„Von der Zeltplane bis zur Tischdecke – alles muss herhalten.“

von Ruth Bücker, 06.08.2010

Mit einer Länge von 450 Kilometer und dem Ursprung im afghanischen Sanglakh-Gebirge, versorgt der Kabul-Fluss normalerweise die Gegend um das pakistanische Peshawar mit Wasser. Aktuell ist er dagegen vielmehr Ursprung der verheerenden Überschwemmung im Nordwesten Pakistans.

Auf einer Strecke von acht Kilometern stehen Zelt an Zelt die Notunterkünfte. Foto: humedica/Ferdinand Hofer

Die Situation der Flutopfer sei katastrophal, berichteten humedica-Einsatzhelfer aus Pakistan. Die Autobahn von Peshawar nach Islamabad säumten kilometerlange Zeltreihen. Auf dem Mittelstreifen und an den Seiten der stark befahrenen Straßen haben obdachlos gewordene Menschen teils Zelte, teils primitivste Regenschutzkonstruktionen aufgebaut.

Der Anblick ist unglaublich. Als wir die Autobahn entlang gefahren sind, waren links, rechts und auf dem Mittelstreifen der sechsspurigen Straße auf einer acht Kilometer langen Strecke nur Überschwemmungsopfer in Notbehausungen zu sehen. Ihre Häuser wurden zerstört und jetzt muss alles, von Zeltplanen bis zu Tischdecken, auf Stöcken aufgespießt, als Schutz herhalten“, berichtet Prof. Dr. Dr. Bernd Domres.

Die Menschen in den provisorischen Unterkünften haben nichts mehr außer Eimern, die wir in vielen Zelten sehen konnten. Manche konnten noch ihre Rinder retten, die jetzt an der Straßenseite grasen. Aber ansonsten sitzen sie obdach- und besitzlos vor ihren Zelten, haben keine Nahrung, kein Trinkwasser und hoffen darauf, dass jemand vorbeikommt, anhält und ihnen hilft“, erzählt der Katastrophenmediziner und Präsident der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin weiter.

Auch an medizinischer Versorgung fehle es, berichtet Ferdinand Hofer, Koordinator und Medizinstudent. Die ersten Stunden nach der Ankunft verbrachte er daher mit der Zusammenstellung der notwendigen Medikamente, um diese ins Auto packen und mit Behandlungen starten zu können.

Mit Präparaten gegen Durchfallerkrankungen, gegen Fieber und Infektionen, mit Salben gegen Pilzerkrankungen der Haut und Dehydratationssalzen zum Ausgleich des Elektrolytverlustes ausgestattet, fahren die humedica-Helfer nun in eine Gegend, in denen eine medizinische Versorgung nach Angaben von Mitarbeitern der Partnerorganisation ARO Pakistan besonders von Nöten ist. 18.000 Flutopfer sollen an diesen Ort geflüchtet sein.

Mit Medikamenten und Materialien zur Versorgung der Patienten macht sich das humedica-Team auf den Weg. Foto: humedica/ferdinand Hofer

Wir bitten Sie, liebe Freunde und Förderer, uns bei der Hilfe in Pakistan mit einer konkreten Spende zu unterstützen:
      humedica e.V.
      Stichwort "Fluthilfe Pakistan"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie auch online für die Opfer der seit über 80 Jahren schwersten Überschwemmungen in Pakistan.

Auch mit dem Senden einer sms können Sie uns helfen: Textnachricht mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90. Mit 5 Euro unterstützen Sie uns, von denen 4,83 Euro unmittelbar der humedica-Arbeit zu Gute kommen.

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