Im Gedenken an Polycarp Onsongo: Aufopfernde Liebe, Hingabe und Trauer

von Steffen Richter, 17.12.2010

Unsere Trauer nach dem tragischen Verkehrsunfall unseres Landesdirektors in Sudan, Nyabuga Polycarp Onsongo, im Juni 2009 war kaum mit Worten zu beschreiben. Der engagierte junge Mann verstarb nach einem Frontalzusammenstoß mit einem anderen Auto noch an der Unfallstelle in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum.

Wir sind sehr glücklich, dass sich im Laufe der darauf folgenden Wochen und bis heute einige Menschen gefunden haben, die Polycarps Witwe Agnes und seine beiden Söhne Leo und Lee gezielt unterstützen.

Selbstverständlich kann diese Hilfe den Verlust des Ehemannes und Vaters nicht ersetzen, aber zumindest die Versorgung der Familie und die Ausbildung der Kinder sind damit gesichert.

Polycarps Söhne vermissen ihren Vater jeden Tag: Leo (links) und Lee Onsongo. Foto: humedica/privat

Für alle drei ist der Alltag noch immer von Trauerarbeit geprägt. Bei jedem Geburtstag, jedem anderen Feiertag, jeder zu treffenden Entscheidung fehlt Polycarp seiner Familie. Die Situation ist auch 18 Monate nach seinem Tod noch immer hart für Agnes (30 Jahre alt), Leo (6) und Lee (3).

Die Trauer um den Ehemann und Vater ist allgegenwärtig, vor allem der kleine Lee fragt immer häufiger, warum er keinen Papa hat wie all die anderen Kinder. Dennoch verharrt die tapfere Witwe nicht in ihrer Trauer, sondern packt das Leben an und versorgt ihre beiden Söhne mit einer aufopferungsvollen Liebe und Hingabe.

Es gab zudem einige Veränderungen für die Onsongos: Die wichtigste Neuerung betrifft den Umzug der Familie von Nairobi nach Kisumo. Polycarp hatte dort bereits ein Grundstück erworben und hatte ohnehin eine Veränderung der Wohnsituation ins Auge gefasst.

In Kisumo sind die Lebenshaltungskosten niedriger, die Familie wohnt nun näher an einem Großteil der Verwandtschaft. Der Umzug hat reibungslos funktioniert und alle drei fühlen sich in der neuen Umgebung gut integriert.

Während der sechsjährige Leo mittlerweile gerne zur Schule geht, ist Agnes zurzeit dabei, ihr Studium des Sozialwesens zu beenden; in diesen Tagen stehen ihre letzten Prüfungen an. Mit dieser Ausbildung erhofft sich die junge Witwe eine Anstellung bei den kenianischen Behörden, um langfristig das Einkommen für ihre kleine Familie verbessern zu können.

Die monatlichen Spenden der humedica-Freunde werden gezielt zur Versorgung und Ausbildung der beiden Jungs genutzt, eine große Erleichterung für Agnes, die sich auch auf diesem Wege sehr herzlich für diese besondere Hilfe bedankt. Neben dem Abschluss des Studiums steht für die Onsongos der Bau eines kleinen Häuschens auf dem von Polycarp erworbenen Grundstück als wichtiges Ziel für die kommenden Monate auf dem Plan.

Wir werden Sie selbstverständlich über die Situation der Familie auf dem Laufenden halten. Sollten Sie Fragen haben oder Unklarheiten bestehen, steht Ihnen Frau Andrea Trautmann (Fon: 08341–96614835, a.trautmann@humedica.org) sehr gerne zur Verfügung; sie ist für die Betreuung der Familie verantwortlich.

Vielen herzlichen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.

Möge Gott Geber und Gaben reich segnen.

Agnes Onsongos Kraft für sich und ihre beiden Söhne erwächst aus ihrer Liebe und Hingabe. Foto: humedica/privat

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