Eröffnung einer zweiten Gesundheitsstation in Melkadida

von Simone Winneg/SHU, 08.11.2011

Seit fast zwei Jahren ist Dollo Ado ein Zufluchtsort für somalische Flüchtlinge. Krieg, Unsicherheit, Dürre und der Verlust ihres Lebensunterhaltes trieben die Somalis dazu, ihr Heimatland zu verlassen und hier in Äthiopien Zuflucht zu suchen. Inzwischen sind es in der Region um Dollo Ado mehr als 130.000 Somalis, die in Notunterkünften und unter widrigen Bedingungen leben.

Koordinatorin Simone Winneg bei einer Lagebesprechung in Melkadida. Foto: humedica/Sureka Dharuman

Melkadida ist das größte der vier Flüchtlingscamps in der Region. Mit mehr als 40.000 Einwohnern und einer Fläche von fast 180 Hektar ist es schon fast eine mittelgroße Stadt. humedica-Ärzteteams arbeiten hier seit August mit Hochdruck an der medizinischen Versorgung der Flüchtlinge.

Bisher waren sie in der Krankenstation von ARRA tätig, in enger Zusammenarbeit mit Regierungsmitarbeitern. Doch reicht eine Krankenstation für 40.000 Menschen aus, die noch dazu genau am Ende des Camps liegt?

Besonders Müttern mit mehreren Kindern ist der Weg zum Health Center (Gesundheitszentrum) oft zu lange und zu beschwerlich. Sie bleiben mit ihren kranken Kindern zuhause und hoffen auf Besserung. Erst wenn es ganz schlimm ist - wenn das Kind hoch fiebert oder die Krankheit weit fortgeschritten ist - nehmen sie den weiten Weg auf sich.

Nach fast zwei Jahren hat sich nun diese heikle Situation verbessert. humedica konnte im Flüchtlingscamp eine zweite Gesundheitsstation eröffnen. Seit zwei Wochen behandeln unsere Ärzte und Krankenschwestern am entgegen gesetzten Ende des Camps täglich circa 60 bis 80 Patienten.

Kinder mit hohem Fieber oder Atemwegserkrankungen, aber auch viele mit Durchfallerkrankungen und Pilzerkrankungen kommen zu uns und suchen Hilfe. So werden viele Patienten mit akuten Beschwerden bei uns behandelt, darunter Kinder mit über 40 Grad Fieber, stark dehydrierte Kinder oder Kinder mit frischen Verletzungen.

humedica-Arzt Gabriel Labitzke untersucht ein blindes Mädchen, das an einer Hauterkrankung leidet. Foto: humedica/Sureka Dharuman

Doch unsere Ärzte sehen auch immer wieder „alte“ Erkrankungen. Farhiya, zwei Jahre alt, ist schon vor mehr als einer Woche ins Kochfeuer gefallen und hat sich dabei schwer verbrannt. Mit traditionellen Heilmethoden wollte die Mutter die Verbrennungen behandeln, doch leider hat sich die Wunde infiziert.

An einem der ersten Tage nach der Eröffnung erschien Farhiya bei uns. Ihre Mutter hat noch fünf weitere Kinder. Der Weg bis zur Gesundheitsstation war Farhiyas Mutter zu weit und sie hatte gehofft, dass noch alles gut wird. Erst seitdem sich humedica in ihrer Nähe aufhält, hat sie sich auf die Suche nach medizinischer Hilfe begeben.

Durch Säubern und kontinuierliche Verbandswechsel ist nun, nach zehn Tagen, der Großteil von Farhiyas Wunden fast zugeheilt. Mutter und Kind sind sehr glücklich über die Besserung.

In Kooperation mit ARRA wird sich die Hilfe, die humedica in Melkadida leisten kann, in den kommenden Wochen und Monaten weiter ausweiten: Die Einführung einer routinemäßigen Impfung für alle Kinder in unserer neuen Gesundheitsstation soll die Impfdeckung stärken. Zudem soll die Versorgung der Flüchtlinge langfristig mithilfe einer kleinen Geburtsstation sowie einem kleinen Bettentrakt verbessert werden.

Für diese wichtigen Pläne brauchen wir weiterhin Ihre Hilfe, liebe Freunde und Förderer. Unterstützen Sie bitte weiterhin unsere Tätigkeiten in der Krisenregion um Dollo Ado.

Herzliche Grüße aus Melkadida und Gottes Segen

Simone Winneg

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

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