Benin: Die stille Katastrophe - Malaria und Cholera bedrohen die Bevölkerung - humedica hilft seit zwei Wochen

von Judith Kühl, 04.11.2010

Es ist eine stille, weil vergessene Katastrophe, die das westafrikanische Land Benin seit Wochen heimsucht. Andauernder Regen hat für riesige Überflutungen gesorgt. Malaria und ausgebrochene Cholera bedrohen die Menschen existenziell. Koordinatorin Judith Kühl ist seit dem 22. Oktober mit medizinischen Einsatzkräften im Land und hilft den Betroffenen.

Mehr als 1000 Patienten, darunter unzählige Kinder, konnte das humedica-Einsatzteam in Benin bisher behandeln. Foto: humedica/Robert Wunderlich

Bereits vom Auto aus sahen wir den Menschenauflauf vor dem Centre Sanite, in dem wir heute Überflutungsopfer, nach den schweren Regenfällen der letzten Wochen, behandeln werden.

Ganz vorne in der Reihe saß der kleine, sechsjährige Emmanuel. Er hatte schon mehrere Stunden auf unsere Ankunft gewartet. Schon am Vortag war das Kommen unseres medizinischen Teams, bestehend aus zwei Ärzten, einem Medizinstudenten und einer Krankenschwester, angekündigt worden.

Er hatte zwei Wochen hohes Fieber, bei uns 40,2 Grad, müde Augen und konnte sich kaum auf dem Stuhl halten. Er war alleine die zwei Kilometer von seiner Notunterkunft barfuß zu uns gekommen. Bisher hatte er sich keine medizinische Hilfe, geschweige denn Medikamente leisten können. Das Haus seiner Familie wurde bei der Überschwemmung des Oueme Flusses zerstört.

Die von uns vermutete Malaria bestätigte sich im Test als die gefährlichste aller bekannten Formen, die Malaria tropica mit sehr hoher Letalität.

Dank Ihrer Spenden konnten wir diesen Jungen mit hochwirksamen Malariamedikamenten versorgen und haben ihm dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben retten können.

Der kleine Emmanuel ist nur einer der etwa 1000 Patienten, die wir in den letzten sechs Tagen unseres Einsatzes an verschiedenen von der Flut betroffenen Orten in Benin behandelt haben und die Malaria nur ein Beispiel einer der lebensbedrohlichen Krankheiten, die nach dem Rückgang der Flut aufgetreten waren.

Ein besonderes Augenmerk gilt auch in Benin den kleinen Patienten. Foto: humedica/Judith Kühl

Die Erfahrung der letzten Woche hat gezeigt, dass es sich in Benin derzeit um eine „still ablaufende“ Katastrophe handelt. Menschen wie Emmanuel und seine Familie leben das ganze Jahr über am Rande der Katastrophe.

Durch die immer wieder verheerenden Naturgewalten werden sie um ihre Existenzgrundlage gebracht. Das Trinkwasser ist verseucht, die Ernte und das Ackerland zerstört und eine medizinische Hilfe nicht erreich- oder nicht bezahlbar.

Bitte unterstützen sie die Menschen Benins! Helfen Sie uns aktiv durch Ihre Spende die Arbeit unserer ehrenamtlichen Teams zu fördern um weiter in der Lage zu sein Menschen zu erreichen, die alles verloren haben!

Helfen Sie uns bitte mit einer Spende über unser Online-Formular oder auf folgendes Konto:

      humedica e.V.
      Stichwort "Flut Benin"
      Konto 47 47
      BLZ 734 500 00
      Sparkasse Kaufbeuren

Sicher, schnell und direkt ist auch die Möglichkeit der Unterstützung durch das Senden einer sms: Textmitteilung mit Stichwort DOC an die 8 11 90. Von den damit gespendeten 5,- Euro fließen 4,83 direkt in die humedica-Katastrophenhilfe.

Vielen Dank!

Die Katastrophenhilfe in Benin wird umgesetzt in Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Katastrophenmedizin (Tübingen), zudem unterstützt vom Auswärtigen der Bundesrepublik Deutschland (Berlin). Danke für die gute Zusammenarbeit.

Die Menschen in Benin brauchen auch weiterhin unsere Hilfe. Foto: humedica/Judith Kühl

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