Niger: Kleine Schritte nach vorne und weiterhin große Aufgaben

von Simone Winneg/SRI, 12.01.2009

Seit einigen Jahren bereits engagiert sich humedica in dem westafrikanischen Land Niger. Wie diese Hilfe ausschaut, welche Konsequenzen sich daraus ergeben und was überhaupt die grundlegenden Probleme Nigers sind, beschreibt humedica-Mitarbeiterin Simone Winneg in ihrem mehrteiligen Bericht.

Die Republik Niger ist ein französischsprachiges Land in Westafrika, das viermal größer als Deutschland ist. Niger ist ein Binnenland, das an Algerien und Libyen im Norden, Tschad im Osten, Nigeria und Benin im Süden und Burkina Faso und Mali im Westen grenzt.

Koordinatorin Simone Winneg wird bis Ende 2009 in Niger arbeiten. Foto: humedica

Diese geographische Position macht Niger zu einem Drehkreuz zwischen Nordafrika und den südlich der Sahara liegenden Ländern.
Laut UN-Information gehört die Republik Niger zu den ärmsten Ländern der Welt, vor allem wegen des hohen Bevölkerungswachstums (2,9 Prozent), der stetigen Ausbreitung der Wüste und der Dürreperioden.

Eines der bedeutendsten Probleme im Niger ist die hohe Kindersterblichkeit: 15,2 Prozent der Kinder sterben bereits während der Geburt, während 25,9 Prozent nicht das fünfte Lebensjahr vollenden. Auch für Mütter ist das Risiko bei der Geburt enorm: laut UNICEF ist sie 250 mal höher als in Europa.

Laut einer Studie des Sozialministeriums Niger und der Weltbank von 2002 wurde der Bedarf an geschulten Hebammen in den Gesundheitszentren der Regierung erneut festgestellt, der bereits seit längerem bekannt ist, jedoch zu keinerlei Verbesserungen geführt hat.

Diese erste Phase des Klinikbaus wurde im Juli 2008 vorläufig abgeschlossen und das erste Klinikgebäude mit 13 Räumen ist nunmehr komplett bezugsfertig. Auf dem Klinikgelände befindet sich außerdem ein noch nicht fertig gestellter Hangar, Außentoiletten und -duschen sowie das Registrierhäuschen am Eingang der Klinik. Zudem konnte mit dem Bau eines Verbrennungsofen und einer Klinik eigenen Müllgrube begonnen werden, deren Fertigstellung in den kommenden Wochen erwartet wird.

Die Stromversorgung der Klinik wird durch einen Transformator gesichert. Foto: humedica

Aufgrund dieser Tatsachen beschloss humedica 2006 in Zusammenarbeit mit anderen Partnern eine Klinik für Basismedizin aufzubauen, die ihren Schwerpunkt auf die Mutter-Kind-Versorgung und Geburtshilfe legt. In der Stadt Kollo (35 km südlich der Hauptstadt Niamey), die besonders unterversorgt ist, wurde im Dezember 2006 der Grundstein für die Klinik in Anwesenheit der deutschen Botschafterin Heike Thielen gelegt.

Um die Wasserversorgung der Klinik auch bei Wasserknappheit und Problemen der ansässigen Wasserversorgung zu sichern, war die Konstruktion eines Wasserturmes unumgänglich. Seit Mitte Dezember 2008 sind die Arbeiten daran abgeschlossen.

Auch die Inneneinrichtung der Klinik ist für den ersten Start der Klinik vollständig: hochwertige Untersuchungsmaterialien wie Ultraschallgeräte, Mikroskope, Zentrifugen, Sterilisatoren, ein gynäkologischer Untersuchungsstuhl und ein Operationstisch, sowie Medikamente, Verbrauchsmaterialien des Krankenhauses, Instrumente und anderer medizinische Grundbedarf wurden von humedica und Partnern nach Niger transportiert.

Im zweiten Teil ihres umfassenden Überblicks zur Projektarbeit im Niger berichtet Simone Winneg über die Entwicklung der Hilfe rund um die Klinik und erklärt, warum diese Einrichtung immens wichtig für die Bevölkerung der Region ist. Bitte besuchen Sie uns wieder.

Niger war zudem Empfängerland der großen Weihnachtspaketaktion von humedica, Sternstunden e. V. und dem Bayerischen Rundfunk. Bitte lesen Sie hier einen bewegenden Bericht von der Übergabe an verschiedenen Schulen im Land.

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