Helfen, wo sonst keiner hilft

von Katja Weber/SHU, 07.11.2011

Das Drama, das sich in Dadaab im großen Stil abspielt, läuft an vielen Orten Kenias im Kleinen. Zum Beispiel im Distrikt Benane im Nordosten Kenias: Etwa 160 Kilometer westlich des größten Flüchtlingscamps der Welt sammeln sich seit zwei Monaten somalische Kenianer an einem Ort, den sie Den-Nuro genannt haben.

Eine 20-jährige Frau mit ihren zwei Kindern in Benane. Foto: humedica/Katja Weber.

Sie sind aus ihrer Heimat geflohen, weil ihre Ziegen, Kühe und Kamele gestorben waren. Sie haben ihr bisschen Hab und Gut hinter sich gelassen in der Hoffnung, irgendwo ein besseres Auskommen zu finden. Etwa 1.000 Menschen sind es inzwischen; hauptsächlich Frauen und Kinder treffen wir in dem provisorischen Camp an. Die Männer sind unterwegs, versuchen irgendwo ein wenig Geld für Lebensmittel zu verdienen.

Es ist nicht die einzige Flüchtlingssiedlung in der Gegend. Während unserer zweitägigen Erkundungstour hören und sehen wir immer wieder, wie die lokale Bevölkerung vor die Herausforderung gestellt wird, das Wenige, was ihnen selbst nach der jahrelangen Trockenheit geblieben ist, mit den ankommenden Flüchtlingen zu teilen.

Für die Menschen in Den-Nuro ist hingegen wirklich dramatisch, dass es in dieser Gegend bisher keine Hilfsorganisationen gibt, die sich um Infrastruktur, Lebensmittel, Wasser, Latrinen, Schulen, medizinische Versorgung oder Zeltplanen für die Regenzeit kümmern.

Genau hier möchte humedica gemeinsam mit dem Partner World Concern helfen: Ein sechsmonatiges Projekt soll in einem Gebiet nördlich von Garissa die medizinische Basisversorgung sichern und Wasser für die rund 30.000 Menschen erreichbar machen. Dafür werden vier Gesundheitszentren gebaut und mit Medikamenten ausgestattet, die von ausgebildeten Krankenschwestern verschrieben werden.

Kinder holen Wasser aus Löchern, die zuvor ins ausgetrocknete Flussbett gegraben wurden. Foto: humedica/Katja Weber.

Mangelernährte Kinder und Mütter werden mit hochkalorischen Lebensmittelrationen versorgt. Neben den Gesundheitszentren werden Latrinen und Handwaschbecken gebaut - ein erster Schritt, um die Hygiene zu verbessern. Es werden Wassertanks angeschafft, Bohrlöcher und Brunnen instandgesetzt oder neu gebaut und Regenrinnen installiert, um das wertvolle Wasser in der Regenzeit zu sammeln.

Außerdem werden drei Geländewagen im Einsatz sein, die humedica mit Unterstützung der Stiftung Sternstunden e.V. gekauft hat. Eine großartige Verbesserung in der trockenen, sandigen Steppe, in der außer dem Auto des Distriktverwalters nur Eselkarren unterwegs sind.

Die Maßnahmen werden allen Bewohnern dieser verlassenen Gegend helfen: Denen, die schon immer in einfachsten Verhältnissen hier leben, den Flüchtlingen, die aus anderen Gebieten Kenias gekommen sind, und den somalischen Flüchtlingen, die ihr Land verlassen haben.

Bitte tragen Sie mit einer gezielten Spende dazu bei, dass humedica auch an entlegenen Orten helfen kann. Vielen Dank!

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×