Die ersten Schritte in ein neues Leben sind getan

von Hanns-Georg Heidecker/RBU, 26.03.2010

Dr. Hanns-Georg Heidecker ist eigentlich Radiologe. Seit Mitte Februar ist er für humedica in Haiti, allerdings nicht in Ausführung seiner ärztlichen Fähigkeiten sondern als medizinischer Koordinator. Der Fokus seiner Arbeit liegt bei der Planung und Umsetzung einer mobilen Prothesenwerkstatt. Wie er darüber hinaus hilft, wird in dem von ihm verfassten Bericht deutlich.

„Nachdem wir mehrere Krankenhäuser angefahren und nach einem Schlafplatz gefragt hatten, fanden wir schließlich ein freies Bett für den Jungen. Ein US-amerikanischer Kinderarzt hatte unter Sauna-ähnlichen Verhältnissen ein Bett in seinem Behandlungszelt frei.

Dr. Hanns-Georg Heidecker ist Koordinator für humedica, bringt darüber hinaus aber auch sein medizinisches Wissen ein. Foto: humedica/Simon Gelzenleuchter

Und auch für die Zukunft des Jungen, von dem wir inzwischen wussten dass er Wilson heißt, schien eine sehr gute Lösung gefunden worden zu sein. Christian Jung, Mitarbeiter der Kindernothilfe, konnte eine dauerhafte Unterkunft für den autistischen Jungen auftreiben: Wilson wird in einem Kinderheim der deutsch-haitianischen Organisation Haiti Kinderhilfe untergebracht werden.

Es ist ein gutes Gefühl, dem Jungen bis hierher bereits geholfen zu haben, auch wenn viele Bemühungen damit verbunden waren. Es war ein guter Tag, und ich denke auch für Wilson ist dies ein guter Tag gewesen. Sein Leben wird von nun an hoffentlich besser verlaufen.

Am folgenden Tag bin ich mit einem Berg von Kleidung zurück in das Krankenhaus gefahren, um Wilson in das Kinderheim zu bringen. Während er gewaschen wurde, konnte ich noch mehrere Kinder untersuchen und meine Radiologen-Kenntnisse einbringen. Anschließend fuhr ich mit ihm zu Marie-Jose Laguerre, der Leiterin der Haiti Kinderhilfe. Sie nahm Wilson sofort auf.

Von nun an wird er dort Mahlzeiten und einen Schlafplatz bekommen. Darüber hinaus aber auch Fürsorge und Unterstützung erfahren. Besonders deutlich wurde mir die Wichtigkeit solcher Kinderheime in einem Gespräch mit dem Direktor der Schule, auf deren Gelände die humedica-Teams wohnen dürfen.

Für behinderte Menschen gäbe es in Haiti keinerlei staatliche Hilfe, berichtete er. Stattdessen käme es zuweilen vor, dass sie verprügelt würden. Der Grund hierfür sei die Annahme vieler Menschen, dass man den „Fluch“, der die Behinderung ihrer Meinung nach auslöste, wegprügeln könne.

Gemeinsam mit der Leiterin Marie-Jose (links) konnte für Wilson eine Unterkunft gefunden werden. Foto: humedica/Hanns-Georg Heidecker

Die Ärzte der Haiti Kinderhilfe bestätigten nach ein paar Tagen mit Wilson eine teilautistische Tendenz. Dennoch hätten ihn die andern Kinder gleich aufgenommen und mit ihm Fußball gespielt. Das macht mich glücklich. Ein besonderes Beispiel dafür, dass wir hier etwas bewirken können.“

Die Hilfe für Wilson ist die Unterstützung eines einzelnen Jungen. Bitte helfen Sie uns dabei, vielen weiteren Menschen unsere Hilfe zukommen zu lassen und ihnen in gleicher Weise wie Wilson auf einen hoffnungsvollen Weg in die Zukunft zu helfen.
      
      
      humedica e.V.
      Spendenstichwort "Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte unterstützen Sie uns auch mit einer Online-Spende für Haiti. Danke!

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×