Containerankunft verbreitet bei 45 Grad Celsius weihnachtliche Gefühle

von Simone Winneg, 12.05.2010

„Ja, ist denn heute schon Weihnachten?“ So, oder so ähnlich haben wir uns in Kollo (Niger) heute gefühlt. Früh am Morgen ist nach seiner zweimonatigen Reise der Container aus Kaufbeuren in Kollo angekommen: 40 Fuß lang, 13,5 Tonnen schwer und mehr als 135.000 Euro wert.

Alle packen mit an und mit vereinten Kräften entladen wir den Container: Putzfrauen, Krankenschwestern, Fahrer, Wächter, Administratoren schleppen Karton um Karton aus dem großen Container in die Räume, die wir provisorisch als Lager benutzen.

Mit einfallsreichen Methoden zum Abladen der Farbfässer wurde dieses Unterfangen erfolgreich beendet. Foto: humedica/Simone Winneg

Ein schwieriges Unterfangen ist die Entladung teilweise schon: bei Temperaturen jenseits der 45 Grad Celsius, prallem Sonnenschein, ohne Gabelstapler oder andere helfende Maschinen fordern beim Abladen besonders die 200 Kilogramm schweren Fässer voller Anstrichfarbe Manneskraft und Geschick.

Nach drei Stunden hatten wir es dennoch geschafft und das Resultat kann sich sehen lassen. Sieben Kinderbetten, vier Krabblerbetten und sechs Säuglingsbetten stehen in den bezugsfertigen Räumlichkeiten des neuen Bettentrakts und warten auf Patienten.

Des weiteren wurden durch die Hilfslieferungen je ein Raum mit Verbandsmaterial, Medikamenten und mit Desinfektionsmitteln, Krankenhauskitteln, Windeln, Feuchttüchern, mit Seife und anderen wichtigen Dingen für den zukünftigen Krankenhausalltag gefüllt.

Besonders die Sandalen, die mit dem Container gekommen sind, stoßen auf freudige Gesichter. Jede der Damen will als erste anprobieren. „Gibt es auch Größe 38?“ Na klar gibt’s die und so bekommt jede Mitarbeiterin unserer Klinik ein neues Paar Schuhe.
Am meisten beeindruckt sind wir aber von den Bettchen: So schönes Material haben die meisten hier noch nie gesehen, und da muss unsere Putzfrau auch gleich mal „Probeliegen“.

Die tatsächliche Eröffnung des Bettentraktes rückt nun immer näher: Auf die Fertigstellung des Gebäudes folgt die Einrichtung durch die Containerlieferung. Personal wird derzeit rekrutiert, Stellenausschreibungen sind bereits veröffentlicht und erste Vorstellungsgespräche angesetzt. Mit Respekt vor der neuen Herausforderung aber frohen Mutes schauen wir den nächsten Monaten entgegen, in denen die Eröffnung des Bettentraktes geplant ist.

Wenn uns da nicht noch der Schuh an einer Stelle drücken würde: Provisorisch haben wir zwei der sechs Patientenzimmer in Beschlag nehmen müssen, um die vielen Sachen lagern zu können. Doch was wird passieren, wenn wir den Bettentrakt öffnen? Wohin mit den Medikamenten, mit den Handschuhen und Verbandsstoffen, die die Klinik für etwa ein Jahr mit qualitativ hochwertigen Materialien versorgen werden?

Wie gut die angekommenen Bettchen für die kleinen Patienten sind, wurde ausgiebig durch Probeliegen getestet. Foto: humedica/Simone Winneg

Lagerplatz ist gefragt – und zwar nicht nur irgendein Raum, sondern bei den hohen Temperaturen müssen vor allem Medikamente kühl gelagert werden, sonst verlieren sie schnell ihre Wirksamkeit.

Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Der Umbau eines vorhandenen Hangars würde nur verhältnismäßig wenig Mittel in Anspruch nehmen, aber den Bedarf an Lagerraum für die Klinik decken und auch dabei helfen, die weit gereisten Materialien gut aufbewahren zu können.

Mit einer gezielten Spende würden sie eine zukunftsträchtige Investition ermöglichen, die sich für die Klinik nicht nur jetzt sondern in den kommenden Jahrzehnten bezahlbar machen wird.
      humedica e.V.
      Stichwort "Klinik Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Hilfe in dieser Angelegenheit! Unterstützen können Sie uns auch mit einer Online-Spende.

Herzliche Grüße und Gottes Segen wünscht Ihnen aus Kollo

Ihre
Simone Winneg

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×