Bin nicht gut im Abschied nehmen

von Ruth Bücker, 12.09.2010

Abschiede gehörten noch nie zu den Dingen, mit denen ich besonders gut umgehen kann. Es fällt mir schwer, auf unbestimmte Zeit Menschen zu verlassen, die ich schätzen gelernt habe, mit denen ich eine gute Zeit verbringen durfte, in deren Gegenwart ich mich wohl fühlte und mit denen ich gemeinsam etwas erreichen konnte. Aber nun war es wieder einmal mehr in meinem Leben soweit – und zwar doppelt.

Wiebke Discus, Carolin und Raphael Müller vor dem Abflug nach Pakistan. Dieses vierte Team wird verstärkt durch Dr. Rüdiger Lange. Foto: humedica/SRI

Das dritte humedica-Team, das zur medizinischen Behandlung der Flutopfer nach Pakistan gereist war, sitzt auf gepackten Koffern und fliegt wieder zurück nach Deutschland und nach Belgien. Zurück zu ihren Familien, ihren Freunden in ihre gewohnte und entspannte Umgebung.

„Ich freue mich sehr auf Zuhause, meine Familie, meine Tochter und meine Freunde. Aber es ist auch traurig, da die Menschen in Pakistan immer noch so viel Hilfe benötigen. Es war schön, für zwei Wochen bei ihnen zu sein und ihnen zu helfen.“

An die 2000 Patienten werden es gewesen sein, schätzt Dr. Philipp Fischer, die er und sein Kollege Prof. Dr. Gerhard Trabert untersucht- und den durch die Flut obdachlos gewordenen und erkrankten Menschen Medikamente verschrieben haben.

2000 Patienten, denen die Krankenschwestern Cindy Chielens und Irmgard Römpp entweder die verordneten Medikamente ausgaben oder Verbände wechselten, Wunden reinigten, eiternde Abszesse aufschnitten und mit ihrer Herzlichkeit für viel Freude bei den Patienten sorgten. Ein klein wenig Freude und Lachen mitten in großem persönlichen Leid.

Mit der Abreise dieses Teams wird die medizinische Versorgung in der Region Charsadda abgeschlossen und gemeinsam mit zwei neuen Ärzten, einer Pflegekraft und einem Medizinstudenten wird nun den Flutopfern in und um Sukkur (Region Sindh) medizinisch geholfen werden.

Sofern Hilfsbedürftigkeit überhaupt der Dringlichkeit der Hilfe nach beurteilt werden kann, bedürfe es im Süden des Landes noch mehr Hilfe, wie humedica von verschiedenen Behörden und befreundeten Organisationen berichtet wurde. Dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland wurde es uns möglich gemacht, nun in Sukkur mit der mobilen Klinik fortzufahren.

Gemeinsam mit dem lokalen Partner des Riverside Slum Children Project werden verschiedene Camps angefahren und die an den Folgen der schlimmen Überschwemmungen erkrankten Menschen behandelt. Diese Hilfe ist sehr notwendig!

Abschiede gehören zum Leben dazu, das weiß ich, und wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich dafür an anderer Stelle eine andere Tür, die neue Wege aufzeigt. Mit einem weinenden und einem freudig lachenden Auge sitze ich nun im Flugzeug nach Sukkur und schreibe Ihnen diese Zeilen.

Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit dem neuen Team aus ehrenamtlichem medizinischem Personal durch die neue Türe zu gehen und vielen weiteren Menschen helfen zu können. Vielen Dank, liebe Freunde und Förderer, dass Sie uns bis hierher nicht nur begleitet haben, sondern all dies erst ermöglichen.

Ich bitte Sie, uns weiterhin mit einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 zu unterstützen, und über unser Online-Formular oder auf untenstehendes Konto mit einer Spende den betroffenen Menschen in Pakistan zu helfen.
      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Pakistan
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Prof. Dr. Gerhard Trabert, Irmgard Römpp, Dr. Philipp Fischer und Cindy Chielens behandelten in zwei Wochen rund 2000 Patienten. Foto: humedica/Ruth Bücker

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