Hygieneschulung im Flüchtlingslager Athiéme

von Sven Ramones, 17.01.2011

humedica-Mitarbeiter Sven Ramones reiste vor zehn Tagen nach Benin, um dort bei der Verteilung von Hilfsgütern und Medikamenten zu helfen und unterstützend bei Hygieneschulungen tätig zu sein. Eine dieser Schulungen richtete sich an Flüchtlinge in dem Lager Athiéme.

humedica-Mitarbeiter Sven Ramones mit einem einheimischen Mitarbeiter. Foto: humedica/Karin Uckrow

„Nach einer mehrstündigen Fahrt durch die ländlichen Regionen im Süden Benins erreicht das humedica-Team den Ort Athiéme. Hier, nahe der Grenze zum Nachbarstaat Togo, befindet sich ein Zeltlager des Roten Kreuzes. Etwa 300 Familien haben dort Zuflucht gefunden, nachdem ihnen die Flut bereits vor einigen Monaten ihre Häuser und sämtliches Hab und Gut genommen hat.

Die Enge, die Hitze und das wenige Essen, das die Menschen haben, machen ihnen zu schaffen. Aber es gibt noch ein weiteres Problem. Dort, wo die Flüchtlinge unter einfachsten Umständen nebeneinander leben, leiden bald auch die hygienischen Umstände. Den Bewohnern des Camps mangelt es an den notwendigen Mitteln und oft auch an der entsprechenden Aufklärung um die Umgebung, in der sie leben, sauber halten zu können.

Die Folge sind häufig Krankheiten, die sich unter den bestehenden Bedingungen in einem Flüchtlingslager schnell auf viele Menschen ausbreiten können. 300 Familien - Väter, Mütter und die oftmals große Zahl ihrer Kinder - teilen sich im Camp von Athiéme etwa 30 Latrinen.

Um den Menschen nahezubringen, wie wichtig es für sie ist, das Camp und insbesondere die sanitären Anlagen sauber zu halten, organisierte das humedica-Team in Benin eine Hygieneschulung für die Flüchtlinge.

Als wir das Zeltlager erreichen, begrüßen uns als erstes die Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Innerhalb kürzester Zeit sind wir umgeben von Müttern mit ihren Kindern, die die Ankunft des humedica-Teams schon gespannt erwartet hatten. Wir treffen auch Candide Beacou, einen Gesundheitsberater aus der Region, der sich bereit erklärt hat, an diesem Tag die Hygieneschulung gemeinsam mit humedica durchzuführen.

Mit Bildern können mögliche Sprachbarrieren überwunden und wichtiges Wissen deutlich vermittelt werden, wie Ärztin Wilma van Bergen demonstriert. Foto: humedica/Sven Ramones

Die Menschen warten geduldig, während wir auf einem angrenzenden Gelände im Schatten der hochragenden Bäume den Vortrag vorbereiten. Einige rücken sich die Bänke zurecht und beobachten erwartungsvoll das Geschehen.

Nach einer kurzen Vorstellung des humedica-Teams und einer Übersicht über das Programm des heutigen Tages, beginnt die Schulung mit dem ersten theoretischen Teil. Aufgeteilt in zwei Gruppen, werden die Bewohner des Flüchtlingslagers von Candide Beacou und dem humedica-Team um die holländische Ärztin Wilma van Bergen darüber aufgeklärt, wie wichtig die tägliche Hygiene zur Vermeidung von Krankheiten ist.

Täfelchen werden herumgezeigt, die mit anschaulichen Bildern illustrieren, was zu tun und was zu vermeiden ist, um Bakterien und Krankheitserreger aus der Umgebung fernzuhalten, in der die Familien leben. Interessiert verfolgen die Mütter den Vortrag. Viele beteiligen sich lebhaft an den Diskussionen, viele freuen sich über die Unterstützung, die sie heute erhalten.

Schon unter den kleinsten sind in Lagern wie dem in Athiéme häufig Würmer und Wurmerkrankungen verbreitet. Das Team verteilt allein an diesem Tag Tabletten für etwa 230 Kinder, um Würmer zu bekämpfen oder ihnen vorzubeugen. In langen Schlangen stellen sich die Frauen mit ihren Kindern geduldig bei der Medikamentenausgabe an und warten auf ihre Behandlung. In vielen Gesichtern erkennt man die Dankbarkeit für die Hilfe, die humedica heute hierher bringt.

Der zweite Teil der Schulung befasst sich damit zu erklären, worauf zu achten ist, wenn die Toiletten gründlich und richtig gereinigt werden sollen. Bevor dieses Wissen anschließend in einer praktischen Übung zur Anwendung kommt, nutzen Wilma van Bergen und die lokalen Mitarbeiter des humedica-Teams die Gelegenheit, um die Kinder im Camp medizinisch zu behandeln.

230 kleine Mädchen und Jungen erhielten an diesem Tag Tabletten gegen Wurmbefall. Foto: humedica/Sven Ramones

Um den Menschen des Flüchtlingslagers die Möglichkeit zu geben, das Gelernte aus den theoretischen Vorträgen der Schulung in Zukunft auch praktisch umsetzen zu können, hat das humedica-Team außerdem eine umfangreiche Ladung an Reinigungsartikeln nach Athiéme mitgebracht.

Mit Besen, Schäufelchen, Bürsten, Eimern und Desinfektionslösung machen sich dann gleich auch die ersten engagierten Bewohner des Lagers nach einer kurzen Einweisung daran, die sanitären Anlagen des Camps zu reinigen. Es ist erfreulich zu sehen, wie viel sauberer die einfachen Latrinen des Lagers nach der gründlichen Reinigung wirken.

Zum Abschied erhalten die Flüchtlinge Seife, an der es in dem Zeltlager ebenfalls mangelt. Einfache Dinge, die dabei helfen können, die Gesundheit der ohnehin vom Schicksal so schwer getroffenen Menschen in dem Camp zu bewahren. Bis ihre Häuser wieder aufgebaut sind, kann das Wissen, das die Flüchtlinge in dem Lager durch die Hygieneschulung von humedica an diesem Tag erhalten haben, ihr Leben wieder ein Stück sicherer machen."

Vielen Dank, dass Sie mit Ihren Spenden zur Durchführung dieser Hilfsmaßnahmen beigetragen haben. Bitte unterstützen Sie unsere wertvolle Arbeit in Benin auch weiterhin über unser Online-Formular oder durch eine Spende auf folgendes Konto:
      humedica e.V.
      Stichwort "Flut Benin"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und direkt ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Vielen Dank für Ihre Hilfe. Foto: humedica/Sven Ramones

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