Die Geschichte hinter dem Bild: Warten auf Arbeit in Jijiga

von Ruth Bücker, 05.12.2011

Viele Augenblicke im Leben stellen ganz besondere Momente dar, die in Erinnerung bleiben und Spuren hinterlassen. Dies können Augenblicke sein, in denen es um die gegenwärtige Situation geht. Dies können aber auch Augenblicke sein, in denen viele Erinnerungen gebündelt werden und die eine Geschichte erzählen, die weit über den einzelnen Augenblick hinausgeht. Die Geschichte hinter dem Bild - dieses Mal aus Jijiga in Äthiopien.

Wir halten vor dem Tor des örtlichen Krankenhauses in Jijiga, der Provinzhauptstadt der Somali-Region. Die Straße vor dem Haupttor ist aufgerissen und es sieht nach einer großen Baustelle aus. Männer mit Schaufeln, Spitzhacken und Schubkarren stehen an die Klinikmauer gelehnt und scheinen eine Pause von den Bauarbeiten zu machen. Doch das ist nur der äußere Schein.

Masern, Malaria, HIV, Tuberkulose und bei der Geburt auftretende Komplikationen sind die häufigsten Behandlungen für das einheimische Klinikpersonal. Die üblichen Fälle, wie der lokale humedica-Mitarbeiter Ibrahim berichtet. Und ebenso üblich ist es, dass Menschen an ihren Krankheiten sterben.

Die von uns zunächst als Straßenbauarbeiter ausgemachten Männer sind für diesen schlimmsten Fall vorbereitet. Ihre Werkzeuge dienen nicht der Bearbeitung der Straße, sondern es sind die Werkzeuge zum Ausheben von Gräbern.

Auf diesem Weg verdienen sich die wartenden Männer ein geringes Einkommen dazu, um ihre Familien unterstützen zu können. Gemeint sind damit nicht nur die eigenen Frauen und Kinder, sondern die Großfamilien, deren Zusammenhalt bezeichnend ist für das äthiopische und somalische Gesellschaftsleben und vermutlich für das der meisten afrikanischen Länder.

Der Tod sei Teil des Lebens, probiert Ibrahim uns das erste Unbehagen zu nehmen, das über die unverhoffte Information kurzweilig Einzug genommen hat. Zwar sei der Tod eines geliebten Menschen nicht weniger schlimm als für Europäer, aber aufgrund der Situation in vielen Teilen Äthiopiens, insbesondere den ländlichen Gebieten, wird anders damit umgegangen und der Verlust wird anders verarbeitet.

Tod und Leben dicht beieinander: Alltag in Zeiten des Hungers am Horn von Afrika. Foto: humedica/Ruth Bücker

Um den Menschen außerhalb der Städte zu helfen, denen der Zugang zu medizinischer Behandlung sonst verwehrt bliebe, plant humedica den Bau einer Gesundheitsstation in der Somali-Region. Bitte unterstützen Sie uns bei diesem Vorhaben und unseren Hilfsmaßnahmen gegen den Hunger am Horn von Afrika mit einer gezielten Spende. Vielen Dank.

      humedica e.V.
      Stichwort „Hungerhilfe Afrika“
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und einfach ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

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