Jetzt sind die Folgen der Katastrophe für mich nicht mehr nur Nachrichten - sie sind Realität

von Ruth Bücker, 03.09.2010

Ruth Bücker sitzt für gewöhnlich in der humedica-Zentrale in Kaufbeuren in ihrem Büro und ist mitverantwortlich für den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Nun reiste sie nach Pakistan, um Medienkoordinatorin Judith Kühl in ihren Aufgaben abzulösen und mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, weiterhin Gedanken aus Pakistan zu teilen.

Herzlich willkommen und vielen Dank an alle Spender weltweit – das war der Willkommensgruß, gemalt auf ein großes Leinentuch, der die Passagiere an ihrem Zielflughafen Peshawar herzlich begrüßte. Und somit auch mich, da ich als Koordinatorin für humedica in Pakistan tätig bin. Ich muss gestehen, bei diesem Willkommensgruß fiel mir ein großer Stein vom Herzen.

Gedanken dieser Art beschäftigten mich während des Fluges, lösten sich nach der Landung aber schnell in Luft auf. Das Verhalten der einheimischen Mitarbeiter des Flughafens mir gegenüber war unglaublich herzlich: auf dem schnellsten Weg bekam ich meine nötigen Dokumente ausgestellt, mein Rucksack wurde vom Gepäckband geholt und gemeinsam mit mir zum Auto gebracht.

Das Team aus ehrenamtlichen Helfern behandelt mehrere hundert Patienten pro Tag - ohne Ihre Spendengelder wäre das unmöglich. Foto: humedica

Ich sehe mich selbst allerdings nur als stellvertretende Empfängerin dieser Herzlichkeit und Dankbarkeit, denn der Dank gilt Ihnen, liebe Freunde und Förderer von humedica. Und ich möchte diesen Dank der pakistanischen Menschen gerne an Sie weitergeben.

Das Miteinander in Pakistan war für mich bereits an den ersten beiden Tag meines Einsatzes sehr beeindruckend: Einheimische helfen uns, wo sie nur können. Gehen bis in die Nacht hinein bürokratischen Angelegenheiten nach und sind stets um unser Wohlbefinden bemüht.

Ganz abzusehen von den bis zu 300 Patienten, die das humedica-Ärzteteam täglich behandelt, hatte ich bereits am ersten Tag hier im Flutgebiet das Gefühl bekommen, dass wir den Menschen über die medizinische Hilfe hinaus noch weit mehr geben: Hoffnung.

Bitte gehen Sie auf diesem Weg der Hilfe auch weiterhin an unserer Seite. Aktuell laufen die Planungen für den Umzug in das südlich gelegene Gebiet Sukkur auf Hochtouren, der uns dank der Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland ermöglicht wurde.

Die Not der Menschen ist in diesen Gebieten, in denen die Flut zeitversetzt eingetroffen ist, noch enorm groß. Um den Umzug des Ärzteteams schnellstmöglich realisieren zu können, bin ich gemeinsam mit humedica-Koordinator Simon für weitere zwei Tage nach Sukkur gereist, um die notwendigen Schritte einzuleiten.

Erst auf der Fahrt durch die Stadt wurde mir dann richtig bewusst, dass ich mich jetzt in einem Flutgebiet befinde, von dem ich bereits viel gehört, gelesen und gesehen habe. Bisher setzten sich die Eindrücke der Katastrophe aber lediglich aus Nachrichten oder Zeitungsberichten zusammen. Nun bewege ich mich inmitten der katastrophalen Zustände und sie haben an trauriger Wirklichkeit gewonnen – ich lebe und arbeite inmitten der Auswirkungen der Wassermassen.

Ich bitte Sie, uns weiterhin mit einer sms und dem Stichwort DOC an die 8 11 90 zu unterstützen, und über unser Online-Formular oder auf untenstehendes Konto mit einer Spende den betroffenen Menschen in Pakistan zu helfen.
      humedica e.V.
      Stichwort „Fluthilfe Pakistan
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Vielen Dank und mit herzlichen Grüßen aus Pakistan,

Ihre Ruth.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Foto: humedica/Judith Kühl

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