Die Situation am Horn von Afrika bleibt dramatisch - humedica-Team wird Standort wechseln

von Judith Kühl, 15.07.2011

Seit Mitte der Woche ist das humedica-Ersteinsatzteam im äthiopisch-somalischen Grenzgebiet nahe der Stadt Jijiga präsent. Koordinatorin berichtet von ihren ersten Eindrücken. Die Situation am Horn von Afrika bleibt dramatisch.

Insbesondere Frauen und Kinder sind der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika schutzlos ausgeliefert. Foto: humedica/Judith Kühl

Die größeren Kinder lachen, als wir das Flüchtlingslager betreten. Die kleinen verstecken sich schüchtern hinter ihren Müttern. Fremde sind hier! Hilfe von außen haben die Menschen hier schon lange nicht mehr gesehen. Seit längerer Zeit leben sie hier im Grenzgebiet zu Somalia, ihrem Heimatland. Als sie von dort vor dem Hunger flohen, hofften sie hier auf ein besseres Leben.

Doch der Hunger macht an der Grenze zu Äthiopien nicht Halt. Die Menschen sind von der Dürre stark betroffen. Es fehlt an sauberem Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. Vor allem die Kinder leiden unter den schrecklichen Lebensbedingungen. Unterernährung und Krankheiten sind Folgen, die besonders kleine Kinder schwächen.

Hada ist eines der Mädchen. Ihr Kopf zeigt die Leidensgeschichte der vierjährigen. Etwa 10 Entzündungsherde am Kopf, geschwollene Lymphknoten: Zeichen der mangelnden Abwehrkräfte ihres Körpers. Hadas trüber, leerer Blick verrät ihre fiebrige Schwäche. Mit einer mobilen Klinik unterwegs konnten wir Hadas Entzündungen reinigen und behandeln, ihr Medikamente verschreiben, die ihr Immunsystem unterstützen.

Wie Hada leiden viele kleine Kinder hier still und leise. Sie verstecken sich, wenn Fremde in das Flüchtlingslager kommen hinter den Gewändern ihrer Mütter. Sie sind es nicht gewohnt, dass Hilfe von außen kommt.

Als humedica-Team sind wir zur Zeit in verschiedenen Flüchtlingslagern im Norden der Region Somali unterwegs, um uns einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen und mit einer mobilen Krankenstation zu behandeln.

Weil die Situation in den südlichen Landesteilen aber noch dramatischer ist, werden wir in den nächsten Tagen unsere Aktivitäten auch auf Flüchtlingslager im Süden der Region ausweiten beziehunsweise dorthin verlegen.

Unser Engagement erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe e. V. und mit freundlicher Unterstützung von Sternstunden e. V., der Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks: Herzlichen Dank für die großartige Hilfe und gute Zusammenarbeit.

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland dringend um konkrete Hilfe für die Menschen am Horn von Afrika in Form einer Online-Spende oder durch eine Überweisung auf das Konto:

      humedica e. V.
      Stichwort "Hungerhilfe Afrika"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ebenso können Sie uns mit einer sms unterstützen: senden Sie das Stichwort DOC an die 8 11 90 und von den abgebuchten 5 Euro fließen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Katastrophenhilfe. Vielen Dank!

Das humedica-Ersteinsatzteam in Äthiopien (von links): Prof. Dr. Bernd Domres (Tübingen, Präsident der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin), Koordinator Robert Wunderlich (Tübingen), Medienkoordinatorin Judith Kühl (Lich/Dortmund), Dr. Irmgard Harms (Hindelang) und Krankenpfleger Matthias Gerloff (Ammerbuch). Foto: humedica

Hinweis für Medienvertreter: Wir bieten interessierten Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, unser medizinisches Hilfsteam in Äthiopien bei ihrer Arbeit zu begleiten. Zudem stehen die Einsatzkräfte bei Interesse für Telefon- und Live-Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich bei Interesse über folgende Kontaktdaten an humedica-Pressesprecher Steffen Richter.

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