Nach Ausbruch der Cholera: Keine Entspannung in Haiti

von SRI, 26.10.2010

In Deutschland vermeldeten die ersten Sender bereits, dass der Kampf gegen die heimtückische Cholera-Epidemie in Haiti gewonnen sei. Die Zahl der Infizierten steige kaum noch, ebenso gebe es zurzeit keine weiteren Todesfälle.

Im Gespräch mit unserer Koordinatorin Caroline Klein, die gemeinsam mit zwei Teams in Drouin behandelt, wird schnell klar, dass die Cholera sich weiterhin unkontrolliert verbreitet. Diese Einschätzung teilt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Dr. Rashid al Badi (l., Tübingen) und Simon Oeckenpöhler (Köln) waren als Vorhut des zweiten Einsatzteams bereits am Sonntagnacht von Frankfurt am Main aus nach Haiti aufgebrochen. Foto: humedica/SRI

Agenturen sprechen am heutigen Morgen von 259 Toten und verweisen auf haitianische Regierungsquellen. Die UN-Ocha bestätigte offiziell 254 Opfer und konstatierte weit mehr als 3000 an Cholera erkrankte Menschen. Eine nahezu deckungsgleiche, sehr traurige Statistik.

Weniger Übereinstimmung herrscht hingegen bei der Interpretation der aktuellen Situation. Staatliche Stellen nehmen die Situation sehr ernst, Verantwortliche der WHO gehen seit Tagen einen Schritt weiter und widersprachen in einem aktuellen Treffen mit Nichtregierungsorganisationen ersten Meldungen, in denen von einer Eindämmung der Seuche die Rede war.

„Das muss man klar dementieren“, bestätigt auch humedica-Koordinatorin Caroline Klein. „Eher das Gegenteil ist der Fall: Wir wissen, dass die Cholera sich im Norden weiter ausbreitet und es einen großen Bedarf an Hilfe gibt. Die Situation ist definitiv nicht unter Kontrolle und es gibt noch immer betroffene Orte, die komplett ohne medizinische Versorgung sind.“

Zwei medizinische Teams von humedica sind weiterhin im Krankenhaus von Drouin im Einsatz. In Zusammenarbeit mit UNICEF wird es heute erstmals die Möglichkeit medizinischer Behandlungen in Sanitätszelten geben, zudem sorgen Hilfsgüterlieferungen und Versorgung durch das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen für eine größere Bandbreite der Hilfe.

„Wir können sehr gut arbeiten und unsere Hilfe wird auch dringend benötigt“, erzählte Caroline Klein vor wenigen Minuten am Telefon. Das seit Freitag im Einsatz befindliche Team wird seit gestern von neuen Kräften aus Deutschland verstärkt. Dr. Tobias Kees (Tübingen), Dr. Rashid al Badi (Tübingen) und die Medizinstudenten Simon Oeckenpöhler (Köln) und Ferdinand Hofer (Tübingen) verfügen über sehr gute Erfahrungen im Bereich der Katastrophenmedizin.

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner, der Stiftung des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin (Tübingen), bittet humedica die Menschen in Deutschland weiterhin um gezielte Spenden zur Unterstützung der Cholerabekämpfung in Haiti:

humedica e. V.
Stichwort „Haiti Cholera"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und direkt ist die Möglichkeit der sms-Spende: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5 Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Ein besonderer Dank gilt dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland für die freundliche Unterstützung und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Hinweis für Medienvertreter:

Sehr gerne stehen Ihnen weiterhin unsere Einsatzkräfte in Haiti oder Pressesprecher Steffen Richter für Interviews zur Verfügung. Entsprechende Anfragen bitte über die angegebenen Kontaktdaten. Danke.

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