Erste Erfolge im Kampf gegen die Unterernährung

von Simone Winneg, 27.07.2010

Von morgens bis weit in die Nacht hinein arbeitet Koordinatorin Simone Winneg gegen den Hunger im Niger. Aus dem bloßen Wort ist eine Katastrophe geworden, deren Ausmaße kaum vorstellbar sind. Jeden Tag kämpfen für die Unterernährten, das ist ihr Motto. Erste Erfolge gibt es trotz des großen Leides immer wieder, wie sie in ihrem untenstehenden Artikel schreibt.

„Drei Wochen ist es nun her, dass der erste Patient in der humedica-Klinik stationär aufgenommen wurde. Mit seinen knappen 2 kg wog der kleine Mahamadou, der schon zwei Monate alt war, nicht einmal soviel wie die meisten Neugeborenen in Deutschland.

Immer noch ein kleines Häufchen an Leben, aber auf dem Weg der Besserung: der kleine Mahamadou in Simones Armen. Foto: humedica

Wegen seiner schweren Unterernährung war er mit seiner Mutter ganze drei Wochen in unserer Obhut. Intensive Betreuung war notwenig um ihn wieder aufzupäppeln: alle drei Stunden musste spezielle Milch gefüttert werden, Tag und Nacht.

Tägliches Wiegen, Temperaturmessen, und natürlich wichtige Hygiene- und Gesundheitserziehung der Mütter bestimmten den Alltag der Krankenschwestern. Mit viel Aufwand, Arbeit und vor allem viel Zuneigung und Liebe konnte das Team in der humedica-Klinik unseren ersten offiziellen Patienten wieder ins Leben zurück holen.

Nun wurde er nach seinem dreiwöchigen Aufenthalt entlassen – mit einem Gewicht von fast drei Kilogramm – zugegeben immer noch sehr schmächtig und klein, aber mit einem kleinen Speckansatz, kleinen Bäckchen und einem aufgeweckten Blick.

Seine Genesung und damit auch die Veränderung im Verhalten der Mutter war jeden einzelnen Tag eine wahre Freude: je mehr das Kind zunahm, desto liebevoller nahm sich die junge Mutter ihres Kindes an.

So dramatisch das auch klingen mag: als sie zu uns kam war jede Freude am Kind verloren gegangen. Sie glaubte nicht mehr daran, dass wir seine schwere Unterernährung in den Griff bekämen. Bereits zweimal hat sie ein Kind verloren gehabt, weil sie zu wenig Milch hatte, und ihre Hoffnung auf das Leben des kleinen Mahamadou war verschwindend gering.

Tag für Tag durften wir zusehen, wie es aufwärts ging und zum Schluss spielte sie mit ihm – eine Szene, die man momentan im Niger nur selten zu sehen bekommt. Glücklich, endlich nach Hause gehen zu dürfen, aber auch ein wenig traurig sagte sie: „Ay sabou aranse goummo!“ Das ist die lokale Sprache und bedeutet „Ich danke euch sehr“.

Nach drei Wochen konnten Mahamadou und seine Mutter die Klinik wieder verlassen - im Gepäck ein von Simoen Winneg überreichtes Moskitonetz. Foto: humedica

Mit einer „Entlassungsration“ ausgestattet, die uns vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellt wird, konnten wir sie mit frohem Herzen entlassen. Einmal wöchentlich wird uns Mahamadou noch für einige Zeit besuchen kommen, um seine Gewichtszunahme kontrollieren zu lassen und die Zusatznahrung weiterhin rationiert an ihn und seine Mutter abzugeben.

Jeden Tag kommen aufs Neue zahlreiche unterernährte Kinder in die Klinik, die schon fast den Lebensmut verloren haben. Ohne Lust zu trinken, zu essen, zu sprechen oder gar den Kopf zu heben.

Umso schöner ist es dann, in kleinen Schritten zu sehen, dass es weiter geht. Dass ein oder zwei mal am Tag ein Lächeln über das Gesicht huscht und der ausgemergelte Körper unserer kleinen Patienten doch noch ums Überleben kämpft. Mit einem dank UNICEF durchführbarem speziellen Training, qualitativ hochwertigen Materialien von humedica und einer großen Portion Geduld und Ausdauer kann das Klinikteam diesen Kindern helfen.

Daher gilt der Dank der Mütter unserer kleinen Patienten und der Dank des gesamten Klinikteams in Kollo vor allem auch Ihnen, liebe Freunde und Förderer. Ihre Unterstützung hat die positive Schicksalswendung von Mahamadou und seiner Familie erst ermöglicht.

„Ay sabou aranse goummo“

Bitte helfen Sie uns auch weiterhin, den Kampf gegen die Hungersnot zu kämpfen und damit das Leid vieler Kinder zu lindern.

Ihre
Simone Winneg"

Liebe Freunde und Förderer, gemeinsam mit unserer Koordinatorin Simone Winneg und dem humedica-Team in Kollo stehen wir an der Seite der hungernden Menschen. Tragen Sie gemeinsam mit uns die Verantwortung für die nigrische Bevölkerung. Bereits eine kleine Spende kann tatsächlich ein Leben wie das von Mahamadou retten.

      humedica e.V.
      Stichwort "Hunger Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Auch mit einer Online-Spende gegen die Hungersnot im Niger oder einer kurzen, schnellen, unkomlizierten und sicheren sms können Sie Großes bewirken:
Senden Sie dafür ganz einfach DOC an die Kurzwahl 8 11 90 und unterstützen uns einmalig mit 5,- Euro, wovon 4,83 Euro direkt der humedica-Projektarbeit zu Gute kommen. Vielen Dank.

Gemeinsame Schritte auf dem Weg der Besserung: die kleine Jamsia kann bereits wieder lächeln und beinahe eigenständig sitzen. Foto: humedica/Simone Winneg

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