Den Grundstein legen für eine Zukunft

von Daniel Vaupel, 10.12.2010

Längst hat die Jahrhundertflut in Pakistan wieder die Schlagzeilen der Medien verlassen. Ähnlich wie in Haiti, wendet sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit schnell wieder anderen Dingen zu. Seien es die neusten Veröffentlichungen von Wikileaks oder der Wintereinbruch in Deutschland.

Landeskoordinator Daniel Vaupel (links im Bild) mit Mitarbeitern der Partnerorganisation ARO Pakistan. Foto: humedica

Die Menschen, die in Pakistan die Flut überstanden haben, stehen vor ganz anderen Problemen: Ihre meist aus ungebrannten Lehmziegeln gebauten Häuser sind von den Fluten vollständig oder wenigstens partiell weggespült worden.

Gerade für die armen Bauern oder Tagelöhner ist der Wiederaufbau eine schier unlösbare Aufgabe. Man sieht den Menschen in die Augen und spürt ihre Resignation. Immer wieder wird in den Dörfern nach Wiederaufbauhilfe gefragt, doch die meisten internationalen Geber finanzieren nur Kurzzeithilfe wie die Verteilung von Hilfsgütern.

humedica hat einen anderen Weg eingeschlagen. Möglichst vielen armen Familien soll ein Basishaus, das künftige Fluten überstehen wird, zur Verfügung gestellt werden. Dazu wird das nötige Baumaterial über unsere lokale Partnerorganisation Aid for Refugees and Orphans (ARO), nach einer gründlichen Auswahl der bedürftigen Familien, zur Verfügung gestellt.

Hierbei war es schon in der Konzepterstellung wichtig, ein möglichst einfaches, preiswertes und dennoch solides Haus zu entwickeln. Dadurch soll unter anderem Neid und Missgunst in der dörflichen Gemeinschaft umgangen werden.

Die Ausgabe des Baumaterials erfolgt in drei Tranchen, die mit Workshops begleitet werden. Nur wer den ersten Bauabschnitt fertiggestellt hat, bekommt das Material für den nächsten. Dadurch können wir Missbrauch der Hilfsgüter vermeiden und die tatsächliche Benutzung sicherstellen.

Häuser für 300 Familien werden im Norden Pakistans entstehen. Foto: humedica/Daniel Vaupel

Als Projektregionen sind die drei Distrikte Charsadda, Nowshera und Dera Ismael Khan vorgesehen. Die Arbeit in diesen Regionen nahe Peshawar birgt Risiken, da die Stammesgebiete und damit Afghanistan nur einige dutzend Kilometer entfernt sind. Selbstmordattentate erschüttern diese Region immer wieder.

Die Arbeit in den Dörfern zeigt jedoch, dass es sich bei den Extremisten um eine kleine Minderheit handelt. Es begegnet uns, insbesondere in den entlegenen Dörfern, eine unglaubliche Dankbarkeit. Wir wurden sogar eingeladen in der Moschee zu sprechen, wo sich die Dorfbewohner einzeln bei uns bedankten.

Dies obwohl sie wussten, dass wir Christen waren und uns als solchen das Betreten einer Moschee normalerweise strengstens verboten ist. In solchen Augenblicken brechen Klischees, die sich in Deutschland aufgebaut haben, schnell zusammen.

Zur Zeit sammeln Assessment-Teams weiterhin Daten, um die Familien für die 300 geplanten Häuser, die wir zunächst errichten werden, auszuwählen. Diese Menschen, sonst Fremden gegenüber eher misstrauisch, werden uns Europäer hoffentlich in guter Erinnerung behalten.

Bitte unterstützen Sie uns bei dieser nachhaltigen Form der Hilfe in Pakistan. Dies können Sie hier über eine Online-Spende tun oder eine sms mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90 senden. Von den abgebuchten 5 Euro gehen 4,83 Euro unmittelbar in die humedica-Projektarbeit. Selbstverständlich kommen Ihre Spenden auch auf dem traditionellen Weg sicher bei uns an.

      humedica e.V.
      Stichwort "Fluthilfe Pakistan"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Ein herzlicher Dank aus Pakistan,

Ihr Daniel Vaupel.

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