Niger: Abenteuer im afrikanischen Busch - Impfungen auch außerhalb Kollos

von Simone Winneg/SRI, 21.05.2009

Nachdem der Startschuss für die Meningitis-Impfkampagne (mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland) vor einigen Tagen im humedica-Krankenhaus in Kollo gefallen ist, startete das Impfteam sofort in neue Gefilde. Unser Weg führte uns in die 140 Km nordwestlich von Kollo liegende Gemeinde Namaro mit dem dazugehörigen Gesundheitszentrum Larba. Unsere erste Station mit dem mobilen Team sein, mitten im afrikanischen Busch.

Simone Winneg spricht mit den geduldig wartenden Patienten in Larba. Foto: humedica

Zwei vollbepackte Geländewagen, vier Krankenschwestern, ein Übersetzer, zwei Fahrer, die deutsche Ärztin Dr. Irmgard Harms und Koordinatorin Simone Winneg machten sich also in aller Frühe auf den dreistündigen Weg nach Larba. Afrikanische Steppe, der Fluß Niger, Ziegen, Kamele, Kuhherden zogen an uns vorbei. Jetzt, in der heißen Saison ist alles nur noch gelb und braun, da seit nunmehr acht Monaten kein Regen mehr gefallen ist.

In Larba angekommen ging es direkt ins erste Dorf zum impfen: in der Schule schlugen wir unser mobiles Lager auf: Spritzen, Impfstoffe, Tupfer und Abwurfeimer. Zuerst kamen alle Schüler an die Reihe - manche voller Furcht, manche tapfer, aber alle erstaunt, dass die Impfung gar nicht weh tut und die ganze Aufregung nicht nötig war. Von den Nachbardörfern strömten die Leute heran. Nach zwei Stunden und 195 Personen ging es weiter, in die Goldgräberstadt Congo Moussa.

Wir staunten nicht schlecht, als wir ankamen: Hügel voller Geröll und Sand türmten sich vor dem Örtchen und tiefe, aber enge Löcher sind überall in den Boden gegraben. Unser Übersetzer Bob klärte uns auf: In diesen Löchern suchen die Männer nach Gold, teilweise bis zu 20 Meter unter der Erde.. ohne Sicherung, auf der Suche nach Gold schaffen sie tonnenweise lehmige Erde und Geröll ans Tageslicht, um mit viel Glück ein Gramm Gold zu finden.

Dr. Irmgard Harms trifft Vorbereitungen für die täglichen Impfungen. Foto: humedica/Simone Winneg

Wiederum in einer Schule durften wir impfen: eine kleine Strohhütte mit einem Tisch und einer Tafel. Schulbänke gab es keine, und wir merkten schnell, dass das Hüttchen auch vor Staub und Wind nicht schützte. Schnell hatte sich die Kunde herumgesprochen, dass gegen Meningitis geimpft wird und die Leute kamen. Durch die Todesfälle in diesem Jahr und die vielen Erkrankungen in dieser Region, wissen die Leute um die Gefahr, die von dieser Krankheit ausgeht und haben Angst.

Frauen, Männer und Kinder kamen angelaufen, um die Impfung zu bekommen, die sie für die nächsten drei Jahre vor dieser Krankheit beschützen kann. Als Dank für unsere Hilfe brachte der Dorfvorsteher uns sogar zwei Hühner, die unser lokales Team abends für uns alle zubereitete.

Drei Tage und insgesamt sieben Vögel später endete unser Aufenthalt in Larba. Wir konnten 2900 Leute aus sieben verschieden Ortschaften impfen. Drei anstrengende Tage, an denen wir miterleben konnten, wie die Leute hier täglich leben müssen: ohne Wasser aus der Leitung, ohne Strom, gekocht wird mit Feuerholz und mit den Dingen, die man auf dem spärlich ausgestatteten Markt bekommt.

Vor allem die medizinische Versorgung ist für die Leute schwierig, denn der Weg ins nächste Gesundheitszentrum oder Krankenhaus ist weit und zu Fuß kaum zu bewältigen. Um so dankbarer sind die Leute und um so wichtiger ist die Arbeit von humedica, die durch die Impfaktion auch diejenigen erreicht, die bisher von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten waren.

Bitte unterstützen Sie unsere wichtige Arbeit im Niger durch eine gezielte Spende:
humedica e. V.
Stichwort "Nothilfe Niger"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

oder auch online über folgenden Link: Nothilfe Niger.
Vielen herzlichen Dank für jede Form der Unterstützung.

Auch das ist Afrika: Nachzügler werden noch kurz vor der Abfahrt aus dem Auto heraus geimpft. Foto: humedica/Simone Winneg

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