Gesundheitsrisiko Nummer eins ist Hunger

von Ruth Bücker, 04.06.2010

Während ich diese Zeilen schreibe, knurrt mein Magen. Nach Feierabend werde ich glücklicherweise nach Hause gehen und mir etwas zu essen zubereiten können. Mein Körper wird mit der Energiezufuhr zufrieden und ich rundum satt sein. Für rund eine Milliarde Menschen weltweit ist das beschriebene, für uns normale Szenario ein unerreichbarer Traum.

Die genannte unvorstellbar große Zahl an Menschen leidet existenziell an Hunger. Damit einhergehend gehören Unter- und Mangelernährung zu den global größten Bedrohungen der Menschheit. Nach Angaben des World Food Programme sterben jährlich zehn Millionen Menschen an Hunger – mehr als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.

Hunger ist mehr als ein Magenknurren

Indbesondere für Kinder, die sich noch in der Entwicklung befinden, hat Mangelernährung schwerste Folgen. Foto: humedica/Simone Winneg

Der Energiebedarf eines Menschen variiert stark mit Alter, Körpergröße, Geschlecht, Klima und körperlicher Tätigkeit. Der durchschnittliche Kalorienbedarf, um Stoffwechsel und wichtige Organfunktionen aufrecht zu erhalten, liegt laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bei 1.800 bis 1.900 Kilokalorien pro Tag. Was wir an Kilokalorien an einem Tag zu uns nehmen, muss Hungerleidenden für einen sehr viel längeren Zeitraum genügen.

Liegt die tägliche Energiezufuhr über längere Zeit unter dem Bedarfsminimum, das für ein gesundes Leben benötigt wird, führt dies zu einer Unterernährung. Bei weniger als 1.400 Kilokalorien täglich wird von extremer Unterernährung und chronischem Hunger gesprochen. Führ mehr als 900 Millionen Menschen ist Hunger chronisch.

Ebenfalls eine große Bedrohung ist dauerhafte Mangelernährung. Die Qualität der Lebensmittel ist neben der Quantität entscheidend dafür, ob der Körper mit ausreichend Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen versorgt werden kann. Sind unter Umständen zwar ausreichend, aber nicht mit den richtigen Nährstoffen bestückte Lebensmittel vorhanden, kann dies einen gleichfalls bedrohlichen Zustand für den Körper bedeuten wie andauernder Hunger.

Reaktionen des Körpers auf Hunger und Mangelernährung

Andauernder Hunger, Unter- und Mangelernährung führen zu einer Reihe von gravierenden Mangelerscheinungen. Der Körper versucht zunächst den Mangel auszugleichen, indem die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit gedrosselt wird. Konzentrationsschwäche ist aber ein vergleichsweise geringes Problem bei Mangelerscheinungen.

Gravierender dagegen ist die Schwächung des Immunsystems, wodurch vermeintlich harmlose Erkrankungen wie Durchfall, Masern oder Atemwegserkrankungen einen tödlichen Ausgang nehmen können. Schätzungen des World Food Programme zufolge sterben jedes Jahr mehr als zehn Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, 53 Prozent der Todesfälle sind bedingt durch Hunger und Mangelernährung.

Warum existieren Hunger und Mangelernährung?

Krieg und Vertreibung bedeuten, den Boden unter Füßen und all sein Hab und Gut zu verlieren. Foto: humedica

Fast jeder siebte Mensch der Welt leidet Hunger, und das obwohl statistisch gesehen, genügend Lebensmittel für jede Person auf der Welt vorhanden sind. Aber warum gibt es dann Hunger und die dadurch verursachten zehn Millionen Todesfälle jährlich? Und warum müssen über 900 Millionen Menschen in Entwicklungsländern dauerhaft Hunger leiden?

Als eine offensichtliche Ursache ist zunächst Armut zu nennen. Ohne finanzielle Mittel können weder Nahrungsmittel, noch Saatgut oder Vieh für die Eigenversorgung erworben werden. Eine fatale Abwärtsspirale wird angetrieben: Den hungernden Menschen fehlt Geld für Nahrungsmittel, demzufolge haben sie nicht genügend Kraft zum Arbeiten, ohne diese sie wiederum noch weniger Geld zur Verfügung haben.

Weitere Gründe für Hunger und Mangelernährung sind:
      • Kriege und Vertreibungen
      • Naturkatastrophen
      • ansteigende Preise der Grundnahrungsmittel
      • starkes Bevölkerungswachstum aufgrund hoher Geburtenraten
      • mangelnde Bildung
      • schlechte klimatische Verhältnisse

Was können wir tun?

Bei der Bekämpfung des Hungers, der Unter- und Mangelernährung gilt es zwei Wege zu beschreiten. Bei den bereits extrem Unterernährten muss dem Körper mit Spezialnahrung in möglichst kurzer Zeit viel Energie und die fehlenden Nährstoffe zugeführt werden. In speziellen Unterernährtenzentren, wie aktuell von humedica in Niger im Aufbau, werden die Patienten gestärkt und mit ausreichend Nahrung versorgt.

Darüber hinaus ist die Arbeit im Vorfeld von größter Bedeutung, wie humedica-Koordinatorin Simone Winneg kürzlich berichtete: „Nicht nur die extrem Unterernährten sind uns ein Anliegen, sondern gerade auch diejenigen, bei denen es diesen Zustand noch zu verhindern gilt. Leider sind sehr viele Menschen in Niger ständig an der Grenze zu einer akuten Unterernährung, bei denen es durch die Versorgung mit Spezialnahrung eine Verschlechterung zu verhindern gilt.“

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende das Unterernährtenprogramm von humedica in Niger, das gemeinsam mit den Hilfsorganisationen UNICEF und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen Hungerleidenden neue Kraft gibt.
      humedica e.V.
      Stichwort "Klinik Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie hier auch online für die Unterernährten in Niger oder tragen Sie mit einer SMS zur Verbesserung der Lage in Niger bei:
Senden Sie DOC an die Kurzwahl 8 11 90 und unterstützen uns einmalig mit 5,- Euro, wovon 4,83 Euro direkt der humedica-Projektarbeit zu Gute kommen. Vielen Dank.

Helfen Sie uns dabei, mit gezielten Unterernährtenzentren gegen den Hunger vorzugehen und Kinder zum Lachen zu bringen. Foto: humedica

Dieser Artikel enthält Informationen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, von UNICEF, der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen, Kinder dieser Welt und Brot für die Welt.

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