Land unter in Manila auch vier Wochen nach dem Wirbelsturm Ketsena

von Heidi Nicklin/sha, 23.10.2009

Fast vier Wochen nach dem Typhoon "Ketsana" sind die Schäden und Folgen des Sturms in der Metropole Manila noch deutlich erkennbar. Das Ausmaß ist gigantisch: Es wurden sehr viele Menschen betroffen, da die philippinische Hauptstadt Manila sehr dicht bevölkert ist, besonders die tiefer liegenden Ostbezirke der Stadt.

In großen Teilen der Stadt stand das Wasser bis unter das Dach. In einigen Bezirken ist es relativ schnell wieder abgeflossen, hinterließ jedoch eine dicke Schicht stinkendem Schlamm, der zum Teil mit Öl und Treibstoff umgekippter Autos vermischt war. Durch die Aufräumarbeiten entsteht eine Müllhalde, die in der Stadt zwischengelagert wird, da diese Müllmengen den Kapazitäten der Großstadt übersteigt.

Schlamm in den Straßen von Manila. Foto: humedica

In den Stadtteilen TayTay, Cainta und Pasig sind große Gebiete nach wie vor im Wasser. Es wurden Evakuierungszentren in Schulen und Sporthallen eingerichtet, in denen viele Menschen noch nach vier Wochen auf engstem Raum zusammen leben. Wer kann lebt, im eigenen Heim. Die baulichen Schäden an den einfach gebauten Häusern, die nach dieser langen Zeit noch immer im Wasser stehen, sind kaum vorstellbar. Die örtlichen Behörden schätzen, dass noch 1,28 Millionen Menschen in den unter Wasser stehenden Gebieten leben

Das humedica-Ärzteteam fährt mit Hilfe von Armee-LKW und mit tatkräftiger Unterstützung der lokalen Behörden in die am stärksten betroffenen Gebiete. Unsere Partnerorganisation, Scandinavian Children´s Mission, ist immer mit Personal dabei.

Notunterkünfte wie diese sind für viele zum Alltag geworden. Foto:humedica

Unter anderem hat unser Team im Einsatz Patienten mit der seltenen Krankheit Leptospirose erkannt, die unbehandelt tödlich sein kann. Bei der philippinischen Gesundheitsbehörde wurden bis zum 21. Oktober 2009 insgesamt 1.963 Leptospirosefälle aus den Krankenhäusern gemeldet, wobei es 148 Todesfälle gegeben hat. Die Behörde schätzt, dass 1,7 Millionen Menschen mit einem hohen Risiko leben. Nach Schätzungen der WHO könnten sich bis zu 3.800 Menschen mit der Krankheit anstecken.

Trotz all dem Leid ist es erstaunlich, wie viel Freude die meisten Menschen haben und alle begegnen uns mit einem Lächeln. Heute sind wir in TayTay in einem Kirchengebäude, das uns für unsere provsorische "Arztpraxis" zur Verfügung gestellt wurde. Morgen wird unser Einsatz in einem Evakuierungszentrum im benachbartem Bezirk Cainta statt finden.

humedica bittet die Bevölkerung in Deutschland um konkrete Hilfe in Form einer Spende auf das Konto:

humedica e. V.
Stichwort "Fluthilfe Philippinen"
Konto 47 47
BLZ 734 500 00
Sparkasse Kaufbeuren

Oder auch online unter folgendem Link. Vielen herzlichen Dank für jede Form der Unterstützung.

Nach wie vor sind einige Straßen überschwemmt. Foto: humedica

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