Namibia: tägliche Herausforderungen in einem überfluteten Land

von Gerhard Braunmiller/SRI, 28.05.2009

Das Tagesziel für uns als humedica-Team war klar. 65 Familien mit Lebensmitteln (25 Kg Maismehl, 12,5 Kg Bohnen, 1 Liter Öl) und Hilfsgüter (3 Decken, 2 Wasserkanister, 120 Wasserreinigungstabletten, Seife und drei Moskitonetze) versorgt werden. Zusammen knapp drei Tonnen Waren. Gut zu organisieren eigentlich, wäre da nicht die Anreise durch überschwemmtes Land.

Unsere nur 150 Kilometer weite Anfahrt in die Region stellt die ersten 140 Kilometer kein Problem dar. Unser Lastwagen kann die Güter auf einer Teerstraße und dann auf einer relativ guten Kiesstraße transportieren. Dann aber hört nicht die Strasse auf. Nein. Sie ist komplett überschwemmt und rund einen Meter tief.

2,8 Tonnen Hilfsgüter werden alternativ weiter transportiert: kein Problem in Afrika. Foto: humedica

Nun beginnt die ultimative Herausforderung dieser Verteilung: eine neue Logistikkette bestehend aus kleinen Holzkanus, Ochsenkarren und vielen helfenden Köpfen wird geschaffen. Zuerst werden die Hilfsgüter auf Holzkanus umgeladen, dann auf Ochsenkarren und wieder auf Kanus um schließlich auf vielen Köpfen getragen im vom Wasser umschlossenen Dorf anzukommen.

Mehr als 400 bedürftige Frauen, Kinder, Männer warten auf die dringend benötigten humedica-Hilfsgüter. Die Verteilung der Waren geschieht mit Hilfe zuvor ersteller Listen über bedürftige Haushalte im Dorf. Zunächst aber gibt es eine kleine Ansprache über Art und Menge sowie Herkunft der Hilfsgüter.

Es wird erklärt, wie die Wasserreinigungstabletten zu verwenden sind. Danach wird jede Familie aufgerufen, die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder und Erwachsenen wird erfragt, die genaue Menge des Bedarfs ermittelt und nach einer Unterschrift werden die dringend benötigten Hilfsgüter dann übergeben.

Der Tag hat sehr früh morgens begonnen und trotzdem ist eine gewisse Eile angesagt, der Rückweg durchs Wasser muss vor Sonnenuntergang geschafft sein.

So verabschieden wir uns am späten Nachmittag mit dem guten Gefühl, es rechtzeitig, unter Mithilfe von vielen nun zufrieden winkenden Menschen, geschafft zu haben, die Not dieser Menschen etwas zu lindern.

Im Namen all derjenigen, denen wir in den vergangenen Monaten helfen konnten und bis heute können, bedanken wir uns bei allen Freunden und Förderern und beim Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland für die gezielte Unterstützung.

Janika Simon und Gerhard Braunmiller

Rund 400 Familien konnte das zweiköpfige humedica-Team verstärkt durch lokale Helfer an diesem Tag versorgen. Foto: humedica

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