Visite bei Vania

von Judith Kühl/RBU, 21.02.2011

Vor zwei Wochen berichtete Dr. Irmgard Harms aus Brasilien von Vania. Die junge Frau hat durch die Erdrutsche ihr Hab und Gut verloren, über das Verbleiben ihres Mannes wusste sie lange Zeit nichts. Am schwersten jedoch wiegt der Tod ihres Sohnes, der von Schlammlawinen begraben wurde. Wie es ihr geht, berichtet Koordinatorin Judith Kühl.

Koordinatorin Judith mit der jungen Vania, die trotz ihrer Schicksalsschläge wieder lächeln kann. Foto: humedica

„Vania klagt über Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Unsere Ärztin fragt sie nach möglichen Ursachen. Immer wieder schüttelt die 25-Jährige den Kopf. Dr. Irmgard Harms, die seit fast sechs Wochen für humedica in Brasilien arbeitet, kennt die junge Frau inzwischen gut. Seit drei Wochen besucht sie sie regelmäßig.

Durch die verheerenden Erdrutsche im Januar hat Vania ihren Sohn verloren und war selbst, wie ihr Mann, durch die Schlammmassen schwer verletzt worden. Besonders eine infizierte Verletzung am Bein bedurfte der ständigen Versorgung durch das humedica-Team. Heute ist ihr Bein nicht mehr Thema der Behandlung. Alle Schrammen, Kratzer und Wunden an Vanias Körper sind vollständig verheilt. Doch gesund wirkt sie nicht.

Sie kneift mit den Augen. Ihr Gang ist unsicher. Wenn wir mit ihr reden, lächelt sie, doch ihr Blick schweift ins Leere. Starke Kopfschmerzen und Schwindelanfälle häufen sich. Unsere Ärztin stellt viele Fragen, um die Ursache dafür festzustellen. Vania schüttelt den Kopf oder zuckt mit den Schultern.

Dann eine ganz einfache Frage: Braucht Vania eine Brille? Sie nickt. Dr. Harms fragt weiter. Schließlich gibt die junge Frau fast schüchtern zu, dass sie ihre Brille im Schlamm, der innerhalb von ein bis zwei Minuten das Haus ergriffen hatte, verloren hat.

Wir fahren mit Vania zu einem Optiker, um einen Sehtest zu machen. Sie leidet an einer starken Seheinschränkung und ist dringend auf eine spezielle Brille angewiesen. Doch leisten kann sie sich momentan keine. Neben dem schweren Verlust ihres Sohnes, haben Vania und ihr Mann ihren gesamten Besitz verloren. Was wiegt dabei eine Brille?

Auf den ersten Blick vielleicht wenig, doch für Vanias Gesundheit und Lebensqualität sehr viel. Nachdem wir für Vania eine passende Brille beim Optiker bestellen, kennt die junge Frau nur noch ein Wort: „Obrigada!“ - „Danke!“ Nach mehr als sechs Wochen wird sie nun wieder richtig sehen können.

Vania und humedica-Einsatzkräfte beim Optiker. Foto: humedica

Vielen Dank, dass wir durch Ihre Spenden zahlreichen Menschen hier in Brasilien helfen. Unter den vielen war auch Vania, für die Ihre Unterstützung eine große und sehr spezielle Hilfe war.

Mit herzlichen Grüßen aus Nova Friburgo,

Ihre Judith Kühl"

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