Zurück in Bangladesch: Wieder ein Zyklon und wieder ein gutes Team

von Dieter Schmidt, 05.06.2009

Da sind wir also wieder, Dr. Markus Hohlweck und ich, zurück in Bangladesch. Ende 2007 kamen wir hierher, um den Opfern des Wirbelsturms "Sidr" zu helfen. Nun sind wir zurück in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, um uns mit unserer Partnerorganisation Konionia abzustimmen, die weitere Vorgehensweise unserer Hilfe für die Opfer des neuen Zyklons "Aila" vorzubereiten.

Aufbruch nach Bangladesch Anfang der Woche in Kaufbeuren. Foto: humedica

Diesmal mit dabei ist Nancy Smith, Krankenschwester aus Florida und gute Seele des Teams, die wir bei unseren letztjährigen humedica-Einsätzen in Haiti kennengelernt haben, und die uns schon dort tatkräftig unterstützt hat.

Bevor wir ins Einsatzgebiet aufbrechen können - eine etwa zehnstündige Fahrt mit Bus und Fähre wartet auf uns - gilt es noch die 250 Kilogramm an mitgebrachten Medikamenten zu sortieren, die Ausrüstung zu komplettieren und uns bereits hier ein Bild über die Lage dort zu machen.

In einem Video sehen wir, was der Zyklon "Aila", der vor einigen Tagen im Grenzgebiet zwischen Indien und Bangladesch an Land ging, hinterlassen hat: nicht nur zerstörte und abgedeckte Häuser, sondern auch großflächige Überflutungen - die Quelle der so genannten "waterborn diseases", der vom (Schmutz-)Wasser verursachten Krankheiten.

Häufig sind es Hauterkrankungen, Durchfälle, Fieber, Erbrechen, aber auch infizierte Wunden, Bronchitis, Pneumonien, diverse Infektionen und mehr, die den Überlebenden nach solchen Katastrophen die ohnehin schwierige Lage noch verschlimmern. Und es gibt bereits erste Berichte über Durchfall verursachte Todesfälle. Leben, die wahrscheinlich durch geeignete Behandlung zu retten gewesen wären.

Dr. Markus Hohlweck, Internist aus Bonn, war bereits 2007 in Bangladesch im Einsatz. Foto: humedica/Dieter Schmidt

Doch auch wenn medizinische Behandlung sichergestellt, die Katastrophe längst aus unseren europäischen Medien verdrängt ist, muss das Leben hier weiter gehen - und stellt doch die Menschen hier vor die nächste Herausforderung: Leben ohne Nahrungsmittel und sauberes Wasser.

Denn die Überflutung durch das Salzwasser hinterlässt Schlamm, wo vorher Reis und Getreide wuchs und leere Flächen, wo einst das Vieh weidete.

Und noch immer gibt es unzugängliche Gebiete, die noch von Wasser eingeschlossen sind, wo die Opfer des Zyklons unter freiem Himmel übernachten. Auch in den letzten Tagen hat es dort weiter geregnet.

Wir sind gespannt, was uns morgen erwartet, wenn wir uns auf den Weg in diese Gegend machen, nach Shyamnager, im tiefen Südwesten von Bangladesch, nahe der Grenze zu Indien - dort, wo "Aila" an Land ging.

humedica erbittet dringend gezielte Spenden für die Nothilfe in Bangladesch.

humedica e. V.
Stichwort "Zyklonhilfe AILA"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Bitte spenden Sie auch online für die Behandlung der Überlebenden dieses furchtbaren Unwetters. Vielen herzlichen Dank für jede Form der Unterstützung.

Dieter Schmidt, Autor dieses Artikels, koordiniert den aktuellen Einsatz in Bangladesch. Foto: humedica

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