Die Choleraepidemie in Haiti bleibt für die Menschen eine ernste Bedrohung

von Klaus Ruhrmann, 25.07.2011

Kaum mit Worten zu beschreiben, die Bilder der ausgehungerten Menschen in Afrika. Gedanklich begleite ich die humedica-Einsatzteams, die mit großem Engagement und unter schwierigsten Bedingungen die Menschen am Horn von Afrika mit Nahrung versorgen und medizinische Hilfe leisten.

Klaus Ruhrmann (rechts) mit Dr. Stephan Kusick vor dem ambulanten Behandlungszelt für Cholerabetroffene in Drouin. Foto: humedica

Im Schatten der Katastrophe in Afrika wollen wir die humedica-Helfer und die Choleraepidemie in Haiti nicht vergessen.

In Haiti sind in den letzten vier Wochen mehr als 400 Menschen an der Cholera gestorben. Nach neuesten Zahlen aus dem Ministerium für Gesundheit und Bevölkerung (MSPP) fielen seit Oktober vergangenen Jahres bis Anfang Juli 2011 fast 6.000 Menschen der bakteriellen Infektion zum Opfer.

Insgesamt sind seit Beginn der Epidemie nach offiziellen Daten 388.958 Personen erkrankt, 207.000 Infizierte mussten stationär behandelt werden. Die meisten Todesopfer gab es dabei in der Abteilung West, einschließlich Port-au-Prince: 1.363 Menschen überlebten nicht.

Den Menschen in Haiti fehlt es nicht nur an sauberem Trinkwasser, sondern auch an der dringend nötigen Sensibilisierung in Hygienefragen, um die Cholera nachhaltig einzudämmen.

Das humedica Team versorgt in Drouin (Artibonite), in enger Kooperation mit der UN, ein so genanntes Cholera-Treatment-Center mit acht Betten in einem Zelt und einer Station mit fünf bis sieben ambulanten Behandlungsplätzen.

Mit der wöchentlichen mobilen Klinik erreicht das humedica-Team die Menschen in den fast unzugänglichen Gebieten in der Gemeinde Grande Saline zur allgemeinmedizinischen Versorgung, Sensibilisierung in Hygienefragen und entsprechender Motivation zu besserer Vorbeugung.

Zur Trinkwasseraufbereitung verteilen wir Aquatabs und zeigen den Besuchern auf Bildtafeln deren optimale Anwendung. Insgesamt muss man leider feststellen, dass diese Epidemie längst nicht eingedämmt ist und die Betroffenen auch weiterhin dringend auf unsere konkrete Hilfe und Erfahrung im medizinischen Umgang mit Seuchen angewiesen bleiben.

      humedica e.V.
      Stichwort "Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe. Gerne können Sie uns auch über unser Online-Formular mit einer Spende unterstützen. Vielen Dank!

Klaus Ruhrmann (65, Rheda-Wiedenbrück) ist erfahrener Fachkrankenpfleger, der in wenigen Tagen bereits zum wiederholten Male in einen mehrwöchigen Einsatz nach Haiti geht. Dort wird er die hier vorgestellten Cholera-Hilfsmaßnahmen in Drouin leiten.

Cholera ist besonders für ohnehin geschwächte Personengruppen gefährlich: Kinder, Frauen, ältere und vorerkrankte Menschen. Foto: humedica

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