„Wenige Erwartungen, umso mehr Hoffnung“

von Karin Wilke/RBU, 13.07.2010

Kurz vor Ihrer Abreise in den Niger hatten wir die Gelegenheit, ein kurzes Interview mit Karin Wilke zu führen. Die 43jährige Ernährungswissenschaftlerin aus dem nordhessischen Witzenhausen wird für sechs Monate im humedica-Projekt in Kollo mitarbeiten.

Mit welchen Erwartungen reist Du nach Afrika?

An sich mit wenigen Erwartungen. Ich habe in meiner Woche in der humedica-Zentrale einige Informationen erhalten, wie die Situation ist. Ich habe weniger Erwartungen, als viel mehr Hoffnung. Ich hoffe, dass die Hungersnot nicht noch größere Ausmaße annimmt, als sie bereits hat. Dass mein Wissen und meine Hilfe gut ankommen und angenommen werden und zu einer Verbesserung der Situation beitragen.

Was wird Deine Aufgabe im Projekt sein?

Karin Wilke wird die kommenden sechs Monate im Niger arbeiten. Foto: privat

Ich werde unterstützend mitarbeiten bei der Einrichtung der Ernährungsstation, die sich ja in der bereits bestehenden Klinik befinden wird. Dann natürlich die Erfassung der unterernährten Kinder mit moderater und schwerer Unterernährung.

Begleitend dazu Beratungen für Mütter und Schwangere durchführen zu adäquater Ernährung, Lebensmittel- und Gesundheitshygiene, Anwendung von einheimischen Produkten (soweit vorhanden) und Nahrungsergänzungsmitteln.

Im Bildungsbereich wird eine weitere Aufgabe die Ausbildung von einheimischem Personal (unter anderem Krankenschwestern) in Ernährungsberatung und Gesundheitserziehung sein. Mittelfristiges und langfristiges Ziel ist, dass das Krankenhauspersonal eigenverantwortlich in diesem Bereich arbeiten soll. Also ohne Hilfe von „außen“ die Arbeit fortsetzt.

Im Niger erwartet Dich einerseits ein spannendes humedica-Projekt, andererseits aktuell aber auch eine dramatische Hungersnot. Wie wirst Du mit dieser Zusatzbelastung umgehen?

Nun, es wird sicherlich nicht immer einfach sein. Aber da es ja eine Arbeit ist, die ich mir bewusst ausgesucht habe und ich auch praktische Erfahrungen aus diesem Bereich mitbringe, bin ich innerlich und mental auf meinen Einsatz vorbereitet.

Natürlich ist dann der reale Eindruck immer noch mal anders. Glücklicherweise bin ich nicht alleine vor Ort, so dass ich eventuell aufkommende Belastungen mit meinen Team-Kollegen und Kolleginnen teilen und verarbeiten kann.

Hast Du bereits Erfahrungen in der Arbeit mit Nichtregierungsorganisationen?

Ja, die habe ich. Direkt nach meinem Oecotrophologiestudium habe ich 15 Monate in einer mexikanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) in Chiapas gearbeitet. Diese Organisation unterstützte und förderte indigene mexikanische und guatemaltekische Familien in Landwirtwirtschaft, Medizin und Ernährung.

Bei meiner letzten Tätigkeit als Bildungsreferentin für Entwicklungspolitik in Mülheim an der Ruhr arbeitete ich ebenfalls eng mit kirchlichen und nichtkirchlichen Nichtregierungsorganisationen zusammen.

Wie verbringst Du Deine Freizeit?

In meiner Freizeit gehe ich gerne joggen und schwimmen. Auch Meditation macht mir Spaß – ein guter Ausgleich um Stress abzubauen. Außerdem reise ich gerne durch die Welt!

Was wirst Du im Niger aus Deutschland vermissen?

Das kühle Wetter. Es soll ja sehr, sehr heiß sein im Niger! Meine Familie und Freunde werden mir fehlen und das eine oder andere Freizeitangebot.

Liebe Karin, wir wünschen Dir alles Gute, Gottes reichen Segen und Schutz für Deinen Einsatz. Vielen Dank für das Gespräch.

Mit Ihrer Unterstützung werden hoffentlich bald alle Kinder wieder so lachen können. Foto: humedica/Simone Winneg

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