Die Befürchtungen für die Regenzeit sind groß

von Saskia Hankel/RBU, 10.03.2010

80 % des kleinen Städtchens Léogâne sind vom Erdbeben zerstört worden. Was diese Zahl bedeutet, wird sichtbar, wenn man durch die Stadt fährt. Scheinbar massive Häuser sind zusammengebrochen, Gebäude sind entweder komplett zur Seite gekippt oder einzelne Etagen liegen zusammengestürzt aufeinander.

Die meisten Bewohner in Léogâne haben ihr Zuhause verloren und hausen nach dem Erdbeben entweder unter freiem Himmel oder in Zelten und unter Planen, die von internationalen Hilfsorganisationen verteilt wurden.

Zelte als Notunterkünfte sind momentan noch eine gute Lösung, leider aber keine dauerhafte. Foto: humedica/Susanne Merkel

Leider reichen diese Unterkünfte bei weitem nicht für alle, so dass sich ein Großteil der Menschen mit Tüchern, Stofffetzen, Mülltüten und alten Brettern aushilft, um sich vor Sonne und Regen zu schützen. Manche der Erdbebenopfer führen ihr Leben aber auch einfach zwischen den Trümmern weiter.

Man sieht unbekleidete Kinder, die sich inmitten der Trümmer waschen. Trotzdem winken sie uns fröhlich zu. Und obwohl viele Menschen immer noch schwer traumatisiert sind, erkennt man in Léogâne den Fortschritt bei Aufräumarbeiten und auch eine persönliche Genesung den erlittenen Schock betreffend.

Gebäuderuinen werden abgetragen und durch das Erdbeben verursachte Risse in den Straßen ausgebessert. Die Frauen und Männer bekommen für diese Arbeit einen Lohn ausgezahlt, so hat letztendlich jeder einen Nutzen davon. Es ist schön und bewundernswert zu sehen, dass die Menschen nicht aufgeben und ihren Mut verlieren.

Leider ist ebenso deutlich, dass sie die Last des Wiederaufbaus keinesfalls alleine tragen können und internationale Hilfe immer noch dringend nötig ist. Und die hygienischen Bedingungen in Léogâne sind schon jetzt katastrophal und wir blicken sehr besorgt der kommenden Regenzeit entgegen. Die starken Niederschläge der letzten Nächte kündigen diese an und auch die Auswirkungen können bereits erahnt werden.

Die gelernte Kinderkrankenschwester und Medizinstudentin Saskia Hankel arbeitet in Léogâne als Koordinatorin. Foto: humedica/Ruth Bücker

Die bereits durch den vergleichsweise wenigen Regen entstandenen Pfützen und hoch geschwemmte Fäkalien bieten einen optimalen Nährboden für Malariamücken und andere Infektionskrankheiten, wie Denguefieber oder Leptospirose. Wir hatten im Vergleich zur vergangenen Woche abermals einen deutlichen Anstieg an Malariafällen und rechnen damit, dass die Zahl der daran Erkrankten weiter zunehmen wird.

Wenn ich die momentan benötigte Hilfe sehe, aber auch daran denke wie viel Unterstützung in kommender Zeit gebraucht wird, bin ich froh und dankbar, dafür hier sein und helfen zu dürfen. Bitte helfen auch Sie uns, damit wir weiter helfen können!

      humedica e.V.
      Stichwort "Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Oder auch online. Vielen Dank und mit den besten Grüßen aus Léogâne,
Saskia Hankel

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