Licht im Großstadtdschungel durch Essensausgaben

von Katja Weber, 07.09.2011

Der größte Slum von Nairobi - manche sagen, von ganz Afrika - heißt Kibera. Der Name kommt von „kibra“, das bedeutet Wald oder Dschungel. Und es ist wirklich ein Dschungel an Wellblech, in dem knapp eine Millionen Menschen leben.

Vielleicht sind es auch nur 700.000 Frauen, Männer und Kinder, die Statistiker sind sich nicht einig. Für unseren lokalen Partner AMREF ist die genaue Zahl letztlich unbedeutend, denn jeder einzelne kleine und große Patient, der in ihre Integrierte Gesundheitsstation mitten im Slum kommt, ist den Kollegen dort wichtig.

Wellblech an Wellblech: der größte Slum Nairobis, in dem humedica gemeinsam mit AMREF ein Ernährungsprogramm startete. Foto: humedica/Katja Weber

Am Montag, 05. September 2011, hat humedica gemeinsam mit der Partnerorganisation AMREF in Kibera ein Ernährungsprojekt im Rahmen der Hungerhilfe am Horn von Afrika gestartet. Zwar liegt Nairobi außerhalb des Krisengebiets - aber in Kibera sind die Auswirkungen dennoch deutlich spürbar.

Immer mehr Menschen strömen in den Slum, sie kommen aus den trockenen Hungergebieten, sie suchen Essen, Arbeit und ein besseres Leben. Und landen zunächst in dem Großstadtdschungel.

172 unterernährte Kinder betreut AMREF zurzeit in der Gesundheitsstation. Sicher nur ein Bruchteil derer, die in einer der Baracken im Slum hausen. Einige Kinder sind wahrhafte Wunder Gottes. Zum Beispiel Ruth und Kennedy: Sie wurden als Zwillinge zu früh geboren, die Mutter hat sie Zuhause auf die Welt gebracht. Zuhause heißt, in der winzigen Wellblechhütte ohne Fenster, Strom oder fließend Wasser, vermutlich auch ohne Bett.

Als ein von AMREF beauftragter Community Health Worker (Anmerkung: eine Art freiwilliger Gemeindepfleger) Ruth und Kennedy das erste Mal sah, waren sie bereits sechs Wochen alt und wogen gerade einmal 1,2 beziehungsweise 1,1 Kilogramm. Heute, mit sieben Monaten, wiegen die beiden schon beachtliche 5,6 und 6,2 Kilogramm.

Ihre Mutter hat Aids, nach den bisherigen Tests scheinen die Zwillinge aber HIV-negativ zu sein. Ähnlich ist es bei der kleinen Ann: Ihre Mutter hat ebenfalls Aids. Bei Tests während der Schwangerschaft hat sie erfahren, dass sie sich mit dem Virus angesteckt hat. Ann ist ihr erstes Kind und sie ist überglücklich, dass die Kleine dreimal HIV-negativ getestet wurde.

Sie hat das Baby sechs Monate lang gestillt, hatte dann aber zu große Angst, die Krankheit auf die Kleine zu übertragen. Für gekauftes Essen und Trinken ist wenig Geld da; Ann ist inzwischen ein Jahr alt und wiegt sechs Kilogramm.

Die freiwillige Helferin bringt mit der Essensausgabe Licht in das Dunkel des Großstadtdschungels. Foto: humedica/Katja Weber

Für Kinder wie Ann, Ruth und Kennedy werden in den nächsten sechs Monaten Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Alle zwei Wochen kommen die Mütter mit den Kindern in die integrierte Gesundheitsstation, erhalten mit Öl angereichertes Maismehl und aus Deutschland gespendete Babynahrung: Brei für Kleinkinder, Babymilchpulver und energiereiche Nahrungsergänzungsmittel.

Geduldig erklärt die Ernährungsexpertin immer wieder, wie der Gemüsebrei zu füttern und das spezielle Milchpulver anzurühren ist. Sie bringt mit ihrer freundlichen Art und den Essensgaben ein wenig Licht in den Großstadtdschungel.

Vielen Dank für diesen Hoffnungsschimmer, den wir dank Ihrer Unterstützung aus Deutschland zu den Menschen am Horn von Afrika bringen können. Bitte unterstützen Sie die Hilfsmaßnahmen von humedica in Ostafrika weiterhin mit einer gezielten Spende. Vielen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Projekte.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×