Hilfe wird immer noch dringend benötigt

von Dr. Michael Hahn/ RBU, 16.10.2009

Nach zwei Wochen im Einsatz auf den Philippinen kehrten Dr. Hahn und die Medizinstudentin Saskia Hankel nach Deutschland zurück. Viel zu früh - wie der Arzt selber findet, denn Hilfe wird in dem Katastrophengebiet immer noch dringend benötigt.

Dr. Hahn sei glücklich, wieder in Deutschland zu sein nach 14 Tagen auf den Philippinen. Ein wenig Wehmut ist dennoch dabei, denn der Mediziner hat viele Wunden verarztet, vielen Menschen neue Hoffnung geschenkt. Trotzdem ist die Not auf den Philippinen andauernd groß, wie er in einem Bericht schildert:

"Die Wassermassen gehen keinen Millimeter zurück", berichtete Dr. Hahn. Foto: humedica

"Der angekündigte Wirbelsturm Parma kam eine Woche verspätet mit leider katastrophalen Folgen zurück: er forderte 300 Tote und angeblich hunderttausende Obdachlose. Die Wassermassen in unserem Einsatzgebiet gehen keinen Millimeter zurück. Sie vermischen sich mit Dreck, Kot und jetzt auch Bakterien.

Wir benötigen, um tiefer in die Wasserregion eindringen zu können das Militär mit Lastwägen. Stundenlange Anfahrtswege enden mit abenteuerlichen "Floßfahrten" in höher- gelegenen Schulen oder Gemeindehäusern."

Zusammen mit den Kollegen des humedica-Teams hatte Dr. Hahn Hautverletzungen mit "entsetzlichen Sekundärinfektionen und bis zu mandarinengroßen Abszessen, frische und sekundär heilende Schnittwunden" zu behandeln. Pro Tag kümmerte sich der Arzt um bis zu 50 Patienten, das gesamte Team umsorgte mitunter in nur vier Stunden bis zu 200 zu behandelnde Personen.

Das Militär hilft, wo es nur kann. Foto: humedica/ Christian Scholber

Der Erfolg des Einsatzes ginge sicherlich auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Scandinavian Children’s Mission und dem lokalen medizinischen wie militärischen Personal zurück, so Doc Hahn, wie er genannt wird. Die Deutschen wurden "hervorragend untergebracht und auch bestens durch tolle Fachkräfte wie philippinische Ärzte, Krankenschwestern und Sozialarbeiter unterstützt."

An die Mithilfe des Militärs müsse man sich zwar erst gewöhnen, da die Soldaten immer ihre "Schießprügel dabei haben", aber sie sind allen vor Ort eine große Hilfe. "Die machen aber auch sonst alles: Statistik, Übersetzer, Transporte und besorgen sogar den von mir so geliebten Reis", so Doc Hahn.

Wir sind froh darüber, dass Doc Hahn wohlbehalten wieder in Deutschland angekommen ist und danken ihm herzlich für seinen Einsatz!

Viele Kinder haben ihr Lachen zum Glück nicht verloren. Foro: humedica/ Christian Scholber.

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