Im Gespräch mit vier Teilnehmern der humedica-Projektreise: Positiv überrascht und beeindruckt

von Franziska Baur, 19.04.2010

Im Rahmen des Ehrenamtlichentreffens vor wenigen Tagen in der humedica-Hauptzentrale (Kaufbeuren) hatten wir Gelegenheit, mit vier Menschen zu sprechen, die im März an unserer Projektreise nach Brasilien teilgenommen hatten. Über ihre Erfahrungen und Erlebnisse im Kinderdorf Nova Friburgo unterhielten wir uns mit Lucia Maurus, Elisabeth Klugmann, Eva Kramer und Günter Busold.

Sie sind vor wenigen Tagen erst von Ihrer Projektreise nach Brasilien zurückgekommen. Wie waren Ihre Erwartungen vor Reiseantritt und wie haben sich diese während der Reise verändert?

Elisabeth Klugmann: Brasilien war mir vor Reiseantritt ein gänzlich fremdes Land. Ich kannte lediglich das luxuriös anmutende Bild, das durch den Tourismus gezeichnet wird. Welche Eindrücke uns jedoch im brasilianischen Alltag erwarten würden, konnte ich mir nicht vorstellen. Als wir dann im humedica-Kinderdorf in Nova Friburgo ankamen, war ich positiv überrascht. Wie die Einrichtung geführt wird und welche Möglichkeiten den Kindern dort geboten werden, hat mich sehr beeindruckt und gefreut.

Klassenzimmer im humedica-Kinderdorf. Foto:humedica/privat

Wie haben Sie den persönlichen Kontakt zu den Kindern empfunden?

Eva Kramer: Der Kontakt zu den Kindern war trotz der Sprachbarriere – von unserer Gruppe sprach leider niemand Portugiesisch – sehr herzlich. Bereits beim ersten Empfang spürten wir alle eine äußerst herzliche Wärme, mit der wir begrüßt wurden. Ein Mädchen aus dem Kinderdorf, ihr Name war Angelina, wich mir während unseres ganzen Besuchs kaum von der Seite.

Überallhin begleitete sie mich und zeigte großes Interesse an mir. Auch andere Kinder sind mir noch gut in Erinnerung. Gabriel und Dougles liefen zum Beispiel begeistert mit der humedica-Weste und -Baseballkappe herum und bewiesen sich als kleine, fleißige Helfer in der Küche.

Was war für Sie das schönste Erlebnis auf der Reise?

Günter Busold: Der Empfang, der uns bei der Ankunft bereitet wurde, war für die gesamte Gruppe ein äußerst bewegender und freudiger Moment. Wir wurden so herzlich von den Kindern empfangen und sie hatten sich bei der Vorbereitung so viel Mühe gegeben, dass selbst wir Männer zu Tränen gerührt waren.

Musikalischer Empfang der Ehrenamtlichen. Foto:humedica/privat

Es wurden Tänze aufgeführt, eine Band spielte und alle Reiseteilnehmer erhielten ein selbstbedrucktes T-Shirt, das mit bunten Handabdrücken der Kinder verziert war. Ich habe meins heute sogar extra wieder angezogen. Ich fand es auch sehr beeindruckend zu sehen, welche Möglichkeiten den Kindern in dem Kinderdorf geboten werden. Bei Sport, PC Kursen, Musikstunden, Handarbeit und Gartenarbeit bekommen die Kinder und Jugendlichen viele Anregungen. Diese Anreize sind wichtige Unterstützungen.

Was war der bewegenste Moment für Sie im Kinderdorf?

Lucia Maurus: Elisabeth und ich sind im Kinderdorf zwei Tage länger geblieben als der Rest der Gruppe, um Familien zu besuchen, die an dem Familienpatenschaftsprogamm teilnehmen. Diese Begegnung hat mich nachdenklich gestimmt: Mit wie wenig diese Familien auskommen müssen und wie zufrieden sie gleichzeitig erscheinen.

Sie leben in äußerst bescheidenen Verhältnissen und manche Kinder müssen bereits um halb sechs in der Früh das Haus verlassen, damit sie um acht Uhr pünktlich im Kinderdorf ankommen. Das sind für diese Familien alltägliche Situationen - für uns sind sie jedoch fast unvorstellbar.

Haben Sie alle zusammen, die Sie das Projekt persönlich besuchen konnten, einen speziellen Wunsch für die Zukunft des Kinderdorfs?

Antwort von allen Interviewpartnern: Wir wünschen uns, dass die Arbeit im Kinderdorf von Nova Friburgo noch lange so weiter geführt werden kann, wie es derzeit der Fall ist. Die Kinder machten auf uns so einen glücklichen und zufriedenen Eindruck im Projekt. Sie brauchen diesen Lebensraum und das gesamte soziale Umfeld.

Jugendliche aus dem humedica-Kinderdorf. Foto:humedica/privat

Daher hoffen wir, dass sich viele Menschen zu Patenschaften entschließen und somit das Projekt langfristig finanziell unterstützen. Günter hat sich nach der Reise gleich für mehrere Patenschaften entschlossen. Vielleicht ist in ein paar Jahren sogar eine Erweiterung des Projekts möglich, der Platz ist zumindest da, dann könnten noch mehr Kinder betreut werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und auch für das Gespräch.

Bitte unterstützen auch Sie unsere Arbeit in Brasilien mit einer Familienpatenschaft (Antrag zur Patenschaft finden Sie hier) oder mit einer Spende.
      humedica e.V.
      Stichwort "Brasilien"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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