ERDBEBEN IN HAITI: Bericht einer Überlebenden nach dem Erdbeben

von Ruth Bücker, 16.01.2010

Die Haiti Kinder Hilfe ist ein seit 1982 eingetragener Verein, der haitianische Familien unterstützt. Nach dem Erdbeben erreichte humedica über den Verein die Geschichte einer befreundeten Amerikanerin, die das Beben überlebte und über die Lage nach der Katastrophe berichtet.

Kim und ihr Mann Patrick waren gerade erst zusammen mit ihrem haitianischen Adoptivsohn in ihre Wohnung im Zentrum von Port-au-Prince zurückgekehrt, als die Erde zu beben begann. Das dritte Stockwerk stürzte in sich zusammen, während ihre eigene Wohnung wie durch ein Wunder den Erschütterungen standhielt.

Wie Kartenhäuser seien die Gebäude teilweise in sich zusammengefallen, berichteten Zeitzeugen. Foto:humedica

Sie seien sehr dankbar, überlebt zu haben. Es grenze für sie aber beinahe an ein Wunder. Viele ihrer Freunde haben sie verloren. Die Schule, in der beide als Lehrer arbeiteten, sei wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen.

„Ich habe mich niemals zuvor in meinem Leben so hilf- und nutzlos gefühlt“, schreibt die aus den USA Stammende in ihrer Mail. „Ich hatte ein volles Auto mit Verletzten, aber als wir am Krankenhaus ankamen, gab es anstelle des Gebäudes nur einen großen Gesteinshaufen.“

Ein weiteres Krankenhaus sei vorübergehend geschlossen worden, da es nach dem Einsturz eines gesamten Gebäudeflügels nicht ausreichend medizinisches Personal gäbe.

Die Menschen des Landes brauchen mehr denn je Hilfe, so Kim. Aufgrund der traumatischen Erlebnisse fürchteten auch die Überlebenden, deren Häuser nicht einstürzten, noch stehende Gebäude zu betreten. Sie säßen Tag und Nacht fassungslos und wie betäubt auf den Straßen der Hauptstadt.

Überlebende stehen vor großen Schuttbergen, einst ihre persönlichen oder öffentliche Gebäude. Foto: humedica/Jens Großmann

Die Stimmung sei, wie es nach so einer Katastrophe nicht anders sein kann, dominiert von Trauer und Verzweiflung. Manche Menschen sitzen apathisch auf dem Boden, andere laufen traumatisiert durch die zerstörte Stadt.

Je länger die Menschen kein Essen, kein Wasser und keine medizinische Versorgung erreiche, desto höher werde auch das Risiko, dass die Trauer in Wut überschlägt.

Für weitere Hilfsbemühungen bittet humedica aus diesem Grund weiterhin um konkrete Spenden auf untenstehendes Konto:
      humedica e.V.
      Spendenstichwort "Erdbeben Haiti"
      Spendenkonto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

BITTE SPENDEN SIE AUCH ONLINE. Vielen Dank.

Die ersten beiden humedica-Teams befinden sich seit Freitag im Einsatz. Simone Winneg koordiniert eines der Teams. Foto: humedica

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