ERDBEBEN IN HAITI: Leogane - Eindrücke aus einer zerstörten Stadt

von Ruth Bücker/SRI, 09.02.2010

Leogané ist eine kleine haitianische Stadt am Meer, etwa eine Stunde Autofahrt von Port-au-Prince entfernt. Mitte Januar lag hier das Epizentrum des Erdbebens und entsprechend groß ist die Verwüstung. Die Ärztin Barbara de Matos Marques hat zusammen mit einem humedica-Team dort ihre Zelte aufgeschlagen.

Auch in Leogane sind die Behandlungsorte noch provisorischer Natur, aber angesichts der Umstände funktional. Foto: humedica

Auf einem ehemaligen Schulgelände hat das Team ein humedica-Außenlager errichtet und bietet medizinische Grundversorgung an. Dass sich die Ärzte in Leogané befinden und Behandlungen vornehmen, hat sich unter den dort lebenden Menschen schnell herumgesprochen.

Bereits ab 5 Uhr in der Frühe versammeln sich die ersten Patienten vor dem Lager und warten geduldig auf ihre Behandlungen. Die am häufigsten auftretenden Beschwerden sind Durchfallerkrankungen, Pilzinfektionen und Lungenentzündungen.

Auch Verbandswechsel und die Behandlung der ersten Malariafälle führt das Team in Leogané täglich mehrfach durch. Staub und Sonne ausgeliefert ist das Immunsystem der Einheimischen stark geschwächt.

Dass sie nicht ausreichend zu essen und keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, erschöpft die Opfer des Erdbebens zusätzlich. Für die nächsten Wochen stellen sich die Ärzte bereits auf die bevorstehende Regenzeit ein. Es ist zu befürchten, dass die Fälle von Malaria und Denguefieber rapide ansteigen werden.

Die Liste der Patienten bleibt lang, die Krankheitsbilder indes verändern sich. Foto: humedica

Dr. Matos Marques erklärte in ihrem Bericht, dass es unmöglich erscheine, "all das Zerstörte wieder aufzubauen und das Leid des Einzelnen zu lindern". Wunderbar zu erleben sei dagegen, „wie Menschen aus der ganzen Welt Hand in Hand mit der einheimischen Bevölkerung engagiert sind und schon viel bewegt haben“.

Ein Ziel des humedica-Team in Leogané ist der Aufbau einer Zentrale für mobile Einsätze, um auch Patienten in entlegenen Gebieten erreichen und behandeln zu können.

Für die Durchführung dieser mobilen Einsätze und für weitere langfristige Hilfe benötigen wir weiterhin Ihre Unterstützung, liebe Freunde und Förderer. Bitte helfen Sie uns mit einer konkreten Spende auf unten stehendes Konto:

      humedica e. V.
      Stichwort „Erdbeben Haiti"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
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Der Einsatz in Haiti ist für jeden der bis dato mehr als 30 humedica-Helfer ein besonderer. Foto: humedica

Die Hilfsmaßnahmen in Haiti werden vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und in enger Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe (Duisburg), World Vision (Friedrichsdorf) und Bild hilft - Ein Herz für Kinder (Hamburg) umgesetzt. Unsere Bemühungen werden darüber hinaus unterstützt von der AIR BERLIN GROUP (Berlin), GAiN Germany e. V. (Gießen), Skandinavische Kindermission, hoffnungszeichen e. V. (Singen), Apotheker ohne Grenzen Deutschland e. V., Deutsches Institut für Katastrophenmedizin (Tübingen) und last but not least von Apotheker helfen - Hilfswerk der Bayerischen Apotheker (München). Auch an dieser Stelle vielen Dank für jede Form der Unterstützung und die hervorragende Zusammenarbeit.

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