humedica renoviert Flüchtlingsunterkünfte in Gaza und Westjordanland

von Sven Ramones, 18.09.2010

Im Rahmen der Versorgungshilfe möchte humedica Menschen in Ländern erreichen, über deren Schicksal in den Medien oft nur wenig berichtet wird. Verschiedene Hilfsgüter werden an die zahlreichen humedica-Projekte geschickt, die eine mittel- bis langfristige Versorgung Bedürftiger in den Empfängerländern zum Ziel haben. Dazu zählen Medikamente, Verbandsstoffe, Baumaterialien, Lebensmittel, Hygiene- sowie Pflegeartikel und vieles mehr. In Israel unterstützt humedica in diesem Zusammenhang soziale Einrichtungen in Gaza und dem Westjordanland und führt Ärzteteam-Einsätze mit palästinensischen Medizinern durch.

Auf der Flucht vor den Schrecken des Palästinakrieges, zogen hunderttausende palästinensische Araber Ende der 1940er Jahre in Flüchtlingslager im Gazastreifen und dem Westjordanland. Noch heute leben viele der Familien von damals mit ihren Nachkommen in den Camps des UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten).

Angesichts massiver Arbeitslosigkeit, die 80 Prozent der Bevölkerung betrifft, einer drastischen Knappheit an Unterkünften und Wohnhäusern und einem unzureichenden Zugang zu Stromversorgung, sind die Lebensbedingungen in den palästinensischen Autonomiegebieten existenziell unzumutbar. Mangelnde medizinische Versorgung und weitverbreitete Armut infolge der Arbeitslosigkeit verschärfen diese Problematik.

Eines der Flüchtlingslager ist Bureij im Zentrum des Gazastreifens. Über 30.000 Menschen leben hier unter ärmlichen Bedingungen in einem vergleichsweise kleinen Camp. Auch Maawad Kamel Abdelerhman Elminawi, ein ehemaliger Bauarbeiter in Israel, gehört zu ihnen.

Leitet die humedica-Versorgungshilfe in Israel. humedica-Vertreter Esko Nykänen (m) mit Maawad Kamel Abdelerhman Elminawi und seinem Sohn. Foto: humedica

Im Zuge der gravierenden Arbeitslosigkeit verlor der neunfache Familienvater im Jahr 2000 seine Anstellung. Seine Kinder im Alter zwischen vier und siebzehn Jahren leben seither in bitterer Armut. Bei einem Autounfall erlitt Maawad eine schwere Kopfverletzung und brach sich den Fuß an drei Stellen. Bis heute ist er deswegen auf Krücken angewiesen.

Darüber hinaus ist die Wohnsituation der Familie äußerst schlecht. Da die teilweise maroden Gebäude der Region traditionell mit Flachdächern gebaut werden, kann bei Regen das Wasser nur unzureichend abfließen. Viele der Dächer sind darüber hinaus stark beschädigt, so dass die Feuchtigkeit leicht in die Häuser und Wände eindringen kann. Als unausweichliche Folge bildet sich in den Wohnräumen gesundheitsgefährdender Schimmel, der vor allem bei den Kindern beim Einatmen zu Erkrankungen der Lunge und Atemwege führen kann.

In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisation Unlimited Friends Association for Social Development (Gaza) und der Palestinian Bible Society (Westjordanland), betreibt humedica ein Renovierungsprogramm, um den gesundheitsgefährdenden Lebensbedingungen von Familien, wie der von Maawad Kamel Abdelerhman Elminawi Abhilfe zu schaffen.

Bessere Lebensumstände durch einen frischen Anstrich. Foto: humedica

humedica liefert dazu notwendiges Material für die Ausbesserungsarbeiten (wie z.B. gespendete Farben der Firma Relius aus Memmingen), während die lokalen Partner die entsprechenden Arbeitskräfte organisieren.

Die Wände von Maawad Kamel Abdelerhman Elminawis Haus sind heute bereits fachgerecht vom Schimmel befreit und frisch gestrichen. Die Nachbarn hatten außerdem gemeinsam Geld gesammelt, um neue Fliesen für den Fußboden von Maawads Haus kaufen zu können. Diese Renovierungsarbeiten konnten dazu beitragen, die Wohnsituation der elfköpfigen Familie entscheidend zu verbessern.

Allerdings fehlten bislang noch die finanziellen Mittel, um das beschädigte Dach zu ersetzen. Im Rahmen der humedica-Einzelfallhilfe sollen aber in Kürze auch die Kosten für die ausstehenden Reparaturarbeiten übernommen werden.

Auch das baufällige Dach von Maawads Haus wird in Kürze repariert. Foto: humedica

Maawads Familie möchte an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, wie glücklich sie über die Hilfe ist, die sie erhalten hat. Sie möchte außerdem allen Spendern, Freunden und Mitarbeitern von humedica ihren herzlichsten Dank aussprechen. Ohne die Unterstützung aller Förderer und Helfer wäre die Verwirklichung dieser Versorgungshilfeprojekte nicht möglich.

Liebe Freunde und Förderer von humedica. Im Rahmen der Versorgungshilfe werden von humedica jedes Jahr Hilfsgüter im Wert von bis zu 6 Millionen Euro verschickt. Auf dem Land- und Seeweg, in dringenden Fällen auch per Luftfracht, fallen natürlich immer hohe Transportkosten an. Wenn Sie die Arbeit von humedica bei der Versorgungshilfe in Israel unterstützen möchten, können Sie unser Online Spendenformular nutzen.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×