„Die Patienten nehmen unsere Arbeit dankbar an“

von Ruth Bücker, 09.08.2010

Bereits nach dem ersten Tag der Behandlungen des humedica-Teams scheint es sich in Charsadda herumgesprochen zu haben, dass ein Ärzteteam in einer der Schulen behandelt, die als Notunterkunft und nun als Behandlungszimmer dient. Mehr als 100 Patienten können die humedica-Helfer pro Tag medizinisch versorgen.

Die Schrecken sitzen insbesondere bei vielen der kleinen Mädchen und Jungen tief - mit Einfühlungsvermögen erlangt Prof. Dr. Dr. Bernd Domres, Präsident der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin, ihr Vertrauen. Foto: humedica

Die Beschwerden der meisten der Patienten sind auf die Überschwemmungen und ihre Folgen zurückzuführen. Patienten, welche die zum Behandlungszimmer umfunktionierten Klassenzimmer aufsuchen, haben Durchfallerkrankungen, infizierte Wunden oder Entzündungen. Und darüber hinaus haben die meisten Menschen, die zu den humedica-Helfern kommen, ihre persönliche Geschichte zu erzählen.

So erzählte der Vater eines jungen Patienten: „Plötzlich stand das Wasser im Haus, es wirbelte umher, riss alles mit sich und spülte unser Hab und Gut nach draußen. Ich konnte gerade noch meine drei Kinder und meine Frau aufs Dach heben und selber hinterher klettern. Wir wollten uns von dem Dach auf noch nicht überflutete Stücke Erde retten und sprangen einfach von unserem Haus herunter.

Dabei rutschte ich aus und schlug heftig mit dem Körper auf meinem linken Arm auf. Ich hörte ein Krachen, hatte danach kein Gefühl mehr in meinem Arm und konnte die Finger nicht mehr bewegen. Im Krankenhaus sagten mir die Ärzte später, dass ich mir den Arm verrenkt habe und ich bekam einen Gips. Meiner Familie geht es zum Glück gut!

Während das humedica-Team im trockenen Inneren der Schule behandeln kann, regnet es im Freien heftig weiter. „Man kann sich überhaupt nicht vorstellen, wie schnell Wasser ansteigen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat“, äußert Medizinstudent und Koordinator Ferdinand Hofer nachdenklich.

Während wir heute Morgen noch trockenen Fußes zur Schule gekommen sind und mit unseren Behandlungen beginnen konnten, stand das Wasser am Nachmittag 20 Zentimeter hoch auf dem gesamten Schulvorplatz.“ Viele der Kinder, die das humedica-Team behandelt, seien stark traumatisiert und fürchteten sich bei dem Geräusch des Regens.

Die Leben vieler Menschen sind zerstört, ihre Zukunft ungewiss. Eine Patientin erzählte Prof. Domres während der Behandlung, was ihr genommen wurde: „Als der Fluss Djindi stieg, rannten wir durch das Wasser, das uns innerhalb kurzer Zeit bereits bis zur Hüfte reichte.

"Die Menschen hier sind alle sehr freundlich, höflich, zuvorkommend und geben uns das Gefühl, willkommen zu sein." Foto: humedica/Bernd Domres

Wir wollten uns auf die höher gelegene Autobahn retten, wofür wir aber über den Stacheldrahtzaun klettern mussten. Mein Mann warf seine Kleider auf den Zaun, hob die Kinder und mich hinüber, aber er selbst verschwand in den Fluten. Jetzt bin ich als Frau alleine mit sechs Kindern. Wir haben jetzt nichts mehr außer den Kleidern die wir anhatten.“

Die Arbeit des humedica-Teams werde dankbar angenommen, berichtete der renommierte Katastrophenmediziner Prof. Dr. Dr. Bernd Domres in einem Gespräch. „Die Menschen hier sind alle sehr freundlich, höflich, zuvorkommend und geben uns das Gefühl, willkommen zu sein. Selbst von der Katastrophe Betroffene helfen uns mit allem, was sie haben und unterstützen uns in unserer Arbeit.“

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