrika besonders stark.

Ihrer Lebensgrundlage beraubt, spitzt sich die Situation der Menschen am Horn von Afrika stetig zu. Foto: humedica/Katja Weber

Gemeinsam mit humedica wird sie in den kommenden Monaten in Kenia tätig sein, um den Menschen aus ihrer unverschuldeten Not zu helfen. Durch die Verteilung der ersten Hilfsgüter sind die ersten Schritte bereits getan, wie die junge Frau aus Baden-Württemberg in ihrem Bericht schreibt.

„Von Weitem leuchten die gelben Wasserkanister in der sonst so eintönigen, kargen Umgebung. Die zwei jungen Mädchen am Brunnen müssen ihre provisorischen Eimer rund vier Meter tief in das Bohrloch senken, um an Wasser zu gelangen. Das oberirdische Brunnenbecken ist längst ausgetrocknet.

Die Provinz Wajir im Nordosten Kenias bewohnen etwa 620.000 Menschen. Die meisten von ihnen leben von Viehzucht und Ackerbau. Besser gesagt - sie versuchen davon zu leben, denn der Regen blieb dieses Jahr bisher komplett aus. Und damit vertrocknet die Grundlage für ihr Einkommen.

Kilometer um Kilometer laufen sie mit ihren Viehherden, um noch ein wenig Gras für die Kühe und Ziegen zu finden. Wie sollen sie da ihre Familien versorgen, und womit? Jetzt kauft niemand mehr die dürren Kühe. Ein Drittel der Viehbestände ist bereits verdurstet, jede fünfte Ziege bitterlich verendet.

Die Menschen sind auf Hilfe von außen angewiesen, auf internationale Hilfe. In Kulaley rollt wöchentlich ein Tanklastwagen mit Wasser an. Das Wasser wird in Mulden geleitet, die mit Planen ausgelegt sind. Jede Familie darf reihum ihre 20 Liter fassenden Kanister füllen.

20 Liter Wasser für die gesamte Familie. In Deutschland verbraucht eine Person im Durchschnitt mehr als 100 Liter pro Tag. Foto: humedica/Katja Weber

Eine zusätzliche Hilfe leistete humedica am vergangenen Dienstag. Zwei Tonnen Hilfsgüter wurden verteilt, speziell an Mütter mit ihren Kindern: Flüssige Babynahrung, Anfangs- und Folgemilch für Säuglinge, deren Mütter nicht stillen können und Gläschen mit Kindernahrung. Die Güter waren ein Teil des humedica-Hilfsflugs, der am Sonntag in Kenia angekommen ist.

Wie bei der Begrüßung am Flughafen zugesagt, haben es sich der kenianische Vizepräsident Stephen Kalonzo Musyoka und die Ministerin für spezielle Projekte, Esther Murugi Mathenge, nicht nehmen lassen, am Ort der Verteilung im Norden Kenias dabei zu sein.

Sie unterstützten Geschäftsführer Wolfgang Groß und das humedica-Team tatkräftig bei der Organisation und der Durchführung der Verteilung. In einer kurzen Ansprache dankte der Vizepräsident allen Kenianern und der internationalen Gemeinschaft für ihren Beitrag zur Linderung der Not.

Vor allem kleine Kinder brauchen dringend Unterstützung. Deswegen bin ich froh, dass humedica mit Nahrung gekommen ist,“ betonte Musyoka abermals seine Dankbarkeit für die Hilfe aus Deutschland."

Den vielbesagten Tropfen auf den heißen Stein bedeutet diese erste humedica-Verteilung im Hungergebiet am Horn von Afrika. Unterstützen Sie uns bitte auch weiterhin bei unseren Einsätzen, stärken Sie die Menschen am Horn von Afrika mit Ihrer Spende. Vielen Dank.

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sie können unkompliziert, schnell und sicher auch mit dem Senden einer sms zu den Hilfsmaßnahmen beitragen: Stichwort DOC an die 8 11 90 senden und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Katastrophenhilfe.

Insbesondere Kinder brauchen dringend Hilfe. Vielen Dank, dass Sie gemeinsam mit uns gegen den Hunger angehen. Foto: humedica/Katja Weber

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