400 behandelte Patienten am heutigen Tag

von Ruth Bücker, 10.09.2010

Ginge es um einen Wettbewerb, könnte von einem neuen Rekord gesprochen werden. Darum geht es bei dem Hilfseinsatz in Pakistan zwar nicht, aber die Erfüllung und Freude über die 400 behandelten Patienten am heutigen Tag ist wahrscheinlich auch mehr wert, als der Gewinn einer Goldmedaille.

Gul Sanga hat achtzehn Enkel und viel zu erzählen. Foto: humedica/Judith Kühl

Während am Vormittag abermals der Friedhof in Charsadda mit seinem Zeltcamp Anlaufstelle unseres Teams war, wurden kurz nach Mittag alle Utensilien früher als sonst wieder ins Auto verladen, um ein neues Zeltlager mit obdachlos gewordenen Menschen anzufahren.

In 40 Zelten leben hier 250 Kinder, Frauen und Männer, teilweise bis zu 14 Personen in einem einzigen Zelt. Vor knapp zwei Wochen wurden hier die ersten Zelte aufgeschlagen. Die Notwendigkeit war groß, berichtet der Camp-Koordintor, denn die Flutopfer, die zuvor auf dem Mittelstreifen des sechsspurigen Highways gelebt hatten, mussten diesen Ort aus Sicherheitsgründen verlasen.

Nun haben Familien wie die der achtzehnfachen Großmutter Gul Sanga hier ein neues Dach über dem Kopf gefunden. Gemeinsam mit einem ihrer Söhne und dessen sechs Kindern bewohnt sie eines der Zelte. Für verhältnismäßig sauberes Wasser ist gesorgt, die restlichen Dinge des Lebens sind Mangelware.

Zumindest für heute Abend sollte es den Menschen hier aber nicht an einem ausreichenden Essen fehlen. Iftar, so nennen Muslime am Ende eines jeden Fastentages das Abendessen, für welches am heutigen Abend unsere Partnerorganisation ARO sorgte. Koordinator Simon, unser Fahrer und Übersetzer Christopher und ich wurden gebeten, zu diesem besonderen Anlass zu bleiben.

Einladung zum gemeinsamen Essen nach Sonnenuntergang im Flüchtlingscamp. Foto: humedica

Es war ein merkwürdiges Gefühl: Nachdem mir während Gesprächen mit Zeltbewohnern am Nachmittag bereits mit einem Fächer Luft zugefächert wurde, egal wo ich hinging mir sofort ein Stuhl gebracht wurde oder das einzige Kissen im Zelt zum Sitzen angeboten wurde, sollte ich nun auch noch den ansonsten unzureichend mit Nahrung versorgten Menschen etwas von ihrem Festessen wegnehmen?

All die Gesten und Taten waren so außerordentlich fürsorglich und gut gemeint und es gehört zu dem Glauben dazu, andere Menschen zum Iftar in die Gemeinschaft einzuladen und dadurch gesegnet zu werden, aber es fiel mir trotz des Wissens sehr schwer, sie ohne ein Gefühl der Scham annehmen zu können.

Um den kleinen Mädchen und Jungen, ihren Müttern und Vätern nachhaltig helfen zu können und die Zustände hier zu ändern, möchte ich Sie um Ihre weitere Unterstützung bitten. Ich danke Ihnen bereits jetzt für Ihr Engagement.

Ich bitte Sie, uns weiterhin mit einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 zu unterstützen, und über unser Online-Formular oder auf untenstehendes Konto mit einer Spende den betroffenen Menschen in Pakistan zu helfen.
      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Pakistan
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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