Ein herzliches Dankeschön aus Haiti

von Karin Uckrow/RBU, 02.08.2010

Die Berlinerin Karin Uckrow reiste Ende März mit humedica nach Haiti, um als Projektkoordinatorin die medizinischen Teams zu unterstützen. Vier Monate später ist für sie der Tag des Abschiedes gekommen, von dem sie in ihrem Bericht erzählt.

Stück für Stück kehrt Normalität in Haiti ein, wie auch bei diesen Waisenhaus-Kindern. Foto: humedica/Verena Göttlich

„Seit dem 15. Januar 2010 haben die Teams von humedica im Krankenhaus Espoir in Port-au-Prince stationär und ambulant Erdbebenopfer medizinisch versorgt. Die medizinische Erstversorgung umfasste insbesondere die Behandlung von multiplen Trümmerfrakturen, Quetschungverletzungen und in vielen Fällen mussten Gliedmaßen amputiert werden.

Mit einem Team von Chirurgen, Anästhesisten, Allgemeinmedizinern, Krankenschwestern und Sanitätskräften war die Zeltklinik nach dem Erdbeben ein Zentrum für Versorgung von Katastrophenverletzungen.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit im Krankenhaus der Hoffnung in den folgenden Monaten war die stationäre (Nach-)Versorgung der schweren Frakturen und Amputationen aufgrund des Erdbebens. Dies beinhaltete intensive Wundversorgung, weitere notwendige Operationen bei schlecht verheilten Frakturen und umfangreiche Physiotherapie.

Neben der Arbeit in der Klinik in Port-au-Prince waren humedica-Teams auch in der Stadt Leogane tätig. In den letzten Monaten lag der Schwerpunkt auf der Durchführung von mobilen Kliniken in der Umgebung von Leogane.

Neben Erdbebenopfern, die erst nach längerer Zeit medizinische Hilfe aufsuchten, behandelten wir Patienten, deren Krankheiten aus den Umständen des Erdbebens – schlechte Hygienebedingungen sowie Mangel- und Unterernährung – resultieren. Darüber hinaus leisteten unsere Teams in zwölf Waisenhäusern, die vom Erdbeben betroffen waren, medizinische Versorgung.

All die Arbeit seit dem Erdbeben im Januar wurde von insgesamt elf medizinischen Teams bewältigt. Insgesamt mehr als 120 Freiwillige verschiedener Altersgruppen, verschiedener Nationalitäten und Berufen oder medizinischen Fachrichtungen waren mit humedica in Haiti, um Erdbebenopfer medizinisch zu versorgen und zu behandeln.

Mit dem Einsatz der Freiwilligen und der finanziellen Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland konnte in den vergangenen sechs Monaten viel bewirkt werden. Über 100 schwerstverletzte Patienten wurden stationär und tausende von Patienten ambulant behandelt.

Die Arbeit der medizinischen Teams erfolgte oft unter schwierigen Bedingungen. Es musste oft improvisiert werden, um den Mangel an Materialien aufzufangen oder die Umstände erforderten, dass die Einsatzkräfte relativ schnell die Arbeitsgebiete wechseln mussten. Hitze und schwere Regenfälle taten ihr Übriges.

Das medizinische Projekt „Behandlung von Erdbebenopfern“ wird nun in dieser Form beendet. Die meisten unserer Patienten konnten in den letzten Wochen entlassen werden und nur noch neun Patienten benötigen eine stationäre Unterbringung. Diese Patienten werden weiterhin in dem Krankenhaus Espoir behandelt, bis auch ihre Genesung vollkommen abgeschlossen ist.

In den nächsten Monaten wird humedica mit kleineren medizinischen Teams von bis zu fünf Personen in Port-au-Prince weiterarbeiten, wobei der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich Physiotherapie und Wundversorgung sein wird.

Krankenhausleiterin Gladys Thomas (rechts) mit Mitgliedern des letzten humedica-Teams. Foto: humedica/Karin Uckrow

Das letzte große, medizinische Team wurde vor wenigen Tagen offiziell von der Krankenhausleitung, Gladys Thomas, verabschiedet. Gladys Thomas bedankte sich im Namen der vielen Patienten und des Krankenhauses bei humedica, bei dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und bei allen Teams und Koordinatoren, die sich in den letzten Monaten für die Erdbebenopfer in Haiti eingesetzt haben.

Ihr Dank galt dem Engagement und der Unterstützung jedes Einzelnen, der den Erfolg dieses Einsatzes ermöglicht hat.

Herzlich am letzten Tag aus Haiti,
Ihre Karin“

Das gesamte humedica-Team in der Hauptzentrale in Kaufbeuren möchte sich diesem Dank anschließen. Die selbstlose Hilfe, Nächstenliebe und ein großartiges Engagement machen die humedica-Einsätze überhaupt erst möglich.

Bis Ende 2011 wird humedica noch in Haiti tätig sein und entsprechend der Bedürfnisse Expertenteams in den Karibikstaat entsenden. Bitte unterstützen Sie, liebe Freunde und Förderer, dieses Vorhaben mit einer konkreten Spende:

      humedica e.V.
      Stichwort "Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte unterstützen Sie uns auch mit einer Online-Spende, die den Menschen in Haiti zu Gute kommt oder wählen Sie den schnellen, einfachen und sicheren Weg der Unterstützung durch das Senden einer sms:
Senden Sie dafür ganz einfach DOC an die Kurzwahl 8 11 90 und unterstützen uns einmalig mit 5,- Euro, wovon 4,83 Euro direkt der humedica-Projektarbeit zu Gute kommen. Vielen Dank.

Patienten und Krankenhausleitung dankten den humedica-Ärzteteams der vergangenen sechs Monate für ihre Nächstenliebe in Aktion - die humedica-Mitarbeiter der Zentrale in Kaufbeuren können sich dem nur anschließen. Die Torte hatte eine Höhe von 20 cm, war 80 cm breit und 40 cm lang. Foto: humedica/Karin Uckrow

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