Zu Besuch im Slum

von Ruth Bücker, 08.09.2010

Gemeinsam mit dem Krankenpfleger Vicky der pakistanischen Hilfsorganisation Riverside Slum Children Project, besuchte ich nach einem anstrengenden Tag mit vielen Behördengängen, Suche nach einer Unterkunft für unser Team und stundenlangem Autofahren, Familien im Slumgebiet an den Ufern des Indus´.

Freundliche Gastgeber, die alles verloren haben. Foto: humedica/Ruth Bücker

Auf einem kleinen Trampelpfad gelangten wir von der Straße, die während der Überschwemmungen komplett überflutet war und nun noch immer von den angeschwemmten Trümmern und dem Müll gezeichnet ist, in das am schlimmsten betroffene Gebiet in Sukkur: die Slumgebiete zwischen Flussufer und Schutzmauer.

Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, wenn ich zu den Menschen gehe, die alles verloren haben und zwischen Trümmern, Schlamm und Schmutzwasser leben. Vielleicht würden die Familien auch verärgert reagieren und mich als Schaulustige ansehen und mich nicht bei sich haben wollen.

Aber das Gegenteil war der Fall. Innerhalb weniger Minuten scharten sich zahlreiche kleine Mädchen und Jungen um uns, die mir alle die Hand schütteln wollten und mich mit den Worten „Hello Miss“ begrüßten. Sie empfingen mich mit so einer Herzlichkeit, dass ich mich bereits nach wenigen Augenblicken nicht mehr als ungeladener Zuschauer fühlte, sondern als willkommener Gast.

Familien zeigten uns das Durcheinander, das die Wassermassen angerichtet haben. Zeigten uns stolz ihre im Schlamm nach etwas Essbarem pickenden Hühner und ihre provisorischen Kochstellen über der offenen Flamme. Sie luden uns ein, uns zu ihnen zu setzen und klagten nicht einmal über ihr Leid, nicht über die entzündeten, angeschwollenen Augen oder ihre verkrusteten und infizierten Hautstellen.

Die stolze Mama eines Babys, dessen Zukunft nicht sicher ist. Foto: humedica

Auch ein alter Mann, dessen Husten sich schrecklich anhörte und dessen röchelndes Atmen grausam begleitend zur Geräuschkulisse gehörte, beschwerte sich nicht über seinen Zustand. Ich bewundere diese Menschen ehrlich.

Und ich fühlte mich sehr geehrt und sicherlich auch etwas gerührt, als mir Vicky die Einladung einer älteren Frau aussprach, ihre Enkeltochter anzuschauen, da sie mir das kleine Baby sehr gerne zeigen würde. Erst drei Tage zuvor hatte das medizinische Team des Riverside Projects, bei deren mobilen Kliniken Vicky als Krankenpfleger hilft, das winzige aber gesunde Mädchen auf die Welt gebracht.

Bitte, liebe Freunde und Förderer, helfen Sie uns mit Ihren Spenden, damit wir in Form von Medikamenten, medizinischer Betreuung und weiterführenden Wiederaufbaumaßnahmen diesen Menschen ein Stück der Herzlichkeit und Fürsorge wiedergeben können, die sie mir zuteil kommen ließen und die jedem von Ihnen zukommen würden.

Bereits in wenigen Tagen wird das humedica-Team die bereits bestehenden Bemühungen des Riverside Slum Children Project unterstützen und gemeinsam mit mobilen Kliniken verschiedene Flüchtlingscamps anfahren, um den Menschen dort medizinische Hilfe zukommen zu lassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung bei unserer Arbeit in Pakistan.

Ich bitte Sie, uns weiterhin mit einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 zu unterstützen, und über unser Online-Formular oder auf untenstehendes Konto mit einer Spende den betroffenen Menschen in Pakistan zu helfen.
      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Pakistan
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

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