„Jeder Container ein Freudenfest“

von Simone Winneg/SRA, 08.11.2010

Als Koordinatorin arbeitet Simone Winneg für humedica im westafrikanischen Niger. Im humedica-Krankenhaus in Kollo, unweit der nigrischen Hauptstadt Niamey, kämpft sie gemeinsam mit einem Team aus deutschen und einheimischen Hilfskräften gegen die Unterernährung im Land und eine bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung. In ihrer aktuellen Reportage berichtet Simone Winneg über die Ankunft eines lang ersehnten Containers mit Hilfsgütern von humedica und die Arbeit im Rahmen des Ernährungsprogramms in Kollo.

„Lange drei Monate haben wir auf die Ankunft des Containers gewartet, der nicht nur die humedica-Klinik in Kollo Monate lang versorgen wird. Auch das Ernährungsprojekt, das humedica dank der großzügigen Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland umsetzen kann, erhält den dringend benötigten Nachschub.

Ein Container mit Tonnen dringend benötigten Hilfsgüter. Sehnlichst erwartet in der humedica-Klinik in Kollo. Foto: humedica/Anna Zwick

Medikamente, Ausstattungsmaterial, aber vor allem spezielle Zusatznahrung für schwer und moderat Unterernährte, sind aus Deutschland eingetroffen. Und auch wenn eine solche Lieferung nicht zum ersten Mal hier in Kollo ankommt, so ist die Anspannung, die Neugierde und die Freude jedes Mal wieder riesig. Gemeinsam mit den vielen einheimischen Helfern packt das humedica-Team tatkräftig mit an, um die insgesamt 21 Tonnen Hilfsgüter auszuladen.

Nun zahlt sich das neu gebaute Lager, das die Firma Alpensolar im Frühjahr 2010 ermöglicht hat, als wertvolle Investition im doppelten Sinne aus: Die vielen Hilfsgüter können hier einerseits unter günstigen Bedingungen gelagert werden. Dadurch wird andererseits eine effektive Inventarisierung überhaupt erst möglich.

Der Stoffwechsel der kleinen Patienten ist völlig durcheinander und muss erst wieder an Nahrung gewöhnt werden. Eine Unterbrechung in der Versorgung grenzt daher an eine mittlere Katastrophe. Glücklicherweise kam der Container genau rechtzeitig, um für die wöchentliche Verteilung die Zusatznahrungsmittel zur Verfügung zu stellen.

Die Freude über die Ankunft des Containers überwiegt den Mühen des Entladens. Einheimische und deutsche Helfer packen gemeinsam mit an. Foto: humedica/Anna Zwick

Jede Ankunft eines Containers ist für uns ein Freudenfest. Doch dieser Container wurde besonders dringend erwartet, weil er lebenswichtige Zusatznahrung nach Kollo brachte. Gerade für schwer unterernährte Kinder, die von uns behandelt werden, ist es sehr risikoreich, wenn es während der Therapie zu Unterbrechungen der Diät kommt.

Jede Woche verteilt humedica in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und dem Auswärtigen Amt Zusatznahrungsmittel für unterernährte Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter. Die über 100 Frauen, die zu jeder Verteilung kommen, erhalten nicht nur Päckchen mit Lebensmitteln. Vor allem bekommen sie wichtige Informationen zu den Hintergründen der Unterernährung und zur richtigen Zubereitung der Zusatzstoffe, die sie erhalten.

Speziell ausgebildete nigrische Krankenschwestern klären die Mütter in dieser Gesundheitserziehung darüber hinaus über Grundlegendes wie Hygiene, Sauberkeit und Nahrungsmittelzubereitung im Allgemeinen auf.

Aufklärungsarbeit zu Gesundheits- und Ernährungsfragen ist ein essentieller Beitrag zur Bekämpfung von Krankheiten und Unterernährung. Foto: humedica/Simone Winneg

Trotz aller Probleme, die bei der Durchführung solcher Programme auftreten können, sind die Erfolge der kontinuierlichen Arbeit und Sorge um Mütter und Kinder in den letzten Monaten überwältigend: Über 2.400 Kinder und Frauen konnten von der Versorgung mit der Zusatznahrung bereits profitieren. Über 500 Kinder und Frauen sind nach wenigen Wochen im Ernährungsprogramm nicht mehr von Unterernährung betroffen.

Bei schwer unterernährten Kindern ist die Betreuung natürlich noch wesentlich schwieriger. Dank der hochkalorischen Zusatznahrung ist aber auch hier die Ernährungssituation der Kinder meist schnell wieder normalisiert. Die Nahrung kann auf lokale Lebensmittel umgestellt werden, sodass die nicht mehr so häufig in die Klinik kommen müssen.

Neben dem Ernährungsprogramm profitiert aber auch der Klinikalltag von der großen Containerlieferung. Seit Eröffnung des Bettentraktes sind bereits mehr als 150 Patienten, überwiegend aufgrund von schwerer Malaria behandelt worden. Die medizinischen Hilfsgüter kommen so auch der Versorgung dieser stationären und ambulanten Patienten des Krankenhauses zugute.

Die Allgäuer Krankenschwester Anna Zwick unterstützt seit Kurzem die Arbeit im humedica-Krankenhaus in Kollo. Foto: humedica/Simone Winneg

Jeden Tag bemühen sich unsere Ärzte, Krankenschwestern, Labortechniker, Hebammen, Putzfrauen, Wächter und Fahrer um das Wohl der Bevölkerung von Kollo. Dafür bekommt das nigrische Krankenhausteam tatkräftige Unterstützung von freiwilligen Helfern aus Deutschland:

Seit Kurzem sind die Allgäuer Krankenschwester Anna Zwick und der Kinderarzt Dr. Arnold Breuer im Niger. Dr. Breuer war im Rahmen der Meningitis-Impfkampagne bereits im Jahr 2009 das erste Mal im Niger. Für jeweils vier Wochen werden sie Hand in Hand mit den einheimischen Mitarbeitern in der Klinik arbeiten, Patienten behandeln und pflegen, sowie bei Verteilungen assistieren.

Der Kinderarzt Dr. Arnold Breuer hilft bereits in seinem zweiten Einsatz im Niger. Foto: humedica/Simone Winneg

Jeden Tag aufs Neue versuchen wir hier alle gemeinsam, den Menschen Hoffnung und Gesundheit zu geben in einer Situation, die durch die Hungersnot immer schwerer geworden ist. Dafür brauchen wir nicht nur heute, sondern auch in Zukunft Ihre Hilfe.

Bitte unterstützen Sie daher auch weiterhin diese wichtige Arbeit von humedica in Kollo.“

Liebe Freunde und Förderer! Auch die Menschen in NIger sind dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Bitte unterstützen Sie unsere wichtige Arbeit in Kollo daher auch weiterhin mit einer konkreten Spende:
      humedica e. V.
      Stichwort "Klinik Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie hier auch online für die humedica-Klinik im Niger oder tragen Sie mit einer SMS zur Finanzierung unserer Projekte bei::
Senden Sie dafür ganz einfach DOC an die Kurzwahl 8 11 90 und unterstützen uns einmalig mit 5,- Euro, wovon 4,83 Euro direkt der humedica-Projektarbeit zu Gute kommen. Vielen Dank.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen.

Den Browser jetzt aktualisieren×