humedica-Ärztin beteiligt sich an großer Impfkampagne

von Philine Schlagberger/RBU, 18.03.2010

Dr. Philine Schlagberger ist Internistin aus Regensburg und seit dem 27. Februar zur Behandlung der Patienten in Haiti. Engagiert und voller Tatendrang behandelt sie täglich zahlreiche Patienten von der mobilen Klinik aus und unterstützt das humedica-Team in Léogâne. Darüber hinaus arbeitete sie bei einer groß angelegten Impfkampagne mit.

"Die heute vorgenommenen Schutzimpfungen stellen bereits die zweite Runde einer Impfkampagne dar, bei der zunächst alle Erdbebenverletzten eine Impfung gegen Diphtherie und Tetanus erhielten. Die heutigen Impfungen waren bei Erwachsenen gegen Diphtherie und Tetanus, bei den Kindern im Alter von weniger als 8 Monaten zusätzlich gegen Keuchhusten und bei den über acht Monate alten Kleinen gegen Masern und Röteln.

Insgesamt nehmen die kleinen Mädchen und Buben die Impfungen gelassen hin. Foto: humedica/Maria Rivera

Wir sind ein großes und sehr gemischtes Team. Ein amerikanischer Arzt und eine Krankenschwester der US-amerikanischen Organisation Medical Teams International, eine spanische Apothekerin, die als Mitglied von Apotheker ohne Grenzen unser humedica-Team in Léogâne unterstützt, eine haitianische Krankenschwester und ich, Philine Schlagberger, Ärztin von humedica impften den ganzen Tag.

Zusätzlich greifen uns Übersetzer bei der Kommunikation mit unseren Patienten unter die Arme und der haitianische Verantwortliche für die Kampagne in der Gegend um Léogâne.

In der zerstörten Kirche des Dorfes stehen noch die Kirchenbänke und der Altar, letzterer wird zur Regristrierungsstelle umfunktioniert. Die wartenden Patienten sitzen auf den Kirchenbänken und als weitere Sitzgelegenheiten und Arbeitsplätze bringen Anwohner Tische und Stühle.

Bereits dem ersten kleinen Patienten missfällt der Stich der Impfnadel und er fängt ungeheuerlich zu weinen an. Unsere Apothekerin reagiert aber sehr gut und wird kurzfristig zu einer ziemlich erfolgreichen Kinderanimateurin. Sie schafft es, die kleinen Patienten so weit abzulenken, dass sie den Stich erst im Nachhinein bemerken.

Als Belohnung bekommen die Kinder eine relativ wohlschmeckende kleine Kapsel, die für uns als medizinisches Personal noch einen positiven Nebeneffekt hat, da sie Vitamin A enthält. Unmittelbar nach der Impfung erhalten die Kleinen noch ein Mittel gegen Wurmbefall.

Auf den nicht zerstörten Kirchenbänken warten kleine und große Patienten auf ihre Schutzimpfungen. Foto: humedica/Maria Rivera

Wir impften bis uns die ersten Impfstoffe ausgingen und haben am Ende des Tages ungefähr 100 Kindern und 100 Erwachsenen einen ersten Schutz gegen die genannten Krankheiten geben können. Am morgigen Tag wird die Kampagne in einem anderen Dorf fortgeführt werden.

Gleich nebenan läuft die Impfkampagne der Erwachsenen und der Kinder über sieben Jahre sehr ruhig und ohne Tränen ab. Die haitianische Bevölkerung ist Impfungen gegenüber wesentlich positiver gestimmt, als ich dies aus Deutschland kenne. Viele der heute Anwesenden haben bereits vor dem Erdbeben regelmäßig Impfungen erhalten.

Bitte helfen Sie uns, damit auch zukünftig solche medizinischen Versorgungen vorgenommen werden können und wir der haitianischen Bevölkerung nachhaltig helfen können. Vielen Dank!
      humedica e.V.
      Stichwort "Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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