Weitere Verteilung für 221 Kinder erfolgreich abgeschlossen

von Simone Winneg, 13.08.2010

"Nach langen Wochen der Vorbereitung ist es nun endlich soweit: Die Auslieferung und die erste Food Demonstration, das ist eine Schulung in der Zubereitung der Zusatznahrung, sowie Erklärungen für die Verantwortlichen in den Gesundheitsstationen waren wichtige Schritte, die viel Zeit und Vorbereitungen bedurften.

Bei den so genannten Food Demonstrations wird den Müttern gezeigt, wie die Zusatznahrung dosiert und richtig zubereitet wird. Foto: humedica/Jennifer Gerstendorf

Doch all diese Arbeiten waren lediglich die Vorarbeiten zum entscheidenden Schritt: die Verteilung der Zusatznahrung an die Mütter und unterernährten Kinder im Distrikt Kollo. Durch den Busch, über teilweise sehr schlechte Straßen, die durch den Regen manchmal einfach zu einem See werden, bahnen wir uns unseren Weg in den am weitesten abgelegenen Gesundheitsposten unseres Projektes: Tondigameye.

Tondigameye liegt etwa zwei Stunden von der Hauptstadt Niamey (drei Stunden von Kollo) entfernt, allerdings nicht per Teerstraße verbunden, sondern nur durch Sandpisten oder quer durch eine steinige Mondlandschaft. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine, die sich jedoch mehr als lohnt.

Bei unserer Ankunft bietet sich uns ein überwältigendes Bild. Über 200 Frauen haben mit ihren Kindern vor den kleinen Gesundheitsstationen schon seit den frühen Morgenstunden Stellung bezogen, um ihre Ration abzuholen.

Die Frauen haben alle eine große Schüssel, einen Eimer, einen Reissack oder eine einfache Plastiktüte mitgebracht, um die zweiwöchige Ration mit nach Hause zu nehmen. Lautes Stimmengewirr, heulende Kinder, brennende Sonne und vergleichsweise „kühle“ Temperaturen von 35 Grad Celsius bestimmen die Atmosphäre.

Die Frauen kommen mit allem, was zum Transport ihrer Nahrungsrationen funktioniert. Foto: humedica/Florian Behrchen

Fati, die Leiterin der kleinen Station, wirkt angespannt, aber freudig: „Endlich seid ihr da“ begrüßt sie uns, „ die Frauen warten schon auf euch.“ Schnell werden die letzten Vorbereitungen getroffen. Durch die große Anzahl der Frauen, die an die Verteilungsstelle drängen, müssen wir den Vorplatz absperren, bevor wir anfangen können.

Mit ihren Verteilungskarten ausgestattet, stellen sich die Frauen langsam etwas geordneter an, um das Gewicht ihres Kindes kontrollieren zu lassen bevor die Mutter für ihr unterernährtes Kind ihre Ration bekommt.

Ratschläge gebend und helfend steht das humedica-Team dabei stets zur Seite – mit anpacken ist da selbstverständlich, sei es beim Absperren, beim Wiegen, beim Mischen der Ergänzungsnahrung oder beim Verteilen.

Doch schnell finden die nigrischen Angestellten ihren eigenen Rhythmus und wir werden überflüssig. Selbstständig führen sie die Verteilung weiter, die noch bis spät in die Nacht gehen wird, denn heute sind 127 unterernährte Jungen und 94 Mädchen in Tondigameye, um Zusatznahrung zu erhalten – die sie vor der Verschlimmerung ihrer Mangelernährung schützen soll und wieder auf ein gutes Gewicht zurückbringen kann.

Tondigameye ist nur eines der acht Gesundheitszentren, in denen humedica mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen Lebensmittel an die notleidende Bevölkerung verteilt.

In den kommenden Monaten werden wir so mehrere tausend Kinder, schwangere und stillende Frauen erreichen können und maßgeblich zur Verbesserung ihrer Gesundheitssituation beitragen.

Freudig und hoffnungsvoll wurden die humedica-Helfer empfangen. Foto: humedica/Simone Winneg

Noch in der gleichen Woche, in der die erste Verteilungswelle erfolgreich stattgefunden hat, kommt bereits der Nachschub aus Deutschland: Die erste Luftfracht mit spezieller Zusatznahrung ist in Niger gelandet. Mit gemeinsamer Kraftanstrengung werden die schweren Pakete ausgeladen und im neuen Lager in der humedica-Klinik in Kollo untergebracht.

Denn die Hungersnot in Niger wird nicht mit einer Verteilung gelindert sein. Zu lang dauert es noch, bis die so sehnsüchtig erwartete Ernte gereift ist, was allerfrühestens im Oktober sein wird.

Bis dahin sind noch hunderte und tausende Menschen auf die Nahrungsmittellieferungen von Dritten angewiesen. Besonders Kinder brauchen nun unsere Hilfe, um aus der schwierigen gesundheitlichen Situation herauszukommen, in die sie unverschuldet geraten sind.

Spenden Sie bitte über unser Onlineformular für die Hungerleidenden in Niger, schreiben eine sms mit dem Stichwort DOC an die 8 11 90 oder tätigen Sie eine Überweisung auf folgendes Konto:
      humedica e.V.
      Stichwort "Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Vielen Dank und mit herzlichen Grüßen aus Afrika

Ihre
Simone“

Mit kleinen Schritten gegen den Hunger und für eine Verbesserung der Lage. Foto: humedica/Simone Winneg

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