Auswärtiges Amt unterstützt beim Kampf gegen Hungersnot

von Simone Winneg, 01.07.2010

„Die Hungersnot im Niger ist nicht mehr nur eine Bedrohung, sondern Realität. In der humedica-Klinik werden täglich mehrere Kinder vorgestellt, die „neben“ ihren Erkrankungen wie beispielsweise Malaria, Haut- oder Atemwegsinfektionen, mäßig oder sogar schwer unterernährt sind.

Bereits im Jahr 2005 halfen humedica-Ärzte bei einer schweren Hungersnot. Foto: humedica

Vier Monate alte Babys mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm sind hier nicht mehr eine Seltenheit, sondern schon fast die Regel. Dr. Andrea Kranen-Sutter, eine deutsche Kinderärztin, die für vier Wochen ehrenamtlich in der humedica-Klinik arbeitet, stellt erschrocken fest:

„Man verliert den Blick für die Normalität. Ein wohlgenährtes Kind, das nicht lethargisch ist, fällt inzwischen mehr ins Auge. Die Kinder sind hier so klein und so schmächtig!“

Unterernährung ist ein chronisches Problem im Niger, doch mit der Hungerkatastrophe, die sich gerade ereignet, erreicht es völlig andere und schreckliche Ausmaße. Wo sonst von einer Unterernährtenrate von 8,6 Prozent bei Kindern unter fünf Jahren gesprochen wird, galten in der zuletzt erhobenen Untersuchung 14,8 Prozent der untersuchten Kinder als unterernährt.

Höchste Zeit zu handeln. Zusammen mit dem Welternährungsprogramm der UN hat humedica im Distrikt Kollo neun Gesundheitsstationen ausgewählt, in denen die Unterernährung besonders ausgeprägt war, um Zusatzrationen für unterernährte Kinder, Schwangere und stillende Mütter zu verteilen.

Die erste Lieferung wird in Kürze stattfinden und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Gewichtswaagen wurden verteilt, Register kontrolliert, Lagerräume inspiziert und Empfehlungen ausgesprochen. Alles ist bereit, die Zusatznahrungsmittel zu empfangen und zu verteilen.

Dank einer großzügigen Zuwendung des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von ca. 240.000 Euro konnten die Hilfsmaßnahmen, die teilweise direkt in der humedica-Klinik durchgeführt werden, umgehend beginnen. Neben der Verteilung in den umliegenden ländlichen Gebieten, wird das unser kleines Krankenhaus ebenfalls als Unterernährtenzentrum fungieren.

Mütter, selber unterernährt und schwach, legen bis zu 50 Kilometer zurück, um ihre Kinder in die humedica-Klinik zu bringen. Foto: humedica/Dieter Schmidt

Bisher wurden mehr als 1.000 Kinder und 300 schwangere und stillende Frauen registriert, weitere werden folgen. Bis die erste Ernte reif ist, was erst in zwei bis drei Monaten der Fall sein wird, erwarten wir noch eine signifikante Steigerung dieser Zahlen, hinter denen jweils das Schicksal einzelnen Menschen steht.

Unsere einzige Hoffnung ist es, die Kinder so früh in unser Programm aufzunehmen, dass die Unterernährung noch nicht allzu weit fortgeschritten ist. Um diese Projekte gut und effizient umzusetzen und den Kindern und Frauen schnell und gut zu helfen, brauchen wir weiterhin ihre Unterstützung!

Herzliche Grüße aus Kollo,
Ihre Simone Winneg"

Kommen Sie diesem Aufruf bitte nach und unterstützen uns mit einer konkreten Spende:
      humedica e.V.
      Stichwort „Hunger Niger"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie hier auch online für die hungerleidenden Menschen in Niger oder tragen Sie mit einer SMS zur Linderung der Mangelernährung bei:
Senden Sie dafür ganz einfach DOC an die Kurzwahl 8 11 90 und unterstützen uns einmalig mit 5,- Euro, wovon 4,83 Euro direkt der humedica-Projektarbeit zu Gute kommen. Vielen Dank.

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